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Spendenaktionen: Sogar ein Hund hilft den Tieren im Krisengebiet

Nicht nur Menschen müssen unter den Folgen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW leiden. Auch für Haustiere ist die Situation ein Albtraum. Mehrere Gruppen im OM wollen diesen Tieren helfen.

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Mieke tut wieder Gutes: Die Hündin besucht den Raiffeisenmarkt, in dem Finn Schlums, Anna-Christine Krüger und Alex Szymanski die Spendenaktion gestartet haben. Foto: Freiwald

Mieke tut wieder Gutes: Die Hündin besucht den Raiffeisenmarkt, in dem Finn Schlums, Anna-Christine Krüger und Alex Szymanski die Spendenaktion gestartet haben. Foto: Freiwald

Im Raiffeisenmarkt in Vechta geht Mieke am liebsten shoppen. Klar, dort gibt es jede Menge Tierfutter für die Berner-Sennenhündin. "Moin Mieke", ruft Filialleiter Alex Szymanski und gräbt seine Hände in das dichte Fell am Kopf der 7-jährigen Hündin. Mieke hat schon viel Gutes vollbracht. Dank Ihres Herrchens, Gerhard Menninga, der sogar eine Website für Mieke erstellt hat.  Die neuste Aktion von "Use Mieke": Eine Spendenaktion für die tierischen Flutopfer in Rheinland-Pfalz.   

Und so funktioniert die Aktion: Futterspenden für Hunde, Katzen und Pferde können im Raiffeisenmarkt abgegeben oder gekauft werden. Der Raiffeisenmarkt selