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"Wenn das einer hat, dann Spils"

Niklas (51) hat den Bedarfshandel in Cloppenburg von seinem Vater übernommen. Der Rentner schaut allerdings fast jeden Tag noch einmal vorbei.

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Niklas Spils. Foto: Hermes

Niklas Spils. Foto: Hermes

„Wenn das einer hat, dann ist es Spils“: Diesen Satz dürften schon so einige Cloppenburger gesagt oder gehört haben. Das Geschäft an der Löninger Straße ist in der Stadt und darüber hinaus bekannt.

Dahinter verbirgt sich Niklas Spils mit seinem Team. Der 51-Jährige hat den Handel von seinem Vater übernommen. „Ich habe hier schon meine Lehre absolviert“, erzählt er. Nach Abitur 1988 und der Bundeswehrzeit nahm er 1992 ein duales Studium auf.

Auf dem Programm standen Betriebswirtschaft an der Uni und die kaufmännische Lehre beim Vater, der auch heute noch nahezu täglich im Geschäft vorbeischaut. Gegründet hatte er es vor 46 Jahren. „Er kann es auch heute nicht lassen, eigentlich ist er seit 21 Jahren in Rente“, erzählt Niklas mit einem Augenzwinkern.

"In den meisten Fällen weiß ich, wo etwas steht"

Zu Beginn gab es hauptsächlich landwirtschaftliche Bedarfsartikel, später kam Berufskleidung hinzu. „Und dann hat sich das immer weiter entwickelt“, so Spils. Heute werde viel Bedarf für den Garten und Wassertechnik für Beregnungsanlagen nachgefragt.

Bei der Nachfrage nach seiner Artikelanzahl zieht Spils kurz die Augenbrauen hoch, lächelt verschmitzt und schaut sich um: „15.000 Artikel haben eine Nummer, aber dann kommen noch etliche dazu. In den meisten Fällen weiß ich, wo etwas steht. Alles hat seinen festen Platz.“ Großkunden bestellen, mit der Laufkundschaft vor Ort gibt es immer einen netten Plausch.

Neben der Arbeit engagiert sich Spils ehrenamtlich, unter anderem ist er seit sechs Jahren Kassenwart beim TuS Emstekerfeld. Zuvor war er im Vorstand des örtlichen Fördervereins. Seit 46 Jahren ist Spils Mitglied beim TuS, das Fußballspielen startete er in der F-Jugend. „Meiner ersten Fußballschuhe hatten nicht einmal Stollen. Ich glaube, dass da drei Spikes drunter waren“, erzählt er und lacht. Bis auf ein Gastspiel bei RW Damme während des Studiums war er immer beim Cloppenburger Ortsteil-Klub aktiv.

Kennt sein Sortiment genau: Niklas Spils weiß, wo die Artikel stehen oder hängen. Foto: HermesKennt sein Sortiment genau: Niklas Spils weiß, wo die Artikel stehen oder hängen. Foto: Hermes

Das ehrenamtliche Engagement sei für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Das gesellschaftliche Leben wäre ohne Vereine viel ärmer. Und das funktioniert nun mal nur über Freiwillige.“ Wenn sich jeder zurücknehmen würde, würden die Strukturen nicht bestehen können.

Eine weitere Leidenschaft ist das Snowboardfahren. Aus dem ersten Winterurlaub vor 21 Jahren ist eine regelmäßige Gruppenfahrt für Familie und Freunde entstanden. „Jedes Jahr fahren wir mit 55 Personen los“, sagt Spils. Gemeinsam mit Ehefrau Anne übernimmt er die Organisation. Dabei steht die Gemeinschaft im Vordergrund, so wird zum Beispiel auch gemeinsam gegessen.

Alle Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer einfach. So wird die Buchhaltung des Öfteren abends im Büro zu Hause erledigt. „Eigentlich soll spätestens um 21 Uhr Schluss sein. Das schaffe ich natürlich nicht immer. Aber ich habe es mir ja selbst ausgesucht“, sagt er und lacht.

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