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Goldenstedt baut ein neues Wohnheim für Geflüchtete

In der jüngsten Bauausschusssitzung stellte die Verwaltung die aktuelle Planung vor. Demnach wird das bestehende Gebäude abgerissen und durch ein neues, kleineres, ersetzt.

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Zahlreiche Geflüchtete kamen 2015 nach Deutschland, auch in den Kreis Vechta. In Goldenstedt wird nun ein neues Wohnheim für Geflüchtete gebaut. Foto: dpa/Pförtner

Zahlreiche Geflüchtete kamen 2015 nach Deutschland, auch in den Kreis Vechta. In Goldenstedt wird nun ein neues Wohnheim für Geflüchtete gebaut. Foto: dpa/Pförtner

Ein neues Wohnheim für Geflüchtete soll in Goldenstedt gebaut werden. Die Gemeindeverwaltung hat am Donnerstagabend die Mitglieder des Bauausschusses über die aktuellen Pläne in Kenntnis gesetzt. Diese wurden einstimmig und wohlwollend von allen aufgenommen.

Wie Bürgermeister Alfred Kuhlmann eingangs erwähnte, beschäftigt sich die Gemeinde schon länger mit dem Thema. Das bestehende Wohnheim an der heutigen Bundeskanzler-Kohl-Straße wurde 1993 erbaut und beherbergte ursprünglich 64 Geflüchtete. Aktuell wohnen dort 25 Personen mit „unterschiedlichem Status“, wie es in der Beschlussvorlage heißt, sprich: Nicht alle haben einen Fluchthintergrund. Der Bedarf für das große Gebäude ist somit nicht mehr vorhanden.

Eine Wohnung für Obdachlose

Die Goldenstedter Gemeindeverwaltung hat nun mit dem Planungsbüro Schmölling und Partner ein Konzept für den Neubau eines Mehrparteienhauses erarbeitet. Das bestehende Gebäude soll ersetzt werden, wie Steffen Boning, verantwortlich für das Projekt, den Anwesenden erklärte. Dafür werde in einem ersten Schritt der bislang unbewohnte Gebäudeteil abgerissen. An dieser dann freigewordenen Fläche soll schließlich ein 5-Parteienhaus errichtet werden, sagte Boning.

Zum Ablauf: In einem ersten Schritt soll der derzeit unbewohnte Gebäudeteil des Bestands abgerissen werden. An der Stelle entsteht der Neubau. Der Rest des Bestands wird daraufhin ebenfalls abgerissen und vorläufig nicht ersetzt. An der Stelle bleibt Platz, um künftig bis zu 2 weitere Gebäude (II und III) errichten zu können. Das ist aktuell aber nicht geplant.  Grafik: Schmölling und PartnerZum Ablauf: In einem ersten Schritt soll der derzeit unbewohnte Gebäudeteil des Bestands abgerissen werden. An der Stelle entsteht der Neubau. Der Rest des Bestands wird daraufhin ebenfalls abgerissen und vorläufig nicht ersetzt. An der Stelle bleibt Platz, um künftig bis zu 2 weitere Gebäude (II und III) errichten zu können. Das ist aktuell aber nicht geplant.  Grafik: Schmölling und Partner

Nach dem Umzug der Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Gebäude soll der Rest des Bestandsgebäudes abgerissen werden. Dort sind vorläufig keine weiteren Bautätigkeiten vorgesehen. Die Gemeinde behält sich aber vor, dort im Zweifel 2 weitere Gebäude bauen zu können. Platz wäre vorhanden. „Das ist aber Zukunftsmusik“, sagte Boning. Das Grundstück, das der Gemeinde gehört, hat eine Gesamtgröße von 2.924 Quadratmetern.

In dem neuen Wohnheim finden auf 2 Vollgeschossen 4 gleich große Wohnungen von rund 97 Quadratmetern Platz. Die 4-Zimmer-Wohnungen können von Familien, aber auch von Wohngemeinschaften bis zu 6 Personen bezogen werden, sagte Steffen Boning. Zusätzlich wird eine 1-Zimmer-Wohnung in der Größe von rund 28 Quadratmetern geben, die als Unterkunft für Obdachlose vorgesehen ist. Diese Bedarfsplanung sei in Absprache mit dem Sozialamt und dem Landkreis Vechta erfolgt, führte der Fachbereichsleiter aus.

Gebäude ist nicht ausschließlich für Geflüchtete vorgesehen

Das Gebäude werde mindestens im KfW-Standard 55 errichtet, sagte Boning, es sei sogar der KfW-Standard 40 Plus möglich. Auf dem vorgesehenen Pultdach ist die Installation einer Photovoltaikanlage geplant. Die aktuelle Baukostenschätzung liegt nach Angaben der Verwaltung bei 980.000 Euro. Werde der KfW-Standard 55 erreicht, könne mit einer Fördersumme seitens der KfW in Höhe von 131.250 Euro gerechnet werden, so Boning. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Mit einer Fertigstellung wird bis Herbst 2022 gerechnet.

Christine Lehmkuhl (IGG) warf ein, dass das aktuelle Wohnheim von der Caritas betreut werde. Sie fragte, ob dies auch für die neue Gebäude vorgesehen sei und wie die Gemeinde auf schwankenden Bedarf reagieren wolle. Alfred Kuhlmann ließ wissen, dass es bereits Gespräche mit der Caritas gegeben habe und bislang keine Absage formuliert worden sei. Die Wohnungen können zudem auch an andere Personen, nicht nur an Geflüchtete, vermietet werden, sagte er.

Die Finanzierung sei nicht ausschließlich auf die Vermietung an Geflüchtete ausgelegt, ergänze Steffen Boning. Es gebe eine „Mischkalkulation“. Auch Beziehende von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II können in dem neuen Mehrparteienhaus wohnen. Zu diesem Punkt erkundigte sich Hans-Georg Lück (SPD), wie sich die Mietpreise für sozial Schwächere gestalten. Boning erwiderte, dass die Preise auf die maximalen Sätze angelegt seien, die vorgegeben seien. Der Quadratmeterpreis liege bei etwa 6,46 Euro.

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