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462 Mal die klare Forderung: Lkw raus aus dem Ort

Die "Bürgerinitiative 49434 Neuenkirchen-Vörden" hatte nur knapp 2 Wochen Zeit. Am Dienstag übergab sie eine von vielen Bürgern unterstützte Bürgereingabe an Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen.

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Da ist die Eingabe: Susanne Laumann-Borcherding übergab sie zusammen mit den Unterschriften an Jürgen Rolfsen (2. von links), genau beobachtet von den Ratsmitgliedern Karlheinz Rohe (links) und Andreas Frankenberg. Foto: Lammert

Da ist die Eingabe: Susanne Laumann-Borcherding übergab sie zusammen mit den Unterschriften an Jürgen Rolfsen (2. von links), genau beobachtet von den Ratsmitgliedern Karlheinz Rohe (links) und Andreas Frankenberg. Foto: Lammert

Exakt 462 Unterschriften in zirka 2 Wochen: Die "Bürgerinitiative 49434 Neuenkirchen-Vörden" hat mit ihrer Forderung in Form einer Bürgereingabe, den Schwerlastverkehr aus dem Ortskern Neuenkirchens zu verbannen und wegen mehr Verkehrssicherheit von Radfahrern und Fußgängern Maßnahmen zu ergreifen, offenbar den Nerv vieler Bürger getroffen.

Am Dienstag überreichten Vertreter die Listen mit den Namen der Unterzeichner an den Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters und Bauamtsleiter, Jürgen Rolfsen. Anwesend waren auch Vertreter der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppen sowie amtierende und designierte Mitglieder des Vechtaer Kreistages. Das sei ein Zeichen dafür, wie wichtig auch die örtliche Politik das Anliegen der Bürger nehme, hieß es.

Die setzen sich unter anderem ein für ein innerörtlichen Lkw-Durchfahrtsverbot mit Ausnahme des Anlieger- und Lieferverkehrs, für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf maximal Tempo 30, für regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, für 2 Fußgängerüberwege und für Fußgängerschutzbügel dort, wo Fahrzeuge wegen der Enge der Fahrbahn auf den Gehweg ausweichen.

Rolfsen: Bürgereingabe verleiht Forderungen Nachdruck

Jürgen Rolfsen erklärte, für die Umsetzung der Forderungen sei der Landkreis als Verkehrsbehörde zuständig. Die Gemeindeverwaltung rede aber schon seit Längerem mit den Verantwortlichen im Kreishaus. Die Bürgereingabe verleihe den Forderungen aus Neuenkirchen-Vörden zusätzlichen Nachdruck.

Jutta Kramer und Susanne Laumann-Borcherding von der Bürgerinitiative sagen, die Gemeinde habe nun die größtmögliche Unterstützung der Bürger für die Gespräche mit dem Landkreis erhalten. Wenn jetzt nichts geschehe, würden die Bürger zum einen auch zum Kreishaus fahren und zum anderen ein Bürgerbegehren starten.

"Ein Bürgerbegehren schaffen wir auch."Susanne Laumann-Borcherding, Bürgerintiative

Dafür bedürfe es allerdings mehr als der gesammelten 462 Unterschriften. Dennoch zeigte sich Susanne Laumann-Borcherding optimistisch: "Ein Bürgerbegehren schaffen wir auch."

Und Karin Landau, die zu den Unterzeichnern der Bürgereingabe gehört, erklärte: "Wir werden weiterkämpfen. Notfalls stehen wir jeden Dienstag auf der Matte."

Mit Blick auf die Zahl der gesammelten Unterschriften für den Bürgerbescheid zeigte sich Sascha Kramer, der die Bürgerinitiative mit initiiert hat, zufrieden. Er habe mit 200 bis 250 Unterzeichnern gerechnet. Er habe von niemanden, den er auf die Bürgereingabe angesprochen habe, Widerspruch gehört.

