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180 Menschen solidarisieren sich in Cloppenburg mit Iran-Protesten

Die Integrationslotsen hatten zu der Kundgebung in der Innenstadt aufgerufen. Mit dabei waren auch Silvia Breher (CDU) und Stephan Christ (Grüne). Einige Frauen ließen sich vor Ort Haare abschneiden.

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"Politische Gefangene im Iran werden gehängt": Die Tanzgruppe "Hoda Reihani" trat während der Kundgebung auf. Foto: Niemeyer

"Politische Gefangene im Iran werden gehängt": Die Tanzgruppe "Hoda Reihani" trat während der Kundgebung auf. Foto: Niemeyer

Sie legen die iranischen Flaggen wie eine Schlinge um den Hals, neigen ihre Köpfe zur Seite und schließen ihre Augen. "Politische Gefangene im Iran werden gehängt", sagen die vier Frauen der Tanzgruppe Hoda Reihani. Am Samstag (29. Oktober) machten sie in Cloppenburg darauf aufmerksam, wie erbarmungslos das iranische Regime mit den Iranerinnen und Iranern umgeht, die ihre Stimme erheben.

180 Menschen versammelten sich am Samstagnachmittag in der Cloppenburger Innenstadt und zeigten sich solidarisch mit den Iranerinnen und Iranern, die bei den Protesten in ihrem Land aktuell ihr Leben riskieren. Die "Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg e.V." um die Exil-Iranerin und Molbergerin Mina Amiry hatten zuvor zu der Solidaritätskundgebung aufgerufen. 

Einige Frauen ließen sich aus Solidarität vor Ort eine Haarsträhne abschneiden, darunter auch die Ukrainerin Marianna Bezhnat. Als ukrainische Frau fühle sie sich mit den iranischen Frauen verbunden, sagt sie auf Nachfrage. Sie sei gegen Regime wie das im Iran oder das in Russland. 

Breher: Wichtig, auch in Cloppenburg Signal zu senden

"Frau, Leben, Freiheit", rufen viele Besucherinnen und Besucher der Kundgebung immer wieder. Arezoo Mohadjeri hatte die Parole zuvor angestimmt. "Die Iranerinnen gehen auf die Straße und kämpfen für die Freiheit, die wir für selbstverständlich halten", sagt die Oldenburgerin. Es handele sich bei den Protesten im Iran um eine Revolution. Mohadjeri hielt die erste Rede und moderierte die Veranstaltung anschließend.

Foto: Niemeyer
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Auch die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Cloppenburg/Vechta, Silvia Breher (CDU), nahm an der Kundgebung teil und hielt eine Rede. "Es geht nicht um ein Kopftuch, es geht um das iranische Regime", sagte sie. Breher lobte den Mut der Menschen im Iran, die bei den Protesten nicht nur ihre eigenes Leben riskierten, sondern auch das ihrer Familien. Es sei wichtig, auch "hier in Cloppenburg" ein Signal zu setzen und die Stimme der Protestierenden zu verstärken.

Weiter sagte Breher, es sei nun die Aufgabe der Bundesregierung, der feministischen Außenpolitik nicht nur Worte sondern auch Taten folgen zu lassen. Breher forderte härtere Sanktionen, etwa ein Einreiseverbot für Unterstützer des iranischen Regimes. Auch sollten deren Vermögen eingefroren werden.

Von einer Menschenrechtskrise im Iran sprach Günter Kannen, Gruppensprecher von Amnesty International in Cloppenburg. Das iranische Regime setze auf Folter, die Todesstrafe und außergerichtliche Hinrichtungen. Amnesty habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. "Das darf keine Zukunft haben in unserer Welt", sagte Kannen.

Eine symbolische Haarsträhne: Einige Frauen ließen sich vor Ort als Zeichen der Solidarität mit den Frauen im Iran Strähnen abschneiden. Foto: NiemeyerEine symbolische Haarsträhne: Einige Frauen ließen sich vor Ort als Zeichen der Solidarität mit den Frauen im Iran Strähnen abschneiden. Foto: Niemeyer

Er forderte die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf, sich für einen unabhängigen UN-Untersuchungsausschuss einzusetzen. Man müsse alle Hebel in Bewegung setzen, um Menschenrechte durchzusetzen.

Das iranische Regime lebe von Angst, sagte der Landtagsabgeordnete Stephan Christ (Grüne). Inzwischen aber müsse es selber Angst haben vor den jungen Menschen, die dort auf die Straße gehen. "Wie hier in Cloppenburg müssen an ihrer Seite stehen", sagte er. Jede Frau habe des Recht selbst zu entscheiden, wie sie ihre Haare trägt oder welche Kleidung sie anzieht. Abschiebungen in den Iran müssten gestoppt werden, forderte Christ.

Zum Abschluss der Kundgebung bildeten die Besucherinnen und Besucher eine Menschenkette und ließen weiße Luftballons steigen. 

Frau, Leben, Freiheit“: Arezoo Mohadjeri aus Oldenburg moderierte die Veranstaltung. Foto: Niemeyer„Frau, Leben, Freiheit“: Arezoo Mohadjeri aus Oldenburg moderierte die Veranstaltung. Foto: Niemeyer

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