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Wer kennt das alte Vortragekreuz?

Beim Abriss der alten Küsterei in Emstek wurde das schwere Exemplar entdeckt. Ob es in der Pfarrgemeinde zum Einsatz gekommen ist, ist bislang nicht bekannt. Hinweise sind erwünscht.

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Ungewöhnlich: Peter Eichfeld kann sich nicht daran erinnern, eine ähnliche Darstellung bei einem Vortragekreuz schon einmal gesehen zu haben. Foto: Eichfeld

Ungewöhnlich: Peter Eichfeld kann sich nicht daran erinnern, eine ähnliche Darstellung bei einem Vortragekreuz schon einmal gesehen zu haben. Foto: Eichfeld

Einen Fahndungsaufruf der ungewöhnlicheren Art startet der Halener Peter Eichfeld über OM-Medien. Er ist mit Fotos eines alten Vortragekreuzes zur Redaktion gekommen und möchte gerne mehr über das große und schwere Exemplar erfahren. Als er es vor wenigen Jahren auf einem Hof in seinem Kirchdorf entdeckte, war immerhin in Erfahrung zu bringen, dass es einst beim Abbruch der alten Küsterei an der Anton-Wempe Straße gerettet wurde.  

Vortragekreuze sind bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt. Mal sind sie klassische Holzschnitzereien, mal sind es prunkvolle, mit Goldblech verkleidete Exemplare. Mit Edelsteinen besetzt, werden sie auch Gemmenkreuze genannt. Bei Prozessionen und Begräbnissen werden sie vorneweg getragen. Damit sie bei großen Wallfahrten auch in der Entfernung noch zu sehen sind, wurden die Kreuze immer größer und auch das von Peter Eichfeld beschriebene Kruzifix schätzt er raumhoch ein.

Kreuz wurde 2004 beim Abriss der Küsterei gerettet

Was dieses Kreuz noch einmal besonders macht: Auf dem eigentlich schlicht gehaltenen Kreuz befindet sich unterhalb des Querbalkens ein geschnitzter Totenkopf, eingerahmt von geschwungenen Ornamenten. So etwas kenne er nicht, meinte Eichfeld im Gespräch mit der Redaktion. Unter anderem deshalb würde er gerne mehr darüber erfahren. Seine Recherchen hatten bislang nur ergeben, dass die alte Küsterei 2004 abgerissen wurde. Damals machte der Bau Platz für den Altersruhesitz des vor wenigen Wochen verstorbenen Pfarrers Aloys Bornhorst. 

Schlicht: Das Kreuz ist ansonsten recht einfach gehalten. Foto: EichfeldSchlicht: Das Kreuz ist ansonsten recht einfach gehalten. Foto: Eichfeld

Heinrich Wingbermühle, Küster in Emstek von 1939 bis 1985, hatte dort bis zu seinem Tod am 24. Juni 1985 gelebt. In seiner Familie liefen die Fragen des Haleners ebenfalls in Leere. Auf dem Dachboden hätten die Kinder damals nicht gespielt und auch keine Kenntnis davon gehabt, was dort gelagert wurde, teilte man ihm mit. Auch mit dem Emsteker Heimatverein hat Eichfeld Kontakt aufgenommen. Die ersten Nachforschungen dort hatten bislang noch keine Ergebnisse geliefert, wie Vorsitzender Markus Meckelnborg auf Nachfrage erklärte. Aloys Deeken war 25 Jahre Kirchenprovisor der Pfarrgemeinde St. Margaretha. Die Beschreibung des Kreuzes ruft in dem 91-Jährigen aber keine Erinnerungen wach. 

Ist ein Kreuz nicht einfach nur ein senkrechter und ein waagerechter Balken, dann ist die bildliche Darstellung des gekreuzigten Jesus damit in der Regel verbunden. Aber es gibt auch abweichende Ausführungen. Ein Kreuz, das mit dem "Auge Gottes" geschmückt ist und aus dem 18. Jahrhundert stammt, wurde im Mai in Wien versteigert. Bei genauerem Hinsehen sind dort stilisierte Schädel zu erkennen.  

In Gemälden findet man häufiger einen Schädel

Den Schädel findet man auch in Gemälden aus unterschiedlichen Epochen wieder. Meistens am Fuß des Kreuzes oder als unscheinbares Beiwerk gibt es mittelalterliche Darstellungen der Kreuzigung, in denen der Totenkopf zu sehen ist. 

Peter Eichfeld würde nur zu gerne wissen, ob sich noch jemand daran erinnern kann, dieses Kreuz bei Prozessionen getragen zu haben. Da es ein ordentliches Gewicht mitbringt, dürfte sich die entsprechende Wallfahrt ins Gedächtnis des Trägers vielleicht gegraben haben.


  • Info: Wer Informationen hat, kann sich an thomas.vorwerk@om-medien.de wenden. Die Nachrichten werden dann weitergeleitet.

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