THW Cloppenburg leistet über Weihnachten über 1000 Einsatzstunden
Die Hochwasserlage hat dazu geführt, dass es für viele ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks keine entspannten Weihnachtstage gab. Immerhin gibt es jetzt kurz Zeit zum Durchschnaufen.
20.000 Sandsäcke: Die Kräfte des THW machten gemeinsam mit Unterstützung der Kreisfeuerwehr die ganze Nacht durch. Foto: THW Cloppenburg
Entspannte Feiertage – wer wünscht sich das nicht. Doch für zahlreiche Einsatzkräfte, viele davon ehrenamtlich unterwegs, wurde daraus nichts. Denn die Hochwasserlage auch in der Region hielt sie ordentlich auf Trab. So teilt das Technische Hilfswerk (THW) Cloppenburg mit, dass seine Helfer an den Weihnachtstagen rund 1260 Stunden im Einsatz waren. „Die durchgehende Einsatzbereitschaft der Helfer ist beeindruckend. Ich habe mich mit meinem Stellvertreter Jan Bohmann abgewechselt, um einmal durchatmen zu können“, erklärt Sebastian Luttmer, Zugführer des THW Cloppenburg.
Schon am 23. Dezember kam die Bitte um Hilfe von der Feuerwehr Emstek, um eine überflutete Hofstelle zu sichern. Am Heiligen Abend selbst gab es drei weitere Einsätze. Es wurde ein Gebäude gesichert, das durch einen umgestürzten Baum einsturzgefährdet war. Darüber hinaus war der Stab des THW bei verschiedenen Lagebesprechungen aktiv, um die Hilfsorganisationen des Landkreises zu unterstützen. In der Nacht zum 1. Weihnachtstag rückte das THW mit der fast gesamten Pumpleistung nach Essen aus, da das Pumpwerk am Nadamer Bach ausgefallen war.
Schier endloses Sandsackbefüllen
Am Morgen des 2. Weihnachtstages brachen in Löningen und Essen an einigen Stellen die Dämme. Auch hier half das THW Cloppenburg mit mehreren Einsatzfahrzeugen aus. Gleichzeitig wurde der Leitungs- und Koordinationsstab (LUK) des THW Cloppenburg aktiviert. Der LUK unter Leitung von Manuel Klammt organisiert die gesamten Einsätze und ist Ansprechpartner für die technische Einsatzleitung des Landkreises.
Im Laufe des Dienstags (26. Dezember) ging es für die Helfer dann daran, am Standort Hohe Tannen Sandsäcke zu befüllen und zu verpacken. Abends gab es noch Unterstützung von 100 Leuten der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Zusammen arbeiteten sie nicht nur die ganze Nacht durch, sondern bis zum frühen Nachmittag des Folgetages. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es wurden 350 Kubikmeter Sand in insgesamt 20.000 Sandsäcke und 40 Big Packs – besonders große Behälter – verfüllt. „Die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehrbereitschaft und dem THW war unglaublich gut. Selbst spät in der Nacht wurden Säcke im Sekundentakt befüllt.“, zeigt sich Heiner Albers, Ortsbeauftragter des THW Cloppenburg, zufrieden.
Unterstützung in Meppen
Doch auch nach der kräftezehrenden Arbeit über viele Stunden hinweg war noch nicht Schluss. Die Weihnachtsfeiertage waren zwar vorbei, der Einsatz aber noch nicht. Am Donnerstag (28. Dezember) wurde das THW erneut alarmiert, um die Logistik für den Transport der vorbereiteten Sandsäcke an die Einsatzstellen sicherzustellen. Insgesamt wurden dabei 15.000 Sandsäcke und 30 gefüllte BigBags an die Einsatzstellen im Landkreis Cloppenburg und in Meppen transportiert. Die letzten Helfer kamen erst am Freitag (29. Dezember) früh morgens zurück.
Genug Bedarf: Die Sandsäcke wurden im gesamten Landkreis und in Meppen verteilt. Foto: THW Cloppenburg
Schon seit Tagen ist auch der Drohnentrupp des Cloppenburger THW gemeinsam mit Kräften der Kreisfeuerwehr damit beschäftigt, in Löningen die Deiche abzufliegen, um der Einsatzleitung einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen. Als wäre das nicht schon genug, gab es am Freitagmorgen direkt den nächsten Einsatz. Um 4.30 Uhr machte sich der technische Zug mit 19 Cloppenburger Einsatzkräften auf den Weg nach Meppen, um dort bei der Verteidigung der Deiche zu helfen.
"Wir hoffen, dass es jetzt ruhiger bleibt."
Heiner Albers, Ortsbeauftragter THW Cloppenburg
Mittlerweile sind die Ehrenamtlichen aber wieder zurück, erklärt Heiner Albers gegenüber OM-Online. Der Bedarf im Emsland sei aktuell nicht mehr da. Die Lage sei insgesamt etwas ruhiger geworden. Albers gibt zu, dass er und seine Kameraden sich die Weihnachtstage durchaus anders vorgestellt hatten. "Wir hoffen, dass es jetzt ruhiger bleibt. Aber wir stehen parat, falls sich die Lage wieder zuspitzt."
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