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Verdi-Klage dampft erneut einen verkaufsoffenen Sonntag in Vechta ein

Im Rahmen des "Vereinswochenendes" am 4. und 5. September sollten am Sonntag alle Geschäfte in der Stadt öffnen. Ein Kompromiss beschränkt die Verkaufsöffnung jetzt auf Geschäfte in der Innenstadt.

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Nach (fast) überstandenen Corona-Einschränkungen wünschen sich nicht nur die Geschäftsleute wieder eine quirlige Kreisstadt Vechta. Unser Bild entstand anlässlich des Thomasmarktes 2019. Foto: Moin Vechta

Nach (fast) überstandenen Corona-Einschränkungen wünschen sich nicht nur die Geschäftsleute wieder eine quirlige Kreisstadt Vechta. Unser Bild entstand anlässlich des Thomasmarktes 2019. Foto: Moin Vechta

Am vergangenen Donnerstag ging ein Fax des Verwaltungsgerichtes Oldenburg ein, das beim Empfänger, der Vechtaer Marketinggesellschaft "Moin Vechta", für viel Aufregung sorgte. Inhalt der Mitteilung: Die vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft "ver.di" hatte gegen die geplanten Sonntagsöffnungszeiten am 5. September geklagt. Der verkaufsoffene Sonntag war von "Moin Vechta" im Rahmen eines "Vereinswochenendes" am 4. und 5. September beantragt worden.

"Nach schwierigen Vergleichsverhandlungen mit Verdi", so heißt es in einer Mitteilung, habe man die Kernveranstaltung noch "retten" können. Der Kompromiss: Nur die Geschäfte in der Innenstadt öffnen in der Zeit von 13 bis 18 Uhr, die Vereine der Stadt dürfen sich aber auch präsentieren. Allerdings bleiben die Geschäfte in Gebieten außerhalb des engeren Stadtbereiches zu. An der Münsterstraße, der Lohner Straße oder der Falkenrotter Straße bleiben die Läden geschlossen. "Moin Vechta" hat inzwischen eine Karte veröffentlicht, in welchem Bereich Geschäfte geöffnet haben.

Verdi stört die Einbindung der Geschäfte am Stadtrand

Die Telefone zwischen "Moin Vechta", dem Vechtaer Rathaus, dem Verwaltungsgericht Oldenburg und den Anwälten der Gewerkschaft "standen nicht still", berichtet Stadtmarketing-Geschäftsführerin Birgit Beuse. Die Gewerkschaft hatte aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Sonntagsöffnung geklagt und die konzeptionelle Einbindung der Geschäfte an der Stadtperipherie nicht anerkannt. Gegenüber OM Online hatte der für den Handel zuständige Gewerkschaftssekretär Maiko Schulz (Osnabrück) zuletzt stets darauf verwiesen, dass "der Sonntag nicht zum Alltag werden" dürfe: "Das halten die Kollegen nicht durch." Für eine weitergehende Stellungnahme war er zunächst nicht zu erreichen.

"Moin Vechta" musste die Ladenöffnungen für den "Sonntag der Vereine" in der Innenstadt neu beantragen. So können sich aber auch unter den neuen Bedingungen insbesondere im Bereich der Großen Straße weiterhin über 30 Vereine an ihren Ständen und mit einem attraktiven Programm präsentieren.

Vechtas Kaufleute sind sauer, weiß Peter gr. Beilage. Foto: ChowanietzVechtas Kaufleute sind sauer, weiß Peter gr. Beilage. Foto: Chowanietz

Für den Vorstandsvorsitzenden von "Moin Vechta", Peter gr. Beilage, sind Strategie und Verhalten der Gewerkschaft nur schwer verständlich. "Verdi scheint die Pandemie und ihre Auswirkungen, den Überlebenskampf der Innenstädte und den Erhalt des Einzelhandels gerade außerhalb von Großstädten nicht im Blick zu haben. Dabei müsste es doch gerade der Gewerkschaft auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen im stationären Einzelhandel – und damit den von ihren Mitgliedern gehen."

Dass nun der Handel in Vechta bereits zum wiederholten Mal im Fokus der Gewerkschaft stand und mit Klagen überzogen wird, findet gr. Beilage "völlig unfair gegenüber den Händlern in Vechta. Uns sind die Bedingungen für verkaufsoffene Sonntage völlig klar, meinten aber, gute Ideen für die Durchführung dieses Sonntags gefunden zu haben. Aber es darf halt so, wie geplant, nicht sein".

Vechtaer beklagen Wettbewerbsverzerrung

An anderen Standorten aber würden "munter weiter verkaufsoffene Sonntage abgehalten. Das führt zu einer nicht zu akzeptierenden Wettbewerbsverzerrung". Die Ungleichbehandlung mit anderen Orten "macht wütend", heißt es ergänzend in der Mitteilung der Marketinggesellschaft.

Nur in einem eingegrenzten Innenstadtbereich dürfen am Sonntag (5. September) die Geschäfte in Vechta öffnen. Karte: Moin VechtaNur in einem eingegrenzten Innenstadtbereich dürfen am Sonntag (5. September) die Geschäfte in Vechta öffnen. Karte: Moin Vechta

"Moin Vechta" fordert "zur Planungssicherheit für alle Beteiligten gesetzliche Regelungen mit einer verbindlichen Zahl von Sonntagsöffnungen ohne weitere Auflagen". Das "Hin und Her jetzt" sei so nicht akzeptabel, appelliert gr. Beilage an die Politik: "Wir brauchen vernünftige Vorgaben." Nur so könnten alle Beteiligten in Zukunft sicher planen.

Aber auch angesichts der jetzigen Situation werde man "nicht den Kopf in den Sand stecken", versichert der Vorsitzende. Man werde weiter kreativ bleiben, und gerade in Verbindung mit den traditionellen Veranstaltungen wie dem Thomasmarkt weiterhin "tolle Konzepte auf die Straße bringen".

Längst ginge es bei den verkaufsoffenen Sonntagen um mehr "als das bloße Verkaufen". Dass das Vereinswochenende mit dem "Sonntag der Vereine" stattfinden kann, darüber freut sich Peter gr. Beilage sehr, denn "schließlich haben auch die Vereine unter der Pandemie gelitten, konnten mitunter eineinhalb Jahre lang nicht im gewohnten Rahmen agieren. Da ist es schön, dass sie sich am Sonntag nun endlich wieder präsentieren können".

  • Info: Eine Übersichtskarte zum erlaubten Verkaufsgebiet findet sich auch unter www.moinvechta.de.

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