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Sportzentrum an der GSO: Sanierung oder Neubau?

Die Stadt Vechta will ein Fachbüro mit einer Konzeptplanung beauftragen. Am Handlungsbedarf bestehen keine Zweifel, die Mängelliste ist groß.

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Das Sportzentrum an der Geschwister-Scholl-Oberschule kommt in die Jahre. Vor allem im Schwimmbad gibt es diverse Mängel, etwa Verschleißerscheinungen am Hubboden oder Korrosionsschäden an der Stahlkonstruktion. Foto: Speckmann

Das Sportzentrum an der Geschwister-Scholl-Oberschule kommt in die Jahre. Vor allem im Schwimmbad gibt es diverse Mängel, etwa Verschleißerscheinungen am Hubboden oder Korrosionsschäden an der Stahlkonstruktion. Foto: Speckmann

Veraltete Sanitäranlagen, defekte Oberlichter, undichte Decken und Fensterfronten: Es sind nur einige von diversen Schwachstellen im Sportzentrum an der Geschwister-Scholl-Oberschule (GSO). Die Gebäude sind zwar im Laufe der Jahrzehnte immer wieder instand gehalten worden, aber nun steht die Stadt Vechta vor einer zukunftsweisenden Frage: Sanierung oder Neubau?

Der Ausschuss für Jugend und Sport unter dem Vorsitz von Florian Schmedes (CDU) hat sich jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung eine Konzeptplanung erstellen lässt. Ein Fachbüro soll vor Ort untersuchen, welche Maßnahmen am sinnvollsten und wirtschaftlichsten sind. Die Expertise wird mit 20.000 Euro veranschlagt, aber diese Kosten könnten sich durch die Aussicht auf beträchtliche Fördermittel relativieren.

Verwaltungschef sieht Handlungsbedarf

„Was wir jetzt investieren, ist nicht verloren“, versichert Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Für ihn ist es wichtig, dass die Kommune zunächst in Vorleistung geht, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Die Politik brauche verlässliche Daten und Fakten, bevor sie festlege, welcher Weg beschritten werden soll. Dass ein Handlungsbedarf besteht, liegt für den Verwaltungschef schon jetzt auf der Hand.

In den Sporthallen sind in den vergangenen Jahrzehnten schon Fußböden und Dachflächen erneuert worden.   Foto: SpeckmannIn den Sporthallen sind in den vergangenen Jahrzehnten schon Fußböden und Dachflächen erneuert worden.   Foto: Speckmann

Laut Fachdienstleiter Rüdiger Holzenkamp weist das Sportzentrum mittlerweile umfangreiche altersbedingte Mängel auf. Die beiden Sporthallen und das Schwimmbad seien seit dem Bau im Jahr 1975 zwar immer gut in Schuss gehalten worden, etwa durch die Sanierung von Fußböden und Dachflächen. Aber insgesamt müsse etwas gemacht werden, stellt der Diplom-Ingenieur fest.

Besonders kritisch sieht Holzenkamp den aktuellen Zustand des Lehrschwimmbeckens. Der Hubboden zeige Verschleißerscheinungen und falle wiederkehrend aus. Darüber hinaus mache sich die chlorhaltige Luft bemerkbar. Sie habe zu Korrosionsschäden an den Wasserleitungen und der Stahlkonstruktion des Bades geführt. Aus energetischer Sicht bestehe ebenfalls Handlungsbedarf im Sportzentrum.

Stadt Vechta will Fördermittel beantragen

Die Kommune will die Gunst der Stunde nutzen. Im Rahmen der erhofften Städtebauförderung für das „Quartier Antoniusstraße“ ergibt sich die Möglichkeit, für eine Sanierung oder sogar einen Ersatzbau, Mittel aus dem „Investitionspakt Sportstätten“ zu beantragen. Hier könnten Investitionen für den außerschulischen Teil der Nutzung mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Für den schulischen Teil ließen sich Mittel aus der Kreisschulbaukasse beantragen.

Damit im Jahr 2023 ein Förderantrag für das Sportzentrum gestellt werden könne, seien im Vorfeld aber entsprechende Planungen sowie sich daraus ergebende Kostenschätzungen notwendig, so die Stadtverwaltung. Auch deswegen sei es wichtig, in einem ersten Schritt ein fachlich fundiertes Konzept zu erstellen, das sich mit dem Umfang der Maßnahmen auseinandersetzt, betont Bürgermeister Kater.

„Es muss was gemacht werden“, sagt CDU-Fraktionschef Thomas Frilling. Dieser Meinung sind auch die Vertreter der anderen Fraktionen im Ausschuss. Sie heben die Bedeutung des Sportzentrums für Kinder und Jugendliche hervor, auch mit Blick auf das geplante Städtebauprogramm. „Im Rahmen der Quartiersentwicklung ist es sinnvoll, ein Konzept zu erarbeiten“, sagt SPD-Ratsherr Simon Kalkhoff.

„In keinem Fall brauchen wir darüber nachzudenken, dass Sport- oder Schwimmhallen renoviert werden.“Anke Magerfleisch, Leiterin der Geschwister-Scholl-Oberschule

Der ehemalige Ratsherr Norbert Krümpelbeck, der nun als Vertreter des Seniorenbüros im Ausschuss für Jugend und Sport sitzt, unterstützt das Sportangebot für junge Menschen. Aber er weist auch darauf hin, dass die ältere Generation in der Planung nicht vergessen werden dürfe, zumal deren Interessen im „Quartier Antoniusstraße“ eine Rolle spielten. Auch das Sportzentrum müsse seniorengerecht konzipiert werden.

Welche Bedeutung das Sportzentrum für die Geschwister-Scholl-Oberschule besitzt, hat Anke Magerfleisch unlängst bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Städtebauförderung klargemacht. „In keinem Fall brauchen wir darüber nachzudenken, dass Sport- oder Schwimmhallen renoviert werden“, meint die GSO-Leiterin. Wenn es nach ihr geht, gibt es nur eine Lösung: Abriss und Neubau.

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