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Universität Vechta bekommt rund 1,5 Millionen Euro für die Digitalisierung

Die "Stiftung Innovation der Hochschullehre" dreht den Geldhahn für die kommenden 3 Jahre auf. Der Einzelantrag zielt auf "virtuell begleitetes Selbststudium im erweiterten Bildungsraum" ab.

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Symbolfoto: dpa

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Die  Universität Vechta erhält etwa 1,5 Millionen Euro für 2 Projekte durch die Förderlinie "Hochschullehre durch Digitalisierung stärken" der "Stiftung Innovation in der Hochschullehre", wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Für die kommenden 3 Jahre gehen 1,1 Millionen an den Einzelantrag "Virtuell begleitetes Selbststudium im erweiterten Bildungsraum". Der Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie der Universität Vechta bekommt etwa 380.000 Euro innerhalb des Verbundantrags "SOUVER@N – Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen". Die Projektlaufzeit startet im August.

"Wir freuen uns außerordentlich über die Förderung der 'Stiftung Innovation in der Hochschullehre'", sagt Universitätspräsident Professor Dr. Burghart Schmidt. Dass die Universität Vechta gleich durch 2 Projekte partizipiere, verdeutliche den Fortschritt der Digitalisierung an der Hochschule. Erkenntnisse aus den vergangenen, durch die Corona-Pandemie geprägten Semestern, könnten unter anderem mithilfe der nun geförderten Projekte positiven Einfluss auf die kommende Lehre haben.

Umfrage zum Online-Lernen in der Pandemie zeigt Notwendigkeit

Die Ergebnisse einer Studierenden- und Lehrendenbefragung an der Universität Vechta zur Onlinelehre unter Pandemiebedingungen legten eine Notwendigkeit offen: Das Selbststudium – also das eigenständige Lernen neben Seminaren und Vorlesungen – sei nicht mehr allein mit dem Campus als Präsenzort in Verbindung zu bringen. Vielmehr ist das Verständnis des Bildungsraums anzupassen. Das Projekt ViBeS ziele darauf ab, ein ganzheitliches Förderkonzept des Selbststudiums zu entwickeln, das den Bildungsraum konsequent in das Virtuelle erweitert und hier auch das soziale Miteinander einschließt.

"Mit dem Vorhaben ViBeS setzt sich die Universität ein ambitioniertes Ziel", erklärt Prof. Dr. Kim Patrick Sabla-Dimitrov, Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Antragsteller des Projektes, welches zusammen mit dem Zentrum für Lehrerbildung und der Zentralen Studienberatung entwickelt worden ist. "Die Gemeinschaftlichkeit durch verstärkte Berücksichtigung des Selbststudiums soll nicht nur das Verhältnis der Studierenden untereinander und zu den Lehrenden bei gleichzeitiger Steigerung der Lernwirksamkeit der Lehr-Lernangebote betreffen. Es soll zu einem konstitutiven Prinzip der Universität als lernender Organisation werden."

Soziales Miteinander im Selbststudium soll mit Mitteln gestärkt werden

Dabei soll der Zusammenhang von sämtlichen, auch informellen Lern- und Gelegenheiten zur Kommunikation berücksichtigt werden. Das übergreifende Ziel von ViBeS bestehe darin, Studierende und Lehrende auf das kompetente, gemeinschaftliche Handeln im erweiterten Bildungsraum vorzubereiten und das Selbststudium im sozialen Miteinander zu verorten.

"Für die Universität Vechta sind die Förderungen ein wunderschöner Erfolg und eine einmalige Chance, die universitäre Lehre grundlegend neu zu denken und bisherige Maßnahmen im Bereich Digitalisierung zu evaluieren", wird Professor Dr. Kim Patrick Sabla-Dimitrov in der Mitteilung zitiert.

