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Verfahren für mehr Biogas in Osterfeine ist auf dem Weg

Die Mehrheit der Dammer Stadtratsmitglieder votierte für die Einleitung des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes und für die Aufstellung eines Bebauungsplanes.

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Mehr Leistung: Statt wie bislang 18.000 möchte die Familie Kruthaup in ihrer Biogasanlage zukünftig 28.000 Tonnen Inputstoffe pro Jahr verarbeiten. Foto: Lammert

Mehr Leistung: Statt wie bislang 18.000 möchte die Familie Kruthaup in ihrer Biogasanlage zukünftig 28.000 Tonnen Inputstoffe pro Jahr verarbeiten. Foto: Lammert

Bei sieben Enthaltungen und einem Nein des CDU-Politikers Heinrich Lehmkuhl hat der Dammer Stadtrat im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der Biogasanlage der Familie Kruthaup in Osterfeine die Verfahren zur erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes auf den Weg gebracht.

In beiden Fällen soll die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit unterrichten und zudem die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange über das Vorhaben in Kenntnis setzen und um ihre Stellungnahmen bitten. Heinrich Lehmkuhl begründete seine Ablehnung mit den Bedenken gegen das Projekt, die ihm gegenüber manche Osterfeiner in den vergangenen 6 bis 8 Wochen geäußert hatten. Sie fürchteten unter anderem steigende Emissionen.

Grüne und SPD sehen noch viele unbeantwortete Fragen

Wegen vieler aus ihrer Sicht noch ungeklärter Fragen enthielten sich die Mitglieder der Fraktionsgemeinschaft Die Grünen/SPD. Jan Runge von den Grünen nannte unter anderem die noch unbekannte Zahl an zusätzlichen Lkw-Fahrten zur Biogasanlage, wenn dort zukünftig 28.000 statt bislang 18.000 Tonnen an Input-Stoffen pro Jahr verarbeitet werden. Zudem sei offen, was mit erzeugter Wärme passiere, für die sich kein Abnehmer findet, und ob tatsächlich die Einspeisung von behandeltem Biogas ins Erdgasnetz möglich ist.

Lukas Runnebaum von der CDU sah die Gefahr, dass bei einem zusätzlichen Bedarf von 5000 Tonnen an nachwachsenden Rohstoffen auf etwa 100 Hektar Fläche mehr Silomais angebaut werden müsse. Das sei angesichts des Flächendrucks, der sich durch die Ausweisung von Grundstücken für Freiflächenphotovoltaikanlagen weiter erhöhen werde, problematisch. Dennoch seien Biogasanlagen in dieser Zeit für die Energieversorgung der Bürger wichtig.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Heiko Bertelt maß den zusätzlichen 100 Hektar für den Maisanbau keine so große Bedeutung bei. Es werde zu keiner Vermaisung der Landschaft kommen. Denn wegen der hohen Energiekosten für die Trocknung von Körnermais gehe er davon aus, dass die Landwirte zukünftig weniger Mais anbauen werden. Es sei richtig, die beiden Verfahren jetzt auf den Weg zu bringen, um sich die Meinung von Fachleuten zu holen und auf dieser Grundlage weiter zu beraten.

Stadt soll Doppelhaus-Grundstücke in Osterfeine anbieten

Befürwortet hat der Rat die Vergabe der Baugrundstücke im Dorfgebiet "Auf dem Kirchesch" nach den vom Rat am 20. März 2021 festgelegten Kriterien. Anhand verschiedener Kriterien bekommen die Bewerber Punkte. Die mit den meisten Punkten erhalten eine Grundstückszusage. Ferner hat der Rat beschlossen, die beiden jeweils 1241 Quadratmeter großen Areale für den Bau von Doppelhäusern mit jeweils maximal zwei Wohnungen öffentlich zum Kauf anzubieten.

Hinsichtlich des Bebauungsplanes für die Östliche Entlastungsstraße, die nach der Fertigstellung von der Borringhauser Straße bis zum Kreisverkehr auf der Steinfelder Straße führen soll, votierten die Politiker für eine erneute öffentliche Auslegung der Unterlagen und die Einschaltung der Behörden und Träger öffentlicher Belange. Nach der ersten Auslegung haben sich Änderungen am Planentwurf ergeben.

Schützenvereine bekommen höhere Zuschüsse

Über einen um 1000 auf 3000 Euro erhöhten Jahreszuschuss der Stadt darf sich ab 2023 jeder der fünf Schützenvereine in Damme freuen. Die Politiker winkten die Beschlussvorlage der Verwaltung durch. Helmut Kampers (CDU), ehemaliger Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Viktor Rottinghausen, verwies auf die große Bedeutung der Vereine, die zusammen rund 3600 Mitglieder zählen. Sie leisteten eine wertvolle Arbeit bei der Pflege des Brauchtums und des Miteinanders von Menschen sowie im Bereich des Schießsports.

Eine weniger erfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Mike Otte (CDU) hinsichtlich des 2. Abschnittes der Sanierung im Dersabad mit dem Neubau der Umkleidekabinen und weiterer Räume. Auf die Stadt kommen mindestens rund 260.000 Euro an weiteren Kosten zu, sodass sich nach dem aktuellen Stand die gesamte Bausumme nun auf rund 1,79 Millionen Euro belaufen wird.

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