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Das Virus ist noch da

Thema: Der Campingplatz in der Krummhörn - Wer Menschen vor dem Virus schützt, ist kein Diskriminierer. Courage ist das, was wir in Zeiten von Corona brauchen - und Solidarität.

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Auf dem Campingplatz Dyksterhus in der Gemeinde Krummhörn traut man sich noch was. Der Besitzer verlangt doch tatsächlich von den Gästen, die auf seinem Platz campen wollen, dass sie die Coronavirus-Warnapp der Bundesregierung auf ihrem Handy haben - und wird dafür in den sozialen Medien als Diskriminierer gescholten.

Bei ihrer Einführung im Juni war es tatsächlich eine der Forderungen, dass das Vorhandensein der Corona-Warnapp nicht zur Bedingung zum Beispiel für das Betreten eines Restaurants oder einer Behörde gemacht werden darf. Seine Forderung sei aber der Versuch, dazu beizutragen, dass die Zahl der Coronavirus-Infektionen nicht weiter explodiere, nicht nur die Gäste sondern auch die eigenen Kinder zu schützen, begründet der Campingplatzbetreiber sein Verlangen.

Unerlaubter Widerstand? Deutschland im Sommer 2020: Man trifft kaum noch Menschen mit Mund-Nasen-Schutz - selbst dort, wo er eigentlich vorgeschrieben ist. Sicherheitsabstände einhalten - gibt es die eigentlich noch? Die Menschen feiern, und je später der Abend, desto eher fallen die Hemmungen. Man reist ins Ausland und bringt gefährliche Souvenirs mit. Egoismus, Unvernunft, Dummheit? Die Infektionszahlen steigen wieder.

Kant sagt: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt." Auf Corona bezogen muss das heißen: Die Freiheit des Einzelnen findet dort ihre Grenze, wo andere infiziert werden könnten. In der Krummhörn leben Couragierte, keine Diskriminierer. Es bräuchte viel mehr Menschen wie den Campingplatzbetreiber.

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