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Krise viel besser gemeistert, als erwartet

Lastrups Bürgermeister Michael Kramer blickt optimistisch ins neue Jahr. Der Wohnbau floriert, und ein neues Industriegebiet ist ebenfalls geplant.

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Neue Skulptur: Sie ziert den Kreisverkehr in Lastrups Ortsmitte, der Anfang 2021 freigegeben wird. Foto: Meyer

Neue Skulptur: Sie ziert den Kreisverkehr in Lastrups Ortsmitte, der Anfang 2021 freigegeben wird. Foto: Meyer

Ein Ross, ein Zahnrad, dazu zwei Menschen, die Frau hält einen Weizenhalm in der Hand: Seit einigen Tagen ziert  eine symbolträchtige Skulptur den Kreisverkehr in Lastrups Zentrum. Die Gemeinde ließ sie kurz vor Weihnachten aufstellen. Geschaffen hat sie der in Lastrup und Lüdinghausen beheimatete Künstler Alfred Gockel.

Bürgermeister Michael Kramer hält den neuen Blickfang für gelungen. Er verkörpere alles, was die Gemeinde ausmache, sagt er. „Und zwar vom Reitsport über die Landwirtschaft und den Maschinenbau bis zur Familie.“ Wenn der Kreisel Anfang kommenden Jahres freigegeben wird, können Autofahrer das Kunstwerk beim Umrunden von allen Seiten betrachten. Die Sanierung der Ortsmitte soll derweil weitergehen. Denn obwohl 2020 bekanntlich ein schwieriges Jahr war, blieb die Entwicklung in Lastrup keineswegs stehen.

Heimisches Handwerk mit vollen Auftragsbüchern

Zwar litt die Wirtschaft wie überall unter den Folgen der Coronakrise - allerdings nicht so stark wie zunächst erwartet. Das heimische Handwerk verzeichnete volle Auftragsbücher. Gebaut wurde trotz der Pandemie unter Hochdruck. Die Vermarktung des Wohnbaugebiets „Heiddresch“ etwa fiel dem Bürgermeister bislang nicht schwer. Auch für den zweiten Bauabschnitt sind bereits alle Grundstücke vergeben. Die Befürchtung Kramers, Bauwillige könnten wegen der wirtschaftlich unsicheren Situation von ihren Plänen Abstand nehmen, bewahrheitete sich nicht. Im kommenden Frühjahr soll der dritte Abschnitt vermarktet werden. Zugleich schiebt die Gemeinde auch den sozialen Wohnungsbau an. Die dafür vorgesehenen Grundstücke am Heiddresch verkauften sich ebenfalls gut. „Das war die richtige Entscheidung“, betont Kramer.

Dass seine Gemeinde einigermaßen glimpflich durch die Krise schlittert, hat sie auch dem Bund zu verdanken. Er schließt die Finanzlücke von rund 1,5 Millionen Euro, die durch Einbußen bei der Gewerbesteuer entstanden ist. Derzeit arbeitet die Verwaltung noch am Haushalt für 2021. Im Januar geht der Gemeinderat darüber in Klausur. Anfang Februar soll das Zahlenwerk beschlossen werden. Darin aufgenommen werden dürften auch erste Investitionen für ein neues Industriegebiet. Wo es sich genau befinden wird, möchte Michael Kramer noch nicht bekannt geben. Er arbeitet schon seit längerer Zeit an dem Projekt. Es werde der Wirtschaft weiteren Schwung geben, ist er sicher. Der Ausbau der E233, den der Bürgermeister klar befürwortet, soll dabei helfen. „Die Verkehrsbelastung wird weiter zunehmen. Deshalb brauchen wir ihn dringend.“

Verbesserung der Internetversorgung durch Richtfunk

Gleiches gilt aus seiner Sicht für die Verbesserung der Internetversorgung. Weil der Breitbandausbau trotz aller Bemühungen nach wie vor stockt, setzt Kramer jetzt auf den Richtfunk. Ein emsländisches Telekommunikationsunternehmen ist bereit, bis Ende 2021 im Südkreis mehrere rund 65 Meter hohe Gittermasten zu errichten, die Übertragungen auch bis 5G ermöglichen. Kramer steht hinter dem Projekt, das den Glasfaserbau zwar nicht ersetzen, ihn aber sinnvoll ergänzen könne. Langeweile droht im Rathaus also nicht.

Im neuen Jahr muss der Gemeinderat auch den inzwischen vorliegenden Generalentwässerungsplan verabschieden, ein Großprojekt, das in den kommenden Jahren bis zu 15 Millionen Euro verschlingen dürfte. Der Ausbau der Windenergie ist ebenfalls nicht vom Tisch. Eine Potenzialstudie soll Aufschluss über mögliche Standorte liefern. Es werde aber keine „Verspargelung“ der Landschaft geben, beruhigt Kramer. Er warnte Flächenbesitzer vor dem Abschluss von Vorverträgen mit privaten Projektierern. „Die Gemeinde wird entscheiden, ob Windräder gebaut werden.“ Als warnendes Beispiel dient Kramer der Fall des überführten Millionenbetrügers Holt (MT berichtete). Dieser hatte auch Flächen in Las-trup für angebliche Windparks angeboten.

"Das Bürgerhaus ist ein Meilenstein für unsere städtebauliche Sanierung."Michael Kramer, Lastruper Bürgermeister

Besonders betroffen von der Corona-Krise ist neben der Gastronomie weiterhin das Vereins- und Kulturleben. Michael Kramer hofft, dass beides 2021 wieder stärker zur Geltung kommen darf. Immerhin bietet Lastrup mit dem neuen Bürgerhaus das passende Ambiente. „Es ist ein Meilenstein für unsere städtebauliche Sanierung.“ Das Programm steht. Zahlreiche Veranstaltungen sollen im Laufe des Jahres in der Kulturscheune stattfinden. Absagen werde es nicht geben, pandemiebedingte Verschiebungen  bleiben aber möglich. Der Wunsch nach Normalität sei überall groß, weiß Kramer. Und natürlich solle sich Lastrup auch als Kulturstandort etablieren. Dann könnte Alfred Gockel irgendwann vielleicht ein weiteres Symbol in seine Kreiselskulptur einarbeiten.

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