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Friesoythes private Kitas bekommen Finanzpolster

Der Jugendausschuss des Friesoyther Stadtrates hat die Zuschüsse für Kindertagesstätten in privater Trägerschaft neu aufgestellt. Gut 800.000 Euro sind dafür jährlich vorgesehen.

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Wird bezuschusst: Die "Kita für Alle" des Caritas-Vereins erhält wie die beiden anderen privaten Kitas im Stadtgebiet künftig gesicherte Zuschüsse. Foto: Stix

Wird bezuschusst: Die "Kita für Alle" des Caritas-Vereins erhält wie die beiden anderen privaten Kitas im Stadtgebiet künftig gesicherte Zuschüsse. Foto: Stix

Kindertagesstätten und ihre Finanzierung bildeten bei der Sitzung des Jugendausschusses am Mittwochabend den Schwerpunkt der Beratungen. Geräuschlos räumten die Ausschussmitglieder dabei zwei Tagesordnungspunkte ab, die insbesondere in der zurückliegenden Ratsperiode für Diskussionen gesorgt hatten: Einstimmig beschloss der Ausschuss neue Regelungen für die Finanzierung privater Kindertagesstätten, ebenso einstimmig lehnten die Mitglieder einen städtischen Zuschuss zum Bau der Caritas-Kita an der Willohstraße ab.

Dem von der Caritas im November beantragten Zuschuss für die 2019 eröffnete Kita standen vor allem rechtliche Hindernisse im Weg, die auf einer nicht-öffentlichen interfraktionellen Sitzung im Januar von der Verwaltung erläutert und von den Ratsmitgliedern akzeptiert wurden. Zum einen, so Friesoythes Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers, sei ein Investitionskostenzuschuss im Vorfeld der Baumaßnahme nie thematisiert worden. Zum zweiten könnte die Stadt einen solchen Zuschuss an einen Träger nur zahlen, wenn sie Bau und Betrieb der Kita vorab ergebnisoffen ausgeschrieben hätte. Das aber war beim von der Caritas initiierten Bau der "Kita für Alle" nicht der Fall. Zudem hatte die Stadt bei den beiden anderen Kitas in privater Trägerschaft, dem Weidenkörbchen und dem Montessori-Kindergarten, keinen Investitionskostenzuschuss gezahlt. Wäre sie dem Antrag des Caritas-Vereins nachgekommen, hätte dies eine Ungleichbehandlung der privaten Träger bedeutet.

Private Kitas erhalten künftig 600 Euro pro Monat und Gruppe

Ganz ohne Zuschuss lässt die Stadt den Caritas-Verein aber doch nicht stehen. Sie zahlt künftig – Stichwort Gleichbehandlung – an alle 3 Kitas in privater Trägerschaft eine monatliche Förderung von 600 Euro pro Gruppe. Einen entsprechenden Beschluss hat der Jugendausschuss am Mittwochabend gefasst. Die Kita für Alle an der Willohstraße erhält für ihre 3 Gruppen dadurch 1800 Euro im Monat. Hinzu kommt eine Kostenbeteiligung der Stadt für den Betrieb der Kitas. Bei der Berechnung werden nur Kita- und Krippenplätze berücksichtigt, die in der Bedarfsplanung der Stadt enthalten und von Kindern mit Wohnsitz Friesoythe besetzt sind sowie im Rahmen des gemeinschaftlichen Vergabeverfahrens vergeben wurden.

Um unterschiedlichen Öffnungszeiten gerecht zu werden, ist die Kostenbeteiligung gestaffelt. Sie liegt in einer Kindergarten-Regelgruppe mit 4 Stunden Öffnungszeit bei 247 Euro pro Platz, bei einer Öffnungszeit von 9 Stunden sind es 440 Euro. In der Kinderkrippe liegen die Zuschüsse zwischen 200 und 477 Euro. Die Zuschüsse werden vom 1. August an gezahlt. Ab 2023 fließen jährlich gut 800.000 Euro pro Jahr an die 3 privaten Kitas. Auf den einzelnen Kita-Platz umgelegt entspricht das in etwa den Kosten, die auch für die städtischen Kitas anfallen.

Verwaltung prüft Einrichtung eines Waldkindergartens

Und die könnten in Zukunft Zuwachs erhalten. Die Verwaltung prüft derzeit die Einrichtung eines Waldkindergartens. Ein Areal in Altenoythe wäre dafür geeignet, allerdings sind zahlreiche rechtliche Vorgaben zu beachten. Außerdem müssten auf dem Areal ein beheizbarer Bauwagen oder eine Schutzhütte sowie eine Toilettenanlage und eine Notunterkunft errichtet werden.

Eine zusätzliche Gruppe dieser Art könnte die Lage bei den Friesoyther Kitas entspannen. "Bislang können wir alle Kinder knapp unterbringen", erläuterte Heidrun Hamjediers. Das Thema bleibe allerdings angespannt, zumal in Altenoythe noch kein Angebot für Kinder unter 3 Jahren bestehe. Hier sei die Stadt auf Standortsuche. Eine Ausweitung der Kita Piccolino sei dabei nicht möglich, da die Einrichtung bereits an der Größengrenze kratze.

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