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Erweiterung der Marienschule Oythe soll fast 8 Millionen Euro kosten

Der Umbau zur Dreizügigkeit wird mit fast 8 Millionen Euro veranschlagt. Ob es bei dieser Summe bleibt, scheint aktuell mehr als fraglich.

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Der Entwurf für die Schulerweiterung liegt auf dem Tisch: Vor allem im zentralen Bereich des Gebäudekomplexes wird es massive Veränderungen geben. Auch auf der Vorderseite ist ein mehrgeschossiger Anbau vorgesehen.    Zeichnung: Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer

Der Entwurf für die Schulerweiterung liegt auf dem Tisch: Vor allem im zentralen Bereich des Gebäudekomplexes wird es massive Veränderungen geben. Auch auf der Vorderseite ist ein mehrgeschossiger Anbau vorgesehen.    Zeichnung: Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer

Der Schulausschuss der Stadt Vechta geht in der neuen Wahlperiode auf Reisen. Zum Tourneestart durch die örtlichen Bildungseinrichtungen haben die Mitglieder am Mittwochabend die Liobaschule an der Antoniusstraße besucht. Sie soll als Übergangsstandort dienen, während die Marienschule Oythe zur Dreizügigkeit umgebaut wird. Diese Maßnahme ist nun beschlossene Sache.

Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Felix Wehry (CDU) hat nach der Besichtigung des Schulgebäudes gleich Nägel mit Köpfen gemacht und sich einstimmig für die vorliegenden Erweiterungs- und Sanierungspläne ausgesprochen. Die Kosten für die Baumaßnahme in Oythe sollen sich voraussichtlich auf rund 7,84 Millionen Euro belaufen. Ob es bei dieser Summe bleibt, scheint zum jetzigen Zeitpunkt jedoch mehr als fraglich.

Das beauftragte Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer will sich bei der ohnehin schon schwierigen Sanierung im Bestand jedenfalls nicht festlegen. „Wir können aktuell keine Garantien geben für Kostenentwicklungen. Uns sind die Hände gebunden, wir bekommen wöchentlich Hiobsbotschaften“, erklärt Geschäftsführer Linus Bocklage mit Blick auf die aktuelle Preisentwicklung in der Baubranche.

Massive Veränderungen im zentralen Gebäudetrakt

Bei der Ausschusssitzung in der Geschwister-Scholl-Oberschule hat Bocklage den Politikern und Zuhörern den aktuellen Entwurf vorgestellt. Die Planer hätten sich viele Gedanken gemacht, wie der Altbestand des Gebäudekomplexes bestehen bleiben und gleichzeitig das neue pädagogische Konzept auf dem Grundriss dargestellt werden könne. Ein Teilabriss der Schule ist dabei jedoch unausweichlich.

Massive Veränderungen soll es vor allem im zentralen Gebäudetrakt geben, der in den 1990er Jahren entstanden ist und erhebliche Höhenunterschiede zu den angrenzenden Bereichen aufweist. „Die Schule ist weit davon entfernt, barrierefrei zu sein“, sagt der Architekt. Dieses Problem soll im Zuge der Baumaßnahme gelöst werden, unter anderem durch die Installation eines Fahrstuhls.

Der zentrale Trakt der Schule wird durch Anbauten und ein zusätzliches Stockwerk dreigeschossig. Über der heutigen Mensa soll ein Geschoss mit Raum für Schulsozial- und Ganztagsarbeit entstehen. Im vorderen Abschnitt der Grundschule ist ein 2-geschossiger Anbau geplant. Die so genannte Friedhofserweiterungsfläche soll sich in einen großen Schulhof verwandeln und somit eine Ergänzung zum jetzigen Schulhof darstellen.

Klassen- und Nebenräume sollten in „Cluster“ unterteilt werden

Ein wichtiges pädagogisches Ziel ist es, die Klassen- und Nebenräume eines Jahrgangs als sogenannte „Cluster“ anzuordnen und Lerninseln zu schaffen. Einen zentralen Punkt bildet die vergrößerte Aula. Sie soll die Möglichkeit für Veranstaltungen bieten. Der bislang durch die Schule kaum nutzbare Dachraum soll durch die Gewährleistung des Brandschutzes besser genutzt werden. Hier biete sich Platz für Bibliothek und Archiv.

Für Bocklage macht es Sinn, bei der Erweiterung in die Höhe zu gehen und damit die Laufwege kurz zu halten. In funktionaler und ästhetischer Hinsicht hätte es nicht den größten Vorteil gehabt, wenn die Baumaßnahme im Bereich der Sporthalle vorgenommen wäre, erklärt der Architekt auf Nachfrage. Aber ein Abriss der Halle ist nach dem frühzeitigen Beschluss der Politik ohnehin kein Thema.

Weil die Grundschule bereits jetzt aus allen Nähten platzt und im nächsten Schuljahr eine weitere Klasse hinzukommt, sollen im Sommer 2022 mehrere Container für die Viertklässler auf dem Sportplatz aufgestellt werden. Die Kosten betragen rund 125.000 Euro. Laut Verwaltung ist auch eine Unterbringung im Gasthaus Sextro, Pfarrheim und Kita geprüft worden, aber die Räume seien für die Zwecke nicht geeignet.

Eine Containerlösung während der zweijährigen Bauphase kommt hingegen nicht in Betracht. Da sind sich Verwaltung und Politik einig. Grund sind vor allem die hohen Kosten. Sie würden sich bei einer Unterbringung des kompletten Schulbetriebs auf etwa 2 Millionen Euro belaufen. „Das ist das Minimum, was zu rechnen wäre. Tendenz eher nach oben“, sagt Fachdienstleiter Hendrik Lammers.

Alle Kinder sollen Platz in den Bussen haben

Deutlich günstiger ist der vorübergehende Umzug in die Gebäude der Liobaschule, die ab Sommer 2023 zur Verfügung stehen. Hier rechnet die Verwaltung mit 58.000 Euro. Die Transferkosten in Höhe von etwa 220.000 Euro würden vom Landkreis Vechta übernommen. Alle Kinder sollen Platz in den Bussen haben und sicher befördert werden. Das hat Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann noch einmal betont.

Die Beförderung ist ein wichtiges Thema für alle Beteiligten. Das ist in der Ausschusssitzung ganz deutlich geworden. Elternvertreterin Susanne Ahlers-Wübbeler zeigt sich überzeugt, dass die Kinder in den Bussen gut aufgehoben sind. Lehrervertreterin Anja Heckmann warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen. Eine Begleitung des Busverkehrs durch Lehrkräfte sei auf Dauer nicht möglich. Hier würden sich Eltern als Lotsen anbieten.

„Wir würden uns freuen, wenn wir in den Übergangsstandort Antoniusstraße gehen könnten, weil wir dort drinnen und draußen einfach Platz haben.“Ulrike Binder, Leiterin der Marienschule Oythe

Die Lehrkräfte der Marienschule Oythe begrüßen die Entscheidung der Stadtverwaltung. „Wir würden uns freuen, wenn wir in den Übergangsstandort Antoniusstraße gehen könnten, weil wir dort einfach Platz haben“, erklärt Schulleiterin Ulrike Binder. Sie habe von Kollegen der Alexanderschule und Martin-Luther-Schule gehört, wie gut sie mit ihrer aktuellen Übergangslösung zufrieden seien.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD), selbst im Ortsteil Oythe wohnhaft und als vierfacher Vater direkt betroffen, sieht in dem vorübergehenden Umzug die besten Bedingungen für die Kinder. Auf einer Baustelle wäre es sehr schwierig. Mit Blick auf die vorliegenden Erweiterungspläne ist er überzeugt: „Die Schulgemeinschaft kann sich auf ein sehr gutes Lernumfeld freuen. Wir werden in Oythe eine ganz tolle Schule bekommen.“

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