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"Kommunale Pflichtaufgabe": Böselerin beantragt Jugendtreff

Petra Oltmann zählt zu den Säulen des Ehrenamtes und ist auch in der Jugendarbeit sehr aktiv. Politik und Verwaltung sollen sich nun intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

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Aus dem Ehrenamt nicht wegzudenken: Petra Oltmann setzt sich nicht nur in ihrer Heimatgemeinde für Menschen ein.   Foto: Wimberg

Aus dem Ehrenamt nicht wegzudenken: Petra Oltmann setzt sich nicht nur in ihrer Heimatgemeinde für Menschen ein.   Foto: Wimberg

Jugendarbeit war und ist für sie ein großes Thema, das sie nun ganz gezielt auf die Tagesordnung der Politik bringen möchte: „Ein Treffpunkt für junge Leute fehlt eindeutig“, sagt Petra Oltmann, wenn sie Bösel in den kritischen Blick nimmt. Für die 57-Jährige, die grundsätzlich zu den verlässlichen Säulen des Ehrenamtes zählt und sich in zahlreichen Vereinen und Verbänden engagiert, ein wichtiger Grund, die Einrichtung eines Jugendtreffs nun offiziell zu beantragen und eine Debatte auszulösen.

Durch die Schaffung immer neuer Baugebiete sei die Zahl der Einwohner und somit auch die Jugendlicher gestiegen. Und nicht zuletzt habe die Corona-Krise deutlich die Notwendigkeit vor Augen geführt, dass sich junge Leute mit ihresgleichen treffen können. Ohnehin hätten sich die Lebenssituationen verändert. „Die Anzahl der Familien, die nicht den Anschluss zu den Vereinsstrukturen finden, nimmt zu“, führt Oltmann in ihrem Schreiben an Bürgermeister Hermann Block und alle Fraktionsvorsitzenden aus.

Daher sollte die Gemeinde nicht nur Wohnraum, sondern auch für junge Bürger und Neubürger ein Domizil schaffen. Jugendhilfeleistungen und die offene Kinder- und Jugendarbeit seien eine „kommunale Pflichtaufgabe, der sich die Gemeinde Bösel noch nicht gestellt hat“, unterstrich das Leitungsteammitglied des Gemeindejugendrings. Die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen orientiere sich an der Lebenssituation, den Problemen und Herausforderungen, und man sollte in der Lage sein, sich der Interessen und Bedürfnisse flexibel und zeitnah anzunehmen.

FDP und BfB reichen Fragenkatalog im Rathaus ein

Wissend darum, dass man ihre Idee „nicht mal eben“ realisieren könne und sie Geld koste, „erwarte ich nicht, dass der Jugendtreff am Ende des Jahres seine Türen öffnet, sondern möchte die Verwaltung und die Ratsmitglieder zunächst einmal auffordern, sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen“, so die Böselerin, die bereits bei FDP und BfB (Bürger für Bösel) mit ihren Überlegungen Gehör fand.

„Das Anliegen stößt bei uns natürlich auf Verständnis und wir werden uns damit beschäftigen“, betonte FDP-Fraktionssprecher Martin Meinerling. Um letztlich „sauber entscheiden zu können“, gebe es jedoch noch einigen Klärungsbedarf. Antworten von Bürgermeister Hermann Block erwarten die Politiker auf bereits im Rathaus eingereichte Fragen wie: Inwieweit wurden die Jugendarbeit oder Teile davon an die Gemeinden im Landkreis Cloppenburg übertragen? Ist personelle Unterstützung seitens des Landkreises vorgesehen?

Wie erfolgte die Umsetzung der Jugendarbeit in der Gemeinde Bösel? Wird auch die Finanzierung an die Gemeinde übertragen? Wenn ja, in welcher Höhe und wie wurde sie bisher verwendet? Erhält die Gemeinde Fördermittel und welche gibt es für die Unterhaltung eines Jugendtreffs? Wie viele Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren haben wir aktuell in Bösel und wie sieht die perspektivische Entwicklung in den kommenden 10 Jahren aus?

"Wir werden alle Möglichkeiten für eine vernünftige Jugendarbeit abklopfen."Martin Meinerling, FDP-Fraktionssprecher

Meinerling regt in diesem Zusammenhang auch die Einrichtung eines Jugendparlaments an, um Schüler mit den demokratischen Strukturen vertraut zu machen und sie für politische Mitbestimmung zu begeistern. „Wir stehen insgesamt am Anfang und konkrete Aussagen sind zurzeit noch nicht zu treffen, aber wir werden alle Möglichkeiten abklopfen, eine vernünftige Jugendarbeit zu gewährleisten“, verspricht der Fraktionssprecher.

Dem widerspricht Ludger Beeken nicht. „Vieles muss noch auf den Prüfstand“, so der CDU-Fraktionschef und lobt die „gut funktionierenden Vereine“ im Gemeindegebiet, die auch Neubürger motivierten, sich ihnen anzuschließen. „Es sagt keiner, dass wir darüber hinaus einen Jugendtreff nicht wollen“, erklärte Beeken für seine Fraktion, doch sieht er in Sachen Jugendarbeit besonders den Gemeindejugendring in der Pflicht, die Interessen von jungen Menschen abzufragen und Veranstaltungen zu organisieren.

„Wir machen schon viel, aber ehrenamtlich können wir nicht alles“, reagiert Petra Oltmann als federführende Kraft des Vereins. Das Bestreben müsse daher ein dauerhafter Standort mit ausgebildetem Personal sein, „bei dem jeder ohne eine Erwartungshaltung willkommen ist“. Infrage käme beispielsweise das „Rohen-Haus“ am Kirchplatz, das sich in Gemeindebesitz befindet. Und was die Finanzierung angeht, führt die Antragstellerin unter anderem das Aktionsprogramm „Startklar in die Zukunft“ an. Weitere Töpfe „wird es geben“.

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