Das Austauschprogramm des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) in Cloppenburg ist durchaus groß. Die längste Tradition hat hier der Schüleraustausch mit Polen, auch mit Partnerschulen in Frankreich, den Niederlanden, Italien oder auch Schweden laufen ähnliche Programme. Und perspektivisch möchte man dieses Profil beibehalten, gerne auch noch ausweiten. Darum hat die Schule im vergangenen Herbst einen Antrag auf "Erasmus-Plus"-Akkreditierung gestellt. Und dieser Antrag wurde nun bewilligt, was bedeutet, dass das CAG bis 2027 eine "Erasmus-Plus"-Schule ist.
Das neue an diesem Programm ist, dass es nicht mehr nur einzelne Projekte unterstützt, sondern die Schule insgesamt bei der Internationalisierung. So werden vielfältige Aktivitäten wie Austausche oder Hospitationen von Lehrkräften im europäischen Ausland finanziert. So werden auch die Schüler entlastet, denn die Teilnahme an einem Austauschprogramm kostet Geld. Die Akkreditierung macht es allen interessierten Schülern möglich, teilzunehmen, freut sich Kathrin Korte, die als Lehrerin den Schwedenaustausch mit organisiert. "Wenn man so etwas ohne Unterstützung machen wollen würde, würden sich die Schüler schon allein durch die Kosten selektieren."
Austauschprogramme sind bei Jugendlichen beliebt
Dafür habe sich der Aufwand gelohnt, findet Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen. "Die Antragstellung war für uns eine spannende Zeit und natürlich auch ein administrativer Aufwand." Die Akkreditierung ermögliche es auch, andere internationale Projekte am CAG voranzutreiben. Außerdem gebe sie Planungssicherheit, weiß Martin Liebske, Koordinator Europaschule und verantwortlicher Lehrer für den Frankreich-Austausch. Die Austauschprogramme seien für die Heranwachsenden wichtig: "Gerade in der heutigen Zeit braucht es Begegnung", sagt er. "Es soll aber auch mehr sein, als nur irgendwohin fahren und mal anschauen", ergänzt der ebenfalls für den Schwedenaustausch zuständige Markus Winter.
Die Auslandsaufenthalte sind bei den Schülern sehr gefragt. Zu Recht, findet Kathrin Korte. Denn viele würden dabei selbst innerhalb nur einer Woche eine tolle Entwicklung durchmachen. "Das macht uns auch als Lehrer richtig stolz, wenn das so abläuft." Bei dem Austausch junger Menschen über die Grenzen hinweg entstehen eine Menge Kontakte. "Viele Schüler halten auch nach Schulende weiter Kontakt", erzählt Ovelgönne-Jansen.
Einige Programme müssen neu angeschoben werden
Die Austauschprogramme mit Polen und Italien lägen aktuell ein wenig auf Eis, so die Schulleiterin. Die italienische Partnerschule habe eine neue Leitung, die den Austausch als nicht so wichtig empfinde. Die Zusammenarbeit sei durch die Coronapandemie unterbrochen worden. "Wir wollen aber beide gerne wieder aufleben lassen," betont Ovelgönne-Jansen. Dafür wird der Austausch mit den Niederlanden, der zuletzt nur in Kleinform stattfinden konnte, wieder auf eine Woche ausgedehnt.