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Viel Arbeit bei der Mühle Höltermann: Niederländer bauen neues Wasserrad ein

Insgesamt 105.000 Euro kostet das Projekt, das der Dammer Heimatverein 2015 angestoßen hatte. Erfreulich für die Stadt: Die Europäische Union zahlt davon über das Leader-Programm 46.000 Euro.

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Kompletter Austausch: Bei der Wassermühle Höltermann haben die Mitarbeiter der Firma Vaags unter anderem ein neues Ständerwerk aufgebaut, an dem das ebenfalls neue, aus Stahl und Holz gefertigte Wasserrad aufgehängt ist.  Foto: Lammert

Kompletter Austausch: Bei der Wassermühle Höltermann haben die Mitarbeiter der Firma Vaags unter anderem ein neues Ständerwerk aufgebaut, an dem das ebenfalls neue, aus Stahl und Holz gefertigte Wasserrad aufgehängt ist.  Foto: Lammert

Gehämmert, gesägt und eingepasst wird derzeit in Damme an der Mühle Höltermann. Mitarbeiter der Firma Vaags aus dem niederländischen Groot Wesseldijk haben ein neues Wasserrad und eine neue Welle für dieses grundlegende Bauteil jeder Wassermühle hergestellt. Neu sind auch das Ständerwerk, an dem das Rad aufgehängt ist, und das Gerinne, über das das Wasser auf das Rad fließt.

Am Dienstag hat der Einbau begonnen. Da stand das Wasserrad noch auf einem Anhänger der Firma. Am Mittwoch war es bereits eingesetzt. Allerdings werden die letzten Arbeiten wohl erst nach Ostern beendet sein.

Genau beobachtet Dr. Alfred Lindner, als Mühlenwart des Heimat- und Verschönerungsvereins Oldenburgische Schweiz mit der Betreuung des historischen Gebäudes betraut, das Geschehen. Nach seinen Worten nutzt der Verein die Mühle, die der Familie Höltermann gehört und an die Stadt verpachtet ist, seit 1999 als Museum.

Stadt hat Mühle von Familie Höltermann gepachtet

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatten Vaags-Mitarbeiter – das Unternehmen hatte den Auftrag von der Stadt im Zuge einer beschränkten Ausschreibung erhalten – das während der vergangenen Mühlensanierung 1999 eingebaute und komplett aus Eichenholz hergestellte Wasserrad ausgebaut.

Das letzte Mal hatte es der Mühlenwart zuvor im Oktober in Betrieb genommen. "Es war abgängig", sagt Dr. Lindner. Vor allem die Schaufeln waren im Laufe der Jahre marode geworden.

Neues Wasserrad besteht aus Holz und Stahl

Die Niederländer nahmen das alte Rad mit und bauten ein neues Exemplar mit einem Durchmesser von etwa 3 Metern, dessen innerer Teil mit den Schaufeln aus Stahl besteht und der von Eichenholz eingefasst ist. Außerdem stellten sie eine neue Welle für das Wasserrad her, da die alte ebenfalls nicht mehr verwendbar war. Sie drohte aus der Führung herauszuspringen.

Auch einen neuen Mahlstein brachten sie aus Groot Wesseldijk mit. Der zu ersetzende Stein war gerissen. Er habe das Ingangsetzen des Mahlwerks fast unmöglich gemacht, sagte Wolfgang Friemerding, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Dazu teilte Dr. Lindner mit, der Verein werde den alten Mahlstein vor und die ausgebaute Querwelle in der Mühle platzieren.

Heimatverein stieß Sanierung schon 2015 an

Die Sanierung der Wassermühle hatte der Heimatverein bereits im Jahr 2015 beantragt. Die politischen Gremien der Stadt waren sich einig, dass die Verwaltung für das Vorhaben Fördermittel einwerben sollte. Diese fließen jetzt.

Über das Leader-Programm beteiligt sich die Europäische Union mit 46.000 Euro an den nach dem Haushaltsplan 2020 mit insgesamt 105.000 Euro veranschlagten Kosten. Der Zweckverband Erholungsgebiet Dammer Berge ist mit 22.5000 Euro im Boot.

Sind die jetzigen Arbeiten abgeschlossen, stehe die Mühle wieder gut da, meinte Dr. Lindner. Innen sei sie tadellos, die Balken seien gut erhalten. Da macht es sich offenbar sehr bezahlt, dass er und der zweite Mühlenwart Jürgen Arlt erforderliche Reparaturen nicht auf die lange Bank schieben.

Wesentliche Gebäudeteile stammen aus 1801

Das ist auch deswegen notwendig, weil das heutige Mühlengebäude in wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1801 stammt, aber nach Angaben des Heimatvereins auf seiner Internetseite in einigen Bereichen noch auf Vorgängerbauten bis ins 17. Jahrhundert zurückweist.

Üblicherweise ist die Wassermühle auch als historisches Demonstrationsgebäude zwischen April und Oktober an jedem ersten Sonntag eines Monats geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie bleibt sie aber vorläufig noch geschlossen.

Defekt: Den gerissenen Mahlstein will Dr. Alfred Lindner außerhalb der Mühle lagern. Foto: LammertDefekt: Den gerissenen Mahlstein will Dr. Alfred Lindner außerhalb der Mühle lagern. Foto: Lammert

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