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Corona-Hotline des Landes überlastet

700.000 Anrufe gingen binnen einer Stunde bei der Hotline ein. Noch mehr Senioren allerdings riefen an, um sich einen Impftermin zu sichern. Der Frust im Landkreis Vechta ist daher groß.

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Symbolfoto: dpa

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Schlechter hätte der Start nicht laufen können: "Bad Gateway" erhielt ein Impfpate aus Vechta morgens gleich nach 8 Uhr angezeigt, als er eine 84-Jährige für einen Corona-Termin über das gerade frei geschaltete Impfportal des Landes Niedersachsen anmelden wollte. Auch die Telefonnummer war nicht erreichbar. "Diese Nummer ist nicht vergeben", lautete zunächst die Durchsage. Viele Betroffene aus dem Landkreis Vechta berichten am Donnerstagmorgen von ähnlichen Erfahrungen und reagieren zerknirscht, weil zunächst keine Termine mehr zu bekommen sind.

Niedersachsens Hotline für die Vergabe von Corona-Impfterminen ist wie erwartet mit Anfragen überrannt worden. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Hannover sagte am Donnerstag, allein in der ersten Stunde von 8 bis 9 Uhr seien mehr als 700.000 Anrufe erfasst worden. Die Leitungen waren überlastet. Anrufer berichteten von Schwierigkeiten, durchgestellt zu werden.

Krisenstab hatte mit Überlastung gerechnet, sieht aber keine Alternative

Unter der Nummer 0800/9988665 können Menschen über 80 Jahre, die zu Hause leben, seit Donnerstag um einen Impftermin bitten. Anmeldungen sind auch online unter www.impfportal-niedersachsen.de möglich. Insgesamt leben in Niedersachsen rund 550 000 Menschen über 80 Jahre.

Auf dem Server des Impfportals ging nichts mehr: Die Senioren konnten sich nicht anmelden. Foto: M. NiehuesAuf dem Server des Impfportals ging nichts mehr: Die Senioren konnten sich nicht anmelden. Foto: M. Niehues

Die Landesregierung bat die Anrufer der Hotline um Geduld und darum, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Das Internetportal war erreichbar, allerdings waren am Vormittag keine Termine mehr buchbar. "Wir bedauern, dass aufgrund der großen Nachfrage nach Impfterminen und der äußerst geringen verfügbaren Impfstoff-Menge über das Impfportal derzeit keine Termine mehr buchbar sind", hieß es auf der Webseite. Im Laufe des Tages sollten aber noch zusätzliche Termine angeboten werden.

Wegen der Lieferengpässe bei den Impfstoffen können nach Angaben der Regierung vom Mittwoch in einem ersten Schritt nur rund 15.000 Termine vergeben werden. Über die Hotline können sich die Impfwilligen jedoch auf eine Warteliste setzen lassen. Sie werden dann informiert, sobald wieder Termine frei sind.

Die enorme Nachfrage nach den Impfungen kommt nicht überraschend. Der Corona-Krisenstab hatte damit gerechnet, dass es zu Wartezeiten und technischen Problemen kommen könnte. Man könne jedoch keine Hotline aufbauen, die 200.000 Anrufe am Tag bedienen kann, anschließend aber auf ein deutlich geringeres Maß heruntergefahren werden muss, hatte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag gesagt.

Wichtig: Einwohner im Landkreis Cloppenburg, die über 80 Jahre alt sind, sind von der Terminvergabe des Landes ausgenommen. Denn wie bereits berichtet, führt der Landkreis Cloppenburg ein eigenes Impfprojekt mit dezentralen Angeboten durch – zuletzt in der Lastruper Sportschule.

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