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Wärmeversorgung will auch Private beliefern

Die Gesellschaft Wärmeversorgung Damme arbeitet an einem Konzept für das neue Wohngebiet "Holter Kapelle".  Unter anderem ist eine Investition in Photovoltaik-Anlagen geplant.

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Neues Projekt: Die Wärmeversorgung Damme möchte auch per Photovoltaikanlage Strom erzeugen. Die Anlage soll eine Leistung von 100 Kilowattstunden haben. Foto: dpa / Stratenschulte

Neues Projekt: Die Wärmeversorgung Damme möchte auch per Photovoltaikanlage Strom erzeugen. Die Anlage soll eine Leistung von 100 Kilowattstunden haben. Foto: dpa / Stratenschulte

Die Gesellschaft Wärmeversorgung Damme (WVD) möchte in Zukunft nicht nur kommunale Liegenschaften mit Strom und Wärme versorgen, sondern auch private. Das erste Projekt soll das neue Baugebiet Holter Kapelle mit dem Kindergartengebäude und den 20 geplanten Wohngebäuden sein. Dazu möchte die Gesellschaft ein zentrales Versorgungskonzept entwickeln. Das teilte Ralf Enneking, seit vergangenem Jahr Geschäftsführer der WVD, bei der von Heiko Bertelt (FDP) geleiteten Sitzung des Wirtschaftsförderungs-, Finanz- und Kulturausschusses mit. Die Ausschussmitglieder gaben dafür grünes Licht. Dem muss nun allerdings noch der Rat zustimmen.

Zudem möchte die WVD – auch dafür benötigt sie noch das Ja des Rates – auf dem Dach des früheren Marienschulgebäudes eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 100 Kilowattstunden samt eines Stromspeichers installieren. Ferner ist dort, dem sogenannten Energiestandort Grüner Weg, auch ins Auge gefasst, zur Ergänzung des Blockheizkraftwerkes eine Wärmepumpe zu installieren, die mit Luft- oder Umweltwärme als Quelle arbeitet.

Insgesamt bezifferte Ralf Enneking die Investitionskosten dafür auf 300.000 Euro. Die möchte die Gesellschaft über Kredite finanzieren. Der Rat soll die Gesellschaft ermächtigen, die Kreditverträge eigenverantwortlich abzuschließen.

Gesellschaft Wärmeversorgung wurde 2013 gegründet

Einen neuen Weg in der Wärmeenergieversorgung hatte die Stadt 2013 eingeschlagen. Der Rat beschloss die Gründung der WVD als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Ihre Bilanzsumme lag im vergangenen Jahr bei 1,3 Millionen Euro, der Umsatz bei 933.000 Euro. 2013 entstanden auch am Westring sogenannte Nahwärmezentralen, die die Wärmeversorgung öffentlicher Liegenschaften am Grünen Weg sowie im Schulzentrum übernahmen. Am Grünen Weg dient nach Angaben der Stadtverwaltung Erdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung, am Schulzentrum klimaneutrales Biomethan.

Im Zuge des Klimaschutzes möchte die WVD nun weitere Anstrengungen unternehmen, um den CO₂-Ausstoß bei der Energieversorgung zu senken. Den gesamten Energiebedarf in der Stadt pro Jahr bezifferte Ralf Enneking auf 300 Millionen Kilowattstunden. Zwischen 1 und 3 Prozent davon decke derzeit die WVD ab. Rund 160 Kilowattstunden stammen aus erneuerbare Energien, von denen wiederum 72 Prozent erzeugt durch Windkraft, 12 Prozent durch Photovoltaik und 6 Prozent durch Biomasse. "Da ist noch Luft nach oben", sagte Ralf Enneking.

Der Standort Grüner Weg produziert derzeit rund 950.000 Kilowattstunden Wärme und 130.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Die Abhängigkeit vom Erdgas an diesem Standort möchte die WVD durch die Photovoltaikanlage deutlich verringern. Das sei ein wichtiger Schritt in Richtung CO₂-Neutralität, sagte Ralf Enneking.

Zentrale am Westring versorgt demnächst auch Hauptschulgebäude

Am Westring produziert die WVD 2,9 Millionen Kilowattstunden Wärme, die unter anderem für das Beheizen der Schulgebäude und der Sporthallen dienen. Das dortige Blockheizkraftwerk habe eine Leistung von 400 Kilowattstunden und speise den Strom ausschließlich ins öffentliche Netz ein. Hier seien aktuell keine Veränderungen geplant, wohl aber Erweiterungen, weil die Zentrale demnächst auch das neue Hauptschulgebäude versorgen muss.

Im Gebiet Holter Kapelle hat die WVD für das Heizen der Häuser eine zentrale Versorgung mit Erdwärme ins Auge gefasst. Strom könnte eine Photovoltaikanlage auf dem neuer Kindergartengebäude erzeugen, sagte Ralf Enneking. Dieser Strom könnte in dem Gebiet verbraucht werden.

Politiker begrüßten das Vorhaben. Andreas Balster (CDU) sprach mit Blick auf das Gebiet Holter Kapelle vom nächsten Schritt. Florian Thamann (Grüne) erklärte, wenn die Stadt weiterkommen wolle, müsse sie sich solche Ziele setzen.

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