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St.-Pius-Stift für Verdienst ums Plattdeutsche ausgezeichnet

Die Cloppenburger Einrichtung erhält als erste im Oldenburger Land die Plakette "Hart to Hart op Platt". Das Konzept wird als beispielhaft gelobt.

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Die besondere Auszeichnung wird überreicht: (von links) Ute Reckemeyer, Roswitha Osterbrink, Matthias Hermeling und Susanne Nölting. Foto: Kessens

Die besondere Auszeichnung wird überreicht: (von links) Ute Reckemeyer, Roswitha Osterbrink, Matthias Hermeling und Susanne Nölting. Foto: Kessens

Als erste Einrichtung im Oldenburger Land ist das St.-Pius-Stift mit der Plakette "Hart to Hart op Platt" für die Verdienste um die plattdeutsche Sprache ausgezeichnet worden. Zahlreiche Gäste, darunter Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU), wohnten neben den Bewohnerinnen und Bewohnern der Auszeichnung bei, die von Susanne Nölting, Leiterin des Landeszentrums für Niederdeutsch, überreicht wurde.

Der Festakt fand als Abschluss der plattdeutschen Woche in der Einrichtung statt. Rednerinnen und Redner betonten die Wichtigkeit der plattdeutschen Muttersprache und bezeichneten diese als Türöffner in der Pflege. So auch Vorstand Matthias Hermeling, der dem Plattdeutschen eine bedeutende Rolle in der Pflege zusprach. Roswitha Osterbrink, Beauftragte für Niederdeutsch am Pius-Stift, zeigte sich erfreut über die vielen Aktionen, die während der Woche stattgefunden hatten und sagte: "Pius schnackt Platt."

Ein paar Worte auf Plattdeutsch bekam auch Wissenschaftsminister Thümler hin, doch mit einem Schnaps ginge es besser über die Lippen, meinte er. Prompt wurde ihm ein Eierlikör serviert, oder wie er selbst sagte: "Klöten-Köm". Plattdeutsch sei bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern die Muttersprache. "Das gibt einem ein Gefühl von Heimat und entwickelt somit eine Heimatbindung", sagte er. Bürgermeister Neidhard Varnhorn gratulierte im Namen der Stadt und stellvertretend auch für den Landkreis in Anwesenheit des stellvertretenden Landrats Hermann Schröer. "Plattdeutsch ist bodenständig, liebevoll, repräsentiert eine Lebensart und schafft Identität", sagte er.

Plattdeutsch wird als Seelenanker bezeichnet

Susanne Nölting hielt ihre Laudatio komplett auf Plattdeutsch, allerdings sprach sie das "Fehmarn-Platt", was die Festgäste auch in Nuancen hören konnten. Sie nannte das Plattdeutsche einen Seelenanker und warb für eine wissenschaftliche Forschung, wie die Muttersprache Plattdeutsch bei Demenz wirke.

Heinrich Siefer, niedersächsischer Vertreter im Bundesrat für Niederdeutsch, sagte: "Es ist ein guter Tag für das Pius-Stift und für das Plattdeutsche." Menschen in ihrer Muttersprache anzusprechen, zeuge von Wertschätzung. Plattdeutsch rege die Herzen an, deshalb sei der Titel der Auszeichnung "Hart to Hart op Platt" auch treffend gewählt.

In der Pflege könne Plattdeutsch ein Therapeutikum sein und kurativ eingesetzt werden. "Es ist keine Folklore oder Dönkeskram", stellte er klar. Es stecke ein Konzept dahinter. Er hoffe, dass viele Einrichtungen dem Beispiel des Pius-Stifts folgten. Für die Organisation der plattdeutschen Wochen seien viele Helferinnen und Helfer nötige gewesen, sagte Vorstand Hermeling, allen gebühre großer Dank. Ein besonderes Dankeschön richtete er an die Organisatorin und für den Sozialdienst zuständige Mitarbeiterin, Ute Reckemeyer.

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