Verwaltung hält Verkehrsbelastung ebenfalls für zu hoch

Jürgen Rolfsen erklärte nach der Entgegennahme der Bürgereingabe, die Gemeindeverwaltung und die Bürger seien einer Meinung hinsichtlich der viel zu hohen Verkehrsbelastung.

2 Ursachen für die seien der 6-streifige Ausbau der Autobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Bramsche sowie die Großbaustelle Engler im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark. Wenigstens sei die Sperrung der Landesstraße zwischen Vörden und Damme beendet, so dass ein Teil der Lkw wieder diese Strecke befahre.

Bürger sind in Sorge wegen Sanierung von Landesstraße

Allerdings befürchtet die Bürgerinitiative schon in Kürze wieder erheblich steigende Lkw-Zahlen im Ortskern. Denn das Land plane, die Landesstraße von Vörden nach Bersenbrück im Bereich der Stickteichsiedlung zu sanieren. Der Bauamtsleiter sagte dazu, die Arbeiten sollen am 18. Oktober starten und zirka 2 Wochen dauern.

"In der Ortslage passen Lkw nicht auf die Straßen."Jürgen Rolfsen, Bauamtsleiter

Weiter erklärte Jürgen Rolfsen: "Wir bemühen uns an allen Fronten. In der Ortslage passen Lkw nicht auf die Straßen." Die Verwaltung habe inzwischen auch mit Unterstützung der Bürgerinitiative einiges auf den Weg gebracht, wie etwa die Ausweisung von Tempo-30-Zonen im Neuenkirchener Ortskern und vor der Oberschule.

Zudem habe die Verwaltung mehrere Straßen im Raum Vörden gesperrt, um Schleichverkehre zu verhindern und so eine Beschädigung der Fahrbahnen vorzubeugen.

Mit dem Landkreis Vechta diskutiere die Gemeinde über eine bessere Ausschilderung des Heerweges als Umgehungsstrecke. Letztlich sei der Landkreis zuständig für die Ausschilderungen, so auch für das von der Bürgerinitiative geforderte Durchfahrtsverbot für Lkw im Ortskern, betonte der Amtsleiter.

"Da muss die Gemeinde viel mehr Druck machen."Klaus Kramer, Wiesentalsiedlung

Klaus Kramer aus der Wiesentalsiedlung griff die Verwaltung in dem Zusammenhang scharf an. "Da muss die Gemeinde viel mehr Druck machen. Die Behörde entscheidet teilweise nach Gutsherrenart."

Karin Landau kritisierte, es sei ein Unding, dass Schulkinder teilweise die Gehwege nicht sicher nutzen könnten, weil Fahrzeuge auf diese ausweichen. Zudem fehle ein Fußgängerüberweg auf der Bergstraße in Höhe des K + K-Marktes, bemängelte Lisa Haakmann.

Lebhafte Debatte: Zahlreiche Bürger, unter ihnen auch Ratsmitglieder, trafen sich zur Übergabe der Unterschiftenlisten vor dem Neuenkirchen-Vördener Rathaus. Foto: LammertLebhafte Debatte: Zahlreiche Bürger, unter ihnen auch Ratsmitglieder, trafen sich zur Übergabe der Unterschiftenlisten vor dem Neuenkirchen-Vördener Rathaus. Foto: Lammert

Der Neuenkirchener Ulrich Kettler, der ebenso wie Helmut Steinkamp aus Bieste für die CDU dem nächsten Vechtaer Kreistag angehören wird, teilte den Vertretern der Bürgerinitiative mit, die beiden Politiker hätten mit dem neuen Landrat Tobias Gerdesmeyer, der ab dem 1. November im Amt ist,  über die Problematik im Ort gesprochen. Er habe zugesagt, sich für die Interessen der Bürger einzusetzen, könne das aber aufgrund der rechtlichen Regelungen nicht alleine entscheiden.

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