Ein wichtiger Pfeiler der mittelständischen Wirtschaft in Niedersachsen und ein Garant für den reibungslosen Zahlungsverkehr für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger seien die Genossenschaftsbanken, betonte Norbert Focks. Damit umriss der 2. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems (AGVR) und Vorstand der Volksbank Süd Emsland eG das zentrale Thema auf einem Parlamentarischen Abend in Hannover. Axel Schwengels, Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, erläuterte die Pläne der European Payments Initiative (EPI). Damit solle eine europäische Alternative zu den US-Giganten PayPal, Google Pay, Apple Pay und Co. aufgebaut werden.
Mit dem 2024 gestarteten Bezahlverfahren Wero gestalteten die Volksbanken und Raiffeisenbanken zusammen mit anderen deutschen und europäischen Banken damit aktiv die Zukunft in dem wichtigen Bereich Zahlungsverkehr. Dies sei wichtig für die europäische Finanzwirtschaft und für die Unabhängigkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Einführung des Digitalen Euros begrüßte Schwengels in diesem Zusammenhang: „Das ist für Europa eine Chance, das bestehende Geldsystem weiterzuentwickeln und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem globalen Finanzmarkt zu stärken.“
Dabei forderte er, den Digitalen Euro als digitales Pendant zum bestehenden Bargeld auszugestalten. Es mache beispielsweise Sinn, ihn in bestehende und zukünftige privatwirtschaftliche Zahlungsverkehrslösungen wie EPI mit ihrem Produkt Wero nahtlos zu integrieren. Das schaffe Mehrwerte für Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Digitale Euro dürfe aber nicht als neues Zahlungsverkehrssystem konzipiert werden, das bestehende und gut funktionierende Strukturen und damit die Finanzstabilität in Deutschland und Europa gefährde. „Das lehnen wir entschieden ab“, so der Verbandsdirektor.
Regulatorik müsse zur Größe der Banken passen
Zudem forderte Focks eine auf die Größe der Banken angepasste Regulatorik. Kleine und mittelständische Finanzinstitute dürften nicht länger wie Großbanken behandelt werden. Dieser regulatorische „Einheitsbrei“ passe für viele Banken nicht, verursache hohe Kosten ohne jeglichen Erkenntnisgewinn. „Wir Genossenschaftsbanken plädieren nicht für eine Regulierung light, aber wir fordern eine angemessene, passgenauere Regulierung“, betonte Focks.
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken seien „gesund und ertragsstark“ aufgestellt, erklärt Focks. Mit dem 2024 erwirtschaften Jahresergebnis von rund 459 Millionen Euro liege man im bundesweiten Vergleich weit oben. Dies schaffe Spielräume, um die Zukunft zusammen mit den Kundinnen und Kunden zum Wohle der Region gestalten zu können. Rund 1,2 Millionen Bankkundinnen und -kunden vertrauten auf die Leistungsfähigkeit der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die mehr als 6300 Mitarbeitende beschäftigten – Tendenz weiter steigend.