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Cloppenburg hat Bedenken wegen Lidl-Erweiterung

Lidl will seine Verkaufsfläche in Molbergen vergrößern. Das sorgt für Bedenken bei der Cloppenburger Stadtverwaltung.

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Soll abgerissen und neu gebaut werden: Der Lidl-Markt in Molbergen soll künftig 1455 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten. Foto: Schrimper

Soll abgerissen und neu gebaut werden: Der Lidl-Markt in Molbergen soll künftig 1455 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten. Foto: Schrimper

Deutlich mehr Platz zum Einkaufen soll an der Cloppenburger Straße in Molbergen entstehen: Dort soll der Lidl-Markt abgerissen und neu gebaut werden. Die Verkaufsfläche läge dann bei rund 1455 Quadratmetern – bislang sind es 1050 Quadratmeter.

Auch der benachbarte Getränkemarkt „Hol’ Ab!“ will sich von 445 Quadratmetern auf 500 Quadratmeter erweitern. Eine Erweiterung auf 40 Quadratmeter samt Modernisierung plant auch die Bäckerei Burrichter. Wie das beauftragte Büro BBE Handelsberatung GmbH errechnet hat, ist aufgrund dieser Maßnahmen eine jährliche Umsatzsteigerung von rund 2,7 Euro zu erwarten.  

Im Rathaus in Cloppenburg haben die Pläne jedoch „erhebliche Bedenken“ ausgelöst. Man fürchtet, dass Kaufkraft verloren geht, wenn noch mehr Cloppenburger als bisher zum Einkaufen nach Molbergen fahren könnten. Schon heute nutze ein „nicht unwesentlicher Bevölkerungsanteil“, vor allem aus den Ortsteilen Galgenmoor, Vahren und Ambühren/Schmertheim das benachbarte Einkaufsangebot, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung. „Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der Einzelhandelsstandort beidseits der Cloppenburger Straße mit nunmehr 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche einem Mittelzentrum mit circa 8973 Einwohnern entspricht.“ Aus Sicht der Stadtverwaltung lautet die Antwort ganz klar: Nein.

Keine "zentrenschädlichen Auswirkungen"

Das sieht man in Molbergen anders: Laut BBE würden durch die Erweiterung rund 300000 Euro weniger pro Jahr in Cloppenburg ausgegeben. „Daraus lässt sich in keiner Weise eine Gefährdung des zentralen Versorgungsbereiches Innenstadt, des Nahversorgungszentrums Osterstraße/Höltinghauser Straße sowie anderer für die wohnortnahe Grundversorgung wichtige Angebotsstandorte ableiten“, heißt es.

Rund 1,4 Millionen Euro des nahversorgungsrelevanten Kaufkraftpotenzials flössen ohnehin an Wettbewerbsstandorte außerhalb der Gemeinde ab – in erster Linie in das Mittelzentrum Cloppenburg. „Zentrenschädliche Auswirkungen“ seien durch die Molberger Erweiterungspläne demnach nicht zu erwarten. In der Molberger Ratssitzung am Montag betrachtete Andreas Unnerstall, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, die von der Cloppenburger Stadtverwaltung geäußerten Bedenken angesichts der Analyse von BBE als „vollständig widerlegt“. Der Rat folgte bei der Aufstellung des zugrundeliegenden Bebauungsplanes „Einzelhandel Am Waldeck“ dieser Einschätzung und sprach sich einstimmig für die Pläne aus.

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