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Wie bei Star Wars durch die schreckliche Eiswüste auf Hoth

Kolumne: Freitagabends will doch jeder einfach nur nach Hause. Ich eigentlich auch, doch das Wetter hatte sich quergestellt. Zum Glück gab es einen hilfsbereiten Landwirt.

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Wie vielleicht einige von Ihnen im OM-Medien-Liveticker zum Wintersturm Elli am 8. Januar (Freitag) gesehen haben, hing ein Auto vor der Einfahrt des OM-Medienhauses im Schnee fest. Das besagte Auto gehört natürlich mir. Ein 2003er Mercedes-Benz C180 Kompressor. Die Leserinnen und Leser, die sich ein wenig mit Autos auskennen, wissen, dass ein solches Gefährt nicht für eine Schneedecke von 15 Zentimetern ausgelegt ist.

Dennoch musste ich es versuchen. Der Hinterradantrieb war natürlich noch die Kirsche auf der Sahnetorte. Aber was sollte ich tun? Ich hatte Feierabend und wollte einfach nur auf mein warmes Sofa und einen Film gucken.

Also ging ich durch die Eingangstür des OM-Medienhauses raus in die Eiswelt. Es sah aus, als wäre ich auf dem Eisplaneten Hoth aus Star Wars und – ich übertreibe nicht – müsste gleich Luke Skywalker aus den Fängen eines Wampas befreien – die wahren Star-Wars-Fans wissen, wovon ich rede. Und bevor ich überhaupt in mein Auto steigen konnte, sah ich zwei meiner Kollegen. Der eine festgefahren, noch bevor er vom Gelände runterkam. Der andere beim unmöglichen Versuch, ihn aus dem Schnee zu befreien.

Also kam ich dazu. Der Ritter in der verschneiten Rüstung und half meinen armen Mitmenschen. Da wusste ich noch nicht, dass ich nur einige Minuten später in der gleichen Situation stecken würde – im wahrsten Sinne des Wortes. Also schob ich das Auto im eisigen Schneewind an und befreite das Fahrzeug meines Kollegen.

„Kann also gut möglich sein, dass er die eisige Kälte nicht überstanden hat. Aber so pessimistisch will ich mal nicht sein.“

Nur damit er sich circa 15 Meter weiter direkt wieder in einen Schneeberg festsetzt. Naja... nützt ja nichts. Also nochmal Hand anlegen. Und auch dieser Berg wurde nach einer kurzen Zeit gemeistert. Schließlich fuhr er in die eisige Dunkelheit hinein. Bis jetzt hab' ich ihn noch nicht wieder gesehen. Kann also gut möglich sein, dass er die eisige Kälte nicht überstanden hat. Aber so pessimistisch will ich mal nicht sein.

Endlich konnte ich in mein windgeschütztes Automobil einsteigen. Schlüssel rein. Schlüssel drehen. Hoffen, dass der Motor angeht. Und glauben Sie mir. Ich habe noch nie so schnell in meinem Leben die Sitzheizung aktiviert.

Der Motor ging glücklicherweise an. Als ich und mein motorisiertes Personenbeförderungsmittel endlich bereit waren, loszufahren, und es auch auf den ersten Metern noch ganz gut aussah, drehten die Reifen hinten durch. Long Story short... Ich saß fest.

Die geballte Kraft zweier meiner Kollegen konnte dieses 1,4 Tonnen Monstrum nicht von der Stelle bewegen. Also ging es für mich zurück ins Gebäude. Dort telefonierte mein Kollege mit unserem Chefredakteur und dieser organisierte uns eine Bergung. Alfons Meyer und sein Sohn aus Drantum kamen mit ihrem Trecker zur Hilfe. Und in diesem Sinne noch einmal: Vielen Dank für die großartige Rettung. Ich hatte echt keine Lust, im OM-Medienhaus zu übernachten.


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