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Stiftungsvorstand Pelster: "Wir wollen und werden die Geburtshilfe in Cloppenburg erhalten"

Zurzeit arbeite man laut Cloppenburgs Klinikchef Andreas Krone daran, weiteres Personal im Bereich der Hebammen zu gewinnen. Erste Erfolge mit Teilzeitkräften könnten sich kurzfristig ergeben.

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Stiftungsvorstand: Ulrich Pelster. Foto: M. Niehues

Stiftungsvorstand: Ulrich Pelster. Foto: M. Niehues

Ein klares Bekenntnis zur Geburtenstation am Cloppenburger St.-Josefs-Hospital hat Ulrich Pelster gegenüber OM-Online geäußert. "Wir wollen und werden die Geburtshilfe am Leben halten", so der Vorstandsvorsitzende der Schwester-Euthymia-Stiftung. Auch Klinikchef Andreas Krone bekräftigte dies nochmals.

Zurzeit arbeite man laut Krone daran, weiteres Personal im Bereich der Hebammen zu gewinnen. Erste Erfolge mit Teilzeitkräften könnten sich kurzfristig ergeben, man wolle zudem auch Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Zu den Anreizen gehörten selbstverständlich auch eine bessere Bezahlung. "Priorität ist, dass der Kreißsaal immer geöffnet ist", so Krone weiter. Dies zeige auch die Kooperation des Krankenhauses mit der Hochschule Osnabrück samt Bachelorstudiengang "Hebammenwissenschaft".

Schließung von Kreißsälen sei ein bundesweites Problem

Wie es nach der Teilschließung des Kreißsaals im Juli und August weitergehen soll, würden die kommenden Wochen zeigen. "Wir arbeiten am Zuwachs von Personal", erklärt Krone. Die Hoffnung, den Betrieb ab September wieder voll aufnehmen zu können, sei sicherlich da und berechtigt. "Eine Garantie kann man aber noch nicht geben", sagte Pelster. Bei der Suche nach Personal wies Pflegedirektor Wilfried Schlotmann noch auf die Schließung der Hebammenschulen zum Ende des Jahres hin. Weil die Ausbildung zu einem Studium verändert wurde, fehlen in den kommenden 3 Jahren die Absolventen.

Die Schließung von Kreißsälen sei laut Pelster ein bundesweites Problem, dies liege fast immer am Mangel an Hebammen. Gerüchten und Befürchtungen einer Verkleinerung des Versorgungsangebotes in Cloppenburg trat Pelster entgegen. "Der Standort steht selbstverständlich nicht zur Disposition. Das Krankenhaus ist ein sehr guter Grund- und Regelversorger mit überregional bedeutsamen Leuchttürmen", so der Vorstandsvorsitzende. Unter anderem nannte er hier die Gefäßchirurgie. Die Eigenversorgungsqoute im Einzugsgebiet liege bei rund 55 Prozent. "Es wäre schön, wenn wir diese noch erhöhen könnten."

„Der Landkreis könnte hier zwischen den Einrichtungen moderieren, wir sind bereit für eine engere Zusammenarbeit.“Stiftungsvorstand Ulrich Pelster

Zur Forderung der Kreis-SPD nach einer Teilkommunalisierung könne er sich nicht äußern, so Pelster. Nur so viel: Er sei skeptisch und letztendlich müsste sich auch der Stiftungsrat mit solch einem Thema befassen. Gleichzeitig lobte der Vorstandsvorsitzende den Landkreis Cloppenburg für sein finanzielles Engagement bei den Investitionskosten. Auch stehe er Kooperationen mit den Krankenhäusern in Löningen und Friesoythe offen gegenüber. "Der Landkreis könnte hier zwischen den Einrichtungen moderieren, wir sind bereit für eine engere Zusammenarbeit".

Krankenhaus-Geschäftsführer: Andreas Krone. Foto: Timo Lutz WerbefotografieKrankenhaus-Geschäftsführer: Andreas Krone. Foto: Timo Lutz Werbefotografie

Unterdessen führe das neue Krankenhausgesetz laut Krone nicht zu einer anderen wirtschaftlichen Situation der Häuser, hier müsse die Landes- und Bundespolitik weitere Verbesserungen einführen. Der Anspruch für Cloppenburg sei jedenfalls die Kategorie der Schwerpunktversorgung. Ob dies bei einer möglichen Einführung zum Jahresbeginn 2023 schon erreicht werden könne, müsse man abwarten. "Wir liegen aber bereits deutlich über der Grund- und Regelversorgung", sagt der Klinik-Geschäftsführer.


Der Kommentar zu diesem Thema von Oliver Hermes (Reporter):

Das klare Bekenntnis zur Geburtenstation in Cloppenburg haben die Verantwortlichen des Krankenhauses geäußert, das ist eine gute Nachricht. Hieran werden sie sich in den kommenden Wochen und Monaten aber auch messen lassen müssen. Positiv ist, dass erste Bemühungen und Veränderungen für Neueinstellungen offenbar fruchten. Der Fachkräftemangel kann allerdings nicht der alleinige Grund sein, denn unter dem selben Träger scheint es diese Probleme im Vechtaer Krankenhaus nicht zu geben...

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