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Treffpunkt für ein Miteinander: Runder Tisch Lohne feiert 30 Jahre Integration

Seit 1992 setzt sich der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung für ein gesellschaftliches Miteinander ein. Auslöser für die Gründung waren mehrere rechtsextreme Ausschreitungen.

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Blick zurück: Das Führungsduo des Vereins, Kerstin Sommer (links) und Ursula gr. Holthaus, schwelgt in Erinnerungen. Foto: Röben

Blick zurück: Das Führungsduo des Vereins, Kerstin Sommer (links) und Ursula gr. Holthaus, schwelgt in Erinnerungen. Foto: Röben

Als es nach der Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre zu immer mehr rechtsextrem motivierten Ausschreitungen besonders gegen Asylbewerber kam, entschloss sich in Lohne eine Gruppe von Menschen, solchen Taten solidarisch entgegenzutreten. 1992 entstand so der Runde Tisch Lohne für Integration und Völkerverständigung als Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit. In diesem Jahr feiert der Zusammenschluss, der 2006 in einem Verein mündete, sein 30-jähriges Bestehen.

Seit geraumer Zeit setzt sich Ursula gr. Holthaus für Integration in der Stadt Lohne ein. Einst als Schulleiterin, seit 2014 als Vorsitzende des Runden Tisches. "Wir wollen mit dem Runden Tisch erreichen, dass es ein friedliches Zusammenleben gibt", erklärt sie ihre Motivation. Dieses Engagement wurde unter anderem 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Eines ihrer Herzensprojekte sind die Hauspatenschaften. Dabei unterstützen Lohner Bürger Geflüchtete bei alltäglichen Fragen. Die Paten treten als Fürsprecher auf und sollen Berührungsängste nehmen.

Der Runde Tisch bemüht sich auch sonst in vielfältiger Weise um ein gutes Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zugezogenen. Beispielsweise veranstalten gr. Holthaus und ihre Mitstreiterinnen alle 2 Wochen einen internationalen Frauentreff im Industriemuseum. Die stellvertretende Vorsitzende Kerstin Sommer organisiert regelmäßig die "Spiele ohne Grenzen". Zudem gibt es dreimal im Jahr das "Café der Nationen", bei dem Stellvertreter einer Nation die jeweilige Kultur vorstellen. Zuletzt haben sich Flüchtlinge aus der Ukraine präsentiert. "Der Treff ist ein Ort der Begegnung", findet Sommer.

Es gab eine Wiederbelebung des Frauentreffs nach der Corona-Hochphase

Das internationale Frauentreffen ist laut gr. Holthaus ein wichtiges Mittel, um die Migrantinnen zu erreichen. "Hast du die Frauen, hast du die Familie", betont sie. Aufgrund der Pandemie konnten die Treffen eine lange Zeit nicht stattfinden. Vor der ersten Zusammenkunft nach der Corona-Hochphase habe sie sich etwas gefürchtet. "Ich habe gedacht, dass möglicherweise nicht mehr so viele Frauen kommen würden", erzählt sie. "Am Ende kamen sie in Scharen", lacht gr. Holthaus. An diesen Moment erinnere sie sich sehr gerne zurück.

Auch Sommer berichtet von prägenden Erlebnissen. Sie veranstaltet bereits seit vielen Jahren immer in den Sommerferien ein Sprachcamp, in dem Kinder und Jugendliche sich spielerisch der deutschen Sprache annähern. "Immer wieder werde ich noch Jahre später von ehemaligen Teilnehmern angesprochen", erzählt Sommer. "Die jungen Leute haben sich aber meistens körperlich so sehr verändert, dass ich sie nur schwer wiedererkenne."

Unterstützung bekommt der Runde Tisch bei den Aktionen von vielen Seiten. So besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt. Auch zu anderen Vereinen und Organisationen wie dem Art.Lab, dem Industriemuseum, dem Jugendtreff, den Ludgerus-Werk oder Amayaspor Lohne pflegt der Verein eine enge Beziehung. "Netzwerkarbeit ist hier alles", stellt gr. Holthaus heraus. Ein gutes Netzwerk sei von enormer Bedeutung, um allen ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen, erklärt sie.

Im Dezember ist eine Weihnachtsbäckerei geplant

Eine Aktion, auf die sich die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin besonders freuen, ist die Weihnachtsbäckerei am 4. Dezember (Sonntag). Hier kann jeder Interessierte kommen, sein Lieblingsgebäck backen und den Gästen anbieten. "Die Weihnachtsbäckerei ist offen für alle", stellt gr. Holthaus heraus.

Neben solchen besonderen Veranstaltungen leistet der Runde Tisch auch andere regelmäßige Hilfsangebote, wie eine Sprechstunde. Bei dieser unterstützen die Ehrenamtlichen bei allen möglichen Fragen und Problemen im Bezug auf das alltägliche Leben. Laut der Vorsitzenden würde dieses Angebot sehr gut angenommen werden.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens lädt der Runde Tisch am Sonntag (6. November) in das Industriemuseum ein. Um 15 Uhr beginnt die Veranstaltung mit Kaffee und Kuchen. An dem Nachmittag möchte der Verein besonders auf die vergangenen 6 Jahre zurückblicken, da der Runde Tisch in dieser Zeit aufgrund der Flüchtlingskrise einen großen Aufschwung bekommen hat. Gr. Holthaus verspricht eine lockere Veranstaltung ohne offizielle Reden, bei der das Zusammenkommen im Fokus stehe.

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