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St. Marienhospital meldet weitere Corona-Fälle

Im Vechtaer Krankenhaus werden nun zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen. Am Dienstag sollen die ersten Impfungen des Personals beginnen.

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Das Coronavirus hat sich ins Marienhospital in Vechta eingeschlichen. In der geriatrischen Abteilung sind mehrere Patienten und Mitarbeiter infiziert. Eine Reihentestung soll Aufschluss über die Ausbreitung geben. Foto: Chowanietz

Das Coronavirus hat sich ins Marienhospital in Vechta eingeschlichen. In der geriatrischen Abteilung sind mehrere Patienten und Mitarbeiter infiziert. Eine Reihentestung soll Aufschluss über die Ausbreitung geben. Foto: Chowanietz

Die Situation im St. Marienhospital in Vechta ist angespannt. Nach dem Corona-Ausbruch auf der geriatrischen Station sind Mitarbeiter und Patienten besorgt. Sie haben Angst, dass sie sich ebenfalls mit dem Virus infizieren und möglicherweise nahe stehende Menschen anstecken könnten. Geschäftsführer Aloys Muhle, früher selbst als Krankenpfleger im Einsatz, kann die Gefühlslage nachvollziehen: „Wir hoffen, dass wir diese schwierige Situation möglichst bald überstehen.“

Auf der geriatrischen Stationen, wo vor allem ältere Menschen mit akuten und auch chronischen Erkrankungen behandelt werden, herrscht seit dem Wochenende Alarmstimmung. Das Gesundheitsamt des Landkreises Vechta hatte am Samstag gemeldet, dass 9 Patienten und 8 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind. Diese Zahl hat sich nun weiter erhöht, wie die Behörde am Montag mitteilte: „Unter den Neuinfizierten sind 6 Patienten und Mitarbeiter. 3 der Fälle gehen auf die geriatrische Station zurück.“

Erste Lieferung umfasst 258 Impfdosen

Eine gute Nachricht ist, dass an diesem Dienstag endlich die ersten Impfungen im St. Marienhospital über die Bühne gehen sollen. Noch in der vergangenen Woche hatten die Chefärzte einen Brandbrief an das niedersächsische Sozialministerium geschickt, weil die Mitarbeiter bisher nicht berücksichtigt wurden. Nun soll das Krankenhaus in einer ersten Lieferung 258 Impfdosen erhalten, teilte der Geschäftsführer mit.

Hofft auf den Erfolg weiterer Schutzmaßnahmen: Geschäftsführer Aloys Muhle. Foto: M. NiehuesHofft auf den Erfolg weiterer Schutzmaßnahmen: Geschäftsführer Aloys Muhle. Foto: M. Niehues

Die Klinikleitung hat eine Prioritätenliste erstellt, welche Mitarbeiter zuerst gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. Ganz oben steht das Personal der Notaufnahme sowie der Intensiv- und Covid-Stationen. Der Rest der etwa 1400 Personen zählenden Belegschaft muss sich in der angespannten Lage weiter in Geduld üben. „Wann die nächste Lieferung kommt, wissen wir noch nicht“, so Muhle weiter.

Aufschluss über mögliche Neuinfektionen soll unterdessen eine Reihentestung liefern, die am Montag auf der Geriatrie vorgenommen wurde. Dabei seien auch die benachbarten Bereiche der Gebäudeebene, also die Unfallchirurgie und die Kardiologie, einbezogen worden, berichtete der Geschäftsführer. Unterm Strich seien etwa 60 Patienten und etwa 120 Mitarbeiter getestet worden. Mit den Ergebnissen werde am Dienstagvormittag gerechnet.

Alle 1400 Mitarbeiter werden getestet

Die Testungen sollen in dieser Woche auf das gesamte Haus ausgedehnt werden. Am Dienstag und Mittwoch würden sämtliche Mitarbeiter des St. Marienhospitals vorsorglich untersucht, kündigte Muhle an. Dabei handele es sich um insgesamt etwa 1400 Personen. In vielen Bereichen, zum Beispiel die Notaufnahme und die Intensivstation, würden die Klinikmitarbeiter bereits seit Ende November regelmäßig Schnelltests unterzogen.

Seit Ende November werden auch neue Patienten getestet. Seither gilt zudem ein Besuchsverbot, das lediglich über Weihnachten gelockert wurde. Eine Ausnahme stellt der Besuch von Schwerstkranken auf der Intensivstation dar. Auch Väter dürfen zu ihren neugeborenen Kindern. „Das Besuchskonzept wird weiter aufrechterhalten“, so Muhle. Eine Verschärfung gebe es dahin gehend, dass bei Besuchern nun ebenfalls ein Abstrich gemacht werde.

Aufschiebbare Operationen finden nicht statt

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, hat der Krisenstab der Klinik weitere Schutzmaßnahmen beschlossen. Die Geriatrie ist bereits isoliert worden. Nun sollen bestimmte Arbeitsprozesse geändert werden. Das betrifft unter anderem Mitarbeiter, die normalerweise auf mehreren Stationen unterwegs sind. „Mit den Maßnahmen wollen wir umfänglich ausschließen, dass sich weitere Mitarbeiter oder Patienten infizieren“, sagte der Geschäftsführer.

"Wir legen nicht das gesamte Geschehen auf Eis, sondern wägen ab, welche Maßnahmen sein müssen und nicht sein müssen."Geschäftsführer Aloys Muhle

Auch der Klinikbetrieb wird in Teilen eingeschränkt. Vorerst bis Mittwoch sollen sämtliche geplante Maßnahmen, die nicht notfallmäßig sind, ausgesetzt werden. Sogenannte Wahleingriffe sollen nicht stattfinden. Das können zum Beispiel die Operation einer Hüfte, damit verbundene Nachbehandlungen oder auch verschiedene Untersuchungen sein. In dringenden Fällen, etwa die Entfernung eines Tumors, soll es hingegen keinen Aufschub geben.

Wie das Virus in die Geriatrie kam, ist weiterhin unklar

„Wir legen nicht das gesamte Geschehen auf Eis, sondern wägen ab, welche Maßnahmen sein müssen und nicht sein müssen“, betonte Muhle. Die Notfallversorgung werde auf jeden Fall weiterhin stattfinden. Die Menschen können also weiterhin wie gewohnt die Notaufnahme aufsuchen. Auch der Rettungsdienst kann das St. Marienhospital ansteuern.

Durch die zusätzlichen Schutzmaßnahmen soll die Gefahr, dass Menschen das Virus ins Haus tragen, verringert werden. Ziel sei es, so viel Sicherheit wie möglich für Patienten und Mitarbeiter aufrechtzuerhalten, betonte Muhle. Zur Ursache des Corona-Ausbruchs konnte er am Montag hingegen noch nichts sagen. Die Klinik befinde sich in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auf Ursachenforschung. Aufschluss könnte möglicherweise die weitere Bewertung der Testergebnisse liefern.

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