Wie Second-Hand in Damme Litauern hilft
Die Malteser Auslandshilfe in Damme öffnet ihre Kleiderkammer jeden Donnerstag. Zwischen 11 und 16 Uhr können Menschen sehr günstig einkaufen.
Klaus-Peter Lammert | 17.06.2020
Die Malteser Auslandshilfe in Damme öffnet ihre Kleiderkammer jeden Donnerstag. Zwischen 11 und 16 Uhr können Menschen sehr günstig einkaufen.
Klaus-Peter Lammert | 17.06.2020

Engagierte Ehrenamtliche: In der Kleiderkammer arbeiten (von links) Hedwig Manthey, Irina Kopp und Marietta Honkomp. Foto: Lammert
Zwei Frauen sind in Halle 13b auf dem ehemaligen Gerda-Gelände in Damme unterwegs. Sie gehen von Kleiderständer zu Kleiderständer, prüfen Blusen und Hosen mit Kennerinnen-Blick. Schließlich werden sie fündig, zahlen und gehen Shopping-glücklich von dannen. Seit drei Wochen kann donnerstags zwischen 11 und 16 Uhr wieder in Halle 13b eingekauft werden; zuvor galt - wie für viele Einrichtungen - der Lockdown. Nun ist die Kleiderkammer der Dammer Malteser also geöffnet. Der Erlös ist für die Auslandshilfe der Malteser bestimmt. Der Lockdown in Damme dauert in diesem Sonderfall allerdings zehn Wochen länger. Denn es fand eine grundlegende Umgestaltung des Verkaufs statt. Dieses Projekt nahmen Irina Kopp und Marietta Honkomp in die Hand, die seit vergangenem Oktober an der Seite des Kleiderkammer-Urgesteins Hedwig Manthey aus der Dammer Glückauf-Siedlung ehrenamtlich tätig sind. Nachdem Hedwig Manthey, die sich seit 30 Jahren zunächst in der Litauenhilfe und dann in der Auslandshilfe der Malteser engagiert und die Kleiderkammer betreut, ab Ende Oktober wegen einer Erkrankung längere Zeit komplett pausieren musste, ließen Irina Kopp und Marietta Honkomp den Verkaufsbereich in den Wochen nach Weihnachten nachhaltig umgestalten. So baute Waldemar Flach, der Schwiegervater der Holdorferin Kopp, aus ausgedienten Holzspinden aus dem Dersabad offene Spinde, in denen die Kleidung nun gut einsehbar hängt. Andreas Manthey versah die Halle mit einer neuen Beleuchtung. Zudem erhielten die drei Frauen mehrere Kleiderstangen und ausrangierte Metallregale - alles gespendet. Bis dahin lagerten die Sachen auch während der Verkaufszeiten üblicherweise in Kartons, die auf Tischen standen. Neu ist auch, dass jetzt bei der Bekleidung zwischen Sommer- und Winterkollektion unterschieden wird. Früher lag immer beides aus. Das fanden Irina Kopp und Marietta Honkomp nicht optimal. "Die Kunden können sich besser über unser Angebot informieren." "Jetzt ist alles viel übersichtlicher. Die Kunden können sich besser über unser Angebot informieren", sagt Irina Kopp. Hedwig Manthey stimmt ihr zu. Ja, sagt sie, der Verkaufsraum habe deutlich gewonnen. Im Verkaufsraum warten aber nicht nur Kleidung und Schuhe auf neue Eigentümer. Es finden sich auch Spielzeug, Haushaltswaren und Bücher. Alle Waren sind gespendet. Die Annahme erfolgt während der Öffnungszeiten an den Donnerstagen. "Die Sachen sollten gebrauchsfähig und sauber sein", wünscht sich Marietta Honhomp. Nicht immer ist das der Fall. "Etwa 20 Prozent der Sachen sind Ausschuss", berichtet Irina Kopp. Sie und die beiden anderen Frauen sehen sich jedes Stück genau an und entscheiden erst dann, was in den Verkauf kommt und für einen Euro pro Teil feil geboten wird. Über das Angebot informieren sich jedes Mal im Schnitt 25 Kundinnen und Kunden. Hauptsächlich handelt es sich nach Worten Michaela Varenaus, der Dammer Stadtbeauftragten der Malteser, um ausländische Bürgerinnen und Bürger. Die Erlöse aus der Kleiderkammer stellen die Malteser Angela von Grafen von den Holdorfer Maltesern zur Verfügung. Sie unterstützt damit soziale Einrichtungen wie Kinderheime in Litauen, die finanzielle Hilfen benötigen. In dem Zusammenhang erinnert sich Hedwig Manthey noch an die inzwischen eingestellten Hilfstransporte der Dammer Malteser nach Litauen. 1999 rollte der erste, vor etwa zehn Jahren der letzte. Seinerzeit brachten Malteser sowohl Sachen als auch Geld zu verschiedenen Einrichtungen in Litauen. Das ist aber längst Geschichte. Heute setzt die Auslandshilfe der Dammer Malteser ausschließlich auf die Kleiderkammer. Das Arbeiten in dem ehemaligen Militärgebäude ist nicht immer leicht. Es gibt weder fließendes Wasser, noch eine Toilette und eine Heizung. Trotzdem sind Hedwig Manthey, Irina Kopp und Mariette Honkomp in ihrem Engagement nicht zu bremsen. Verkaufsbereich wurde umgestaltet
Alte Freibadschränke dienen als Präsentationsspinde
Warenannahme erfolgt zu den Öffnunsgzeiten

Erster Hilfstransport nach Litauen rollte 1999
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