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Wie ein Projekt der Uni Demenzerkrankten helfen will

Das „Memento-Mobil“ macht Halt in Cloppenburg.

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Erinnerungen aktivieren: Das ist ein Ziel des Projekts „Memento-Mobil“. Foto: Universität Vechta

Erinnerungen aktivieren: Das ist ein Ziel des Projekts „Memento-Mobil“. Foto: Universität Vechta

Das Haus Elfert des Museumsdorfs Cloppenburg ist ein Ort voller Erinnerungen: Der Herd in der Küche, die gehäkelte Tischdecke im Wohnzimmer, die Pril-Blumen am Vorratsschrank und die Deckenleuchte im Badezimmer wecken nostalgische Gefühle. Insgesamt zehn Bewohnerinnen und Bewohner des Pius-Stifts sowie eine Wohngruppe des Stifts sind laut einer Mitteilung der Universität Vechta kürzlich Gäste des studentischen Projekts „Memento-Mobil“ der Uni gewesen, das im Haus Elfert stattgefunden hat.

„Die hatten wir damals auch!“, ruft eine der älteren Damen und deutet bereits beim Betreten auf die Fliesen an der Küchenwand, noch bevor sie ihren Mantel abgelegt hat. Draußen schneit es, während es in den Räumen des Hauses Elfert angenehm warm ist. Die gemütliche Atmosphäre überträgt sich auf die Studierenden des Projekts ebenso wie auf die Seniorinnen und Senioren, die der Einladung an diesem Tag gefolgt sind. An der gedeckten Kaffeetafel im Wohnzimmer herrscht gelöste Stimmung. Bei Gesellschaftsspielen wie „Mensch-Ägere-Dich-Nicht“ oder einem Begriffe-Bingo werden Erinnerungen wach.

Was ist das für ein Projekt? Das Projekt „Memento-Mobil“ besteht aus einer „Wanderausstellung“ für Menschen mit (und ohne) Demenz in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege, heißt es auf der Website der Universität Vechta. Die modular aufgebaute Ausstellung biete vor Ort eine Reise in die 50er und 60er Jahre. In verschiedenen Stationen sollen Erinnerungen geweckt und sensorische Reize angeboten werden.

Foto: Universität Vechta Foto: Universität Vechta

Nachdem das „Memento-Mobil“ in den vergangenen Jahren als mobile Ausstellung verschiedene Alteneinrichtungen besucht hat, können die Studierenden in diesem Semester erneut die Räumlichkeiten des Haus Elfert, eines Siedlungshauses aus den 1950er-Jahren, nutzen. Das Einfamilienhaus gehöre bereits seit 2017 als Außenstandort zum Museumsdorf Cloppenburg. „Wir sind begeistert, dass wir auf diese Weise einen so schönen und authentischen Rahmen für die Erinnerungsarbeit der Studierenden schaffen können“, erklärt Lukas Aufgebauer, Leiter der museumspädagogischen Abteilung des Museumsdorfes Cloppenburg.

Der Ausgangspunkt für die Kooperation zwischen dem Museumsdorf Cloppenburg und der Universität Vechta sind laut Mitteilung studentische Arbeiten, die im Rahmen eines Seminars der Studienfächer Gerontologie (Alterswissenschaft) und Designpädagogik entstanden sind. Die Arbeit mit Originalobjekten sei von besonderer Bedeutung für Menschen mit Demenz, da sie Erinnerungen und Emotionen aktivieren können, die mit bestimmten Gegenständen verbunden sind.

Foto: Universität VechtaFoto: Universität Vechta

Diese Objekte würden als Anker dienen, um frühere Erfahrungen und Geschichten hervorzurufen, erläutern die Seminarleiter Andrea Teti, Professor für Gerontologie, und Traugott Haas, Diplomdesigner, von der Universität Vechta. „Die Interaktion mit vertrauten Objekten fördert die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Interaktion, da sie Gelegenheiten zum Austausch und zur Verbindung mit betreuenden Personen und Angehörigen bietet. Der Einsatz von Originalobjekten kann somit dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu erhöhen."

Um diese positiven Erfahrungen auch anderen Menschen zu ermöglichen, sind laut Angaben der Universität Vechta im kommenden Semester weitere Veranstaltungen des Projekts geplant.

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