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Gerbertschule Visbek: Immer mehr Möglichkeiten, aber noch keine Einigung

Der Bauausschuss beschäftigte sich ebenfalls mit den möglichen Erweiterungen der örtlichen Grundschulen. Dabei wurde die Liste lediglich länger anstatt übersichtlicher.

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Die Gerbertschule soll erweitert werden. Doch noch ist völlig offen wie sich das gestalten könnte. Es gibt mittlerweile fünf verschiedene Vorschläge. Archivfoto: Ferber

Die Gerbertschule soll erweitert werden. Doch noch ist völlig offen wie sich das gestalten könnte. Es gibt mittlerweile fünf verschiedene Vorschläge. Archivfoto: Ferber

Die Liste mit den Möglichkeiten wird immer länger. Der Visbeker Bauausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung – wie auch schon der Schulausschuss – mit den möglichen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen würden, wenn die örtlichen Grundschulen erweitert werden. Wieder war Sebastian Latal vom Architekturbüro Petter-Latal anwesend, um die Kostenschätzungen den Ausschussmitgliedern vorzustellen.

Dieses Mal wurde auch der Vorschlag von Michael Büch berücksichtigt, der in der Schulausschusssitzung anregte, die Gerbertschule mit einem Anbau zu erweitern. Auch an diesem Abend kamen die Kommunalpolitiker nicht zueinander, weshalb das Thema in der anstehenden Finanzausschusssitzung am kommenden Dienstag (9. März) Berücksichtigung findet.

Die sogenannte Variante 4, die einen Anbau Richtung Osten an dem Bestandsbau der Gerbertschule vorsieht, würde 2.002.100 Euro kosten, wie Latal die Anwesenden wissen ließ. Auf einer Bruttogrundfläche von etwa 800 Quadratmetern würden 3 Klassenräume mit jeweiligen Gruppenräumen sowie Toiletten entstehen. Das Lehrerzimmer könnte erweitert werden und auch eine Mensa wäre möglich. Für diese Variante wäre eine Umlegung der Straße erforderlich – die Kosten dafür finden in der Schätzung keine Berücksichtigung. Die neue Parkplatzsituation müsste bei dieser Variante zudem nochmal untersucht werden, gab der Experte zu Bedenken. Auch das Thema Inklusion finde hier keine Berücksichtigung. Der Vorteil wäre allerdings, dass der Bau bei laufendem Schulbetrieb möglich sei.

Ausschussmitglied schlägt 5. Variante vor

Zur Erinnerung: Für die Gerbertschule schlägt das Architekturbüro 3  weitere Varianten vor: Einen eingeschossigen Neubau auf dem Parkplatz, der 1.152.000 Euro kosten würde; einen 2-geschossigen Neubau auf dem Parkplatz, der 2.040.600 Euro kosten würde und eine Mensa beinhaltet; sowie eine Aufstockung des alten Gebäudes, die 1.976.000 Euro kosten würde. Die Erweiterung der Grundschule in Hagstedt würde 961.440 Euro kosten, die Erweiterung der Grundschule in Erlte 727.700 Euro.

Johannes Scheele (CDU) regte für die Gerbertschule prompt eine 5. Variante an und schlug vor, den Fahrradstand zu verlegen und an der Stelle anzubauen. Gaby Tönnies vom Visbeker Bauamt gab zu, dass dies grundsätzlich möglich sei. Allerdings müsste die Spielfläche verkleinert werden, um die Raumwünsche der Schule sowie die Errichtung einer Mensa umzusetzen. Wenn es künftig mehr Schüler gebe, sei das ihrer Meinung nach „keine glückliche Lösung“.

Beim Thema Mensa überlegte Hiltrud Vorwerk (CDU) laut, ob es denkbar wäre, die Mensa, die derzeit im Pfarrheim, aber sonst in der Fachklinik St. Vitus angeboten werde, in einer 2. Schicht zu nutzen, wie das derzeit in der Benediktschule gehandhabt werde. Damit könne man dem Anspruch bei einer Ganztagsverpflichtung möglicherweise gerecht werden. Bürgermeister Gerd Meyer sagte, dass diese Möglichkeit noch abgeklärt werden müsse.

Ausschuss beschäftigt sich mit Antrag

Josef Diersen (Bündnis 90/Die Grünen) interessierte sich dafür, ob es bei der Variante mit dem eingeschossigen Neubau auch möglich sei, nachträglich bei Bedarf eine Mensa anzubauen. Tönnies entgegnete, dass dies zwar möglich sei, aber dadurch mehrere Parkplätze verloren gingen. Diersen hielt das wiederum für einen vertretbaren Umstand. Er verwies auf die finanzielle Situation der Gemeinde und riet dazu, sparsam vorzugehen und stattdessen auf bestehende Ressourcen – die Mensa in der Fachklinik – zurückzugreifen. Zudem ließ er wissen, dass die Variante 3 – die Aufstockung – für ihn nicht infrage komme. Seiner Ansicht nach gebe es zu viele Unwägbarkeiten, die im Zweifel auf die Gemeinde zukämen.

Ein weiteres Thema im Bauausschuss war der Antrag von Annette Hanken. Sie fordert einen Radweg von der Wildeshauser Straße bis zum Sportplatz Varnhorn. Ihrer Einschätzung nach sei die Verkehrssituation aufgrund der vielen Lkw der Gewerbetreibenden vor Ort besonders für Schulkinder, die dort mit dem Fahrrad unterwegs seien, sehr gefährlich.

Finanzielle Lage gibt keinen Radweg her

Bürgermeister Gerd Meyer machte an dieser Stelle darauf aufmerksam, dass es einen weiteren Wunsch auf einen Radweg zwischen Rechterfeld und dem Wildeshauser Ortsteil Hesterhöge gebe. Er gab zu bedenken, dass die Anlage dieser Radwege nur über eine zusätzliche Schuldenaufnahme zu realisieren seien. Für das Jahr 2021 sieht er dies nicht.

Michael Büch (CDU) fand die Idee von Hanken zwar gut, einen Radweg in Varnhorn anzulegen, sieht aber die Gemeinde in Anbetracht der finanziellen Lage nicht in der Situation, so ein Projekt in diesem Jahr zu stemmen. Dem pflichtete Bernhard Meistermann (CDU) bei.

Ihr sei klar, dass viel Geld für Bautätigkeiten ausgegeben werde, sagte Hanken. Gerade Varnhorn sei unter anderem wegen des Gewerbegebiets „vor der Haustür“ davon betroffen. Da sollte ihrer Meinung nach mehr Rücksicht auf die Sicherheit von Kindern genommen werden. Sie habe aber Verständnis dafür, wenn das dieses Jahr „nicht zu wuppen ist“. Sie würde sich darüber freuen, wenn der Radweg im Folgejahr berücksichtigt werde und bis dahin andere Maßnahmen getroffen werden, um die Verkehrssituation zu entschärfen. Der Bürgermeister schlug vor, mithilfe von Markierungsarbeiten in den Einmündungsbereichen mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit zu schaffen. Mit dieser Idee konnte Hanken sich anfreunden.

Der Antrag von Annette Hanken wurde schließlich mit 6 Stimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt.

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