Der Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie – unter wissenschaftlicher Leitung von Professor Dr. Martin Schweer – beteilige sich für die Universität Vechta mit einer Schwerpunktsetzung im Bereich der hochschulübergreifenden Evaluation und Wirkungsüberprüfung sowie in der Bereitstellung von didaktischem Support an dem Verbundprojekt, das von der Universität Osnabrück beantragt wurde. Die Zielsetzung ist ein verbundweiter Austausch von Services in den Bereichen der Didaktik, der Rechtsberatung und der technischen Dienstleistungen, um langfristig sowohl die fachliche Wettbewerbsfähigkeit als auch die informationstechnische (Betriebs-)Sicherheit und kommerzielle Unabhängigkeit der Hochschulen zu gewährleisten; es kooperieren 8 niedersächsische Hochschulen und der ELAN e.V.

"Wenn Digitalisierung im Bereich des Lehrens und Lernens zufriedenstellend gelingen soll, ist es wichtig, möglichst alle Beteiligten dort abzuholen, wo sie stehen."Professor Dr. Martin Schweer

Seit 2007 habe der Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie in einer Reihe von geförderten Verbundprojekten die Digitalisierung der Hochschullehre an der Universität Vechta bereits weiterentwickeln können. Der besondere Ansatzpunkt richte sich dabei stets auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, die Lehrende und Studierende mitbringen, so etwa die Medienkompetenzen. Wie auch im schulischen Bereich sei das zentrale Anliegen, dass die Beteiligten in der Breite von den technisch-didaktischen Innovationen profitieren können. "Wenn Digitalisierung im Bereich des Lehrens und Lernens zufriedenstellend gelingen soll, ist es wichtig, möglichst alle Beteiligten dort abzuholen, wo sie stehen", wird Professor Dr. Martin Schweer zitiert.

Im Verbundprojekt SOUVER@N wie auch im Einzelprojekt der Universität Vechta komme diese Perspektive in der begleitenden Wirkungsüberprüfung, der Gestaltung von digitalen Lehr-Lern-Szenarien und dem Schulungs- und Beratungsangebot zum Tragen. "Eine hybride Form der Hochschullehre mit Präsenz- und digitalen Anteilen wird sich auch nach der Pandemie dauerhaft etablieren, dafür ist die Kooperation der niedersächsischen Hochschulen untereinander unerlässlich und ein Verbund wie SOUVER@N so wertvoll", wird Professor Dr. Martin Schweer in der Mitteilung zitiert.

Zukunftsfragen der Gesellschaft stünden als Transformationsprozesse in ländlichen Räumen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer und die gezielte Profilierung in den Bereichen Lehrerbildung, Soziale Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie Kulturwissenschaften befähige die Universität Vechta künftige Generationen, komplexe Herausforderungen in ländlichen Räumen einer globalisierten Welt zu bewältigen.

Fakten zur "Stiftung Innovation in der Hochschullehre" 

  • Die 2020 gegründete "Stiftung Innovation in der Hochschullehre" habe sich zum Ziel gemacht, Innovationen im Bereich des Lehrens und Lernens an Hochschulen zu ermöglichen sowie die Erneuerungsfähigkeit der Hochschullehre insgesamt und kontinuierlich zu stärken.
  • Die Stiftung fördere geeignete Projekte, die an einzelnen Hochschulen verankert seien oder im Verbund umgesetzt würden.
  • Zudem schaffe sie Vernetzungsangebote für die Akteure, unterstützt den Austausch über Projektergebnisse, Erfolge und Herausforderungen und macht gemeinsames Wissen verfügbar.
  • Programm und Förderung der Stiftung sollen somit der gesamten Breite der deutschen Hochschullandschaft zugutekommen. Die "Stiftung Innovation in der Hochschullehre" ist eine Treuhandstiftung in Trägerschaft der gemeinnützigen "Toepfer Stiftung gGmbH".
  • Sämtliche Mittel für Förderung, Programm, Organisation und Verwaltung werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.

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