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Yeziden gedenken der Opfer des Völkermordes 2014

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden damals 10.000 Yeziden ermordet und 7000 Frauen und Kinder entführt. In Cloppenburg und Vechta kamen Menschen zu Kundgebungen zusammen.

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Gedenkfeier: Der „Deutsche-Yezidische Kulturverein“ erinnerte in Cloppenburg an die Opfer des Völkermordes.    Foto: Hermes

Gedenkfeier: Der „Deutsche-Yezidische Kulturverein“ erinnerte in Cloppenburg an die Opfer des Völkermordes.    Foto: Hermes

Der zahlreichen Opfer des Völkermordes an den Yeziden am 3. August 2014 hat der „Deutsche-Yezidische Kulturverein“ am Dienstag gedacht. Hintergrund sind die Ermordung und Verfolgung durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ in der Provinz Schingal.

Tausende von Yeziden suchten damals Zuflucht in einem Gebirge, dort wurden sie jedoch eingekesselt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden an diesem Tag über 10.000 Yeziden ermordet sowie über 7000 Frauen und Kinder entführt. Der Völkermord ist offiziell unter anderem von den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament anerkannt.

Neben den Todesopfern wurden rund 600.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, einige von ihnen haben Zuflucht in anderen Ländern gefunden. „Hier im Kreis Cloppenburg leben zurzeit rund 200 Familien“, berichtet Vereinssprecher Lokman Koyun. Die Menschen, die sich nicht durch Flucht nach Syrien, in den Irak oder Europa retten konnten, werden bis heute getötet oder entführt.

Erinnerung an die Verbrechen ist wichtig 

Die Erinnerung daran sei wichtig, noch heute seien viele Frauen und Mädchen in IS-Gefangenschaft. Sie werden vergewaltigt oder weiterverkauft. Andersdenkende würden von den Terroristen zudem verfolgt, versklavt oder umgebracht. „Es ist schrecklich und grauenvoll“, sagt der Vorstand der Gemeinde. Die zahlreichen Besucher entzündeten gestern Kerzen und wiesen mit Plakaten auf die Verbrechen hin. Im Namen des Gemeinde-Vorstandes bedankte sich Koyun bei den Behörden, dass die Gedenkfeier am Pingel Anton stattfinden konnte. „Wir wollen zeigen, dass nie vergessen wird, welche grausamen Taten damals geschehen sind.“

Sie seien froh und glücklich, dass sie in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben. „Wir können in Frieden und ohne Angst leben“, erklärte Koyun. Zudem lobte er Baden-Württemberg. Das Bundesland hatte auf Initiative des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann 1100 jesidische Frauen und Mädchen aufgenommen.

In Vechta versammeln sich 80 Menschen

Im Anschluss an die Gedenkfeier unter freiem Himmel gab es am Nachmittag noch ein gemeinsames Essen im Gemeindehaus in Sevelten.

Auch in Vechta gedachten rund 80 Personen am Montagabend auf dem Europaplatz dem Genozid der Yeziden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, sei die Veranstaltung friedlich und störungsfrei verlaufen.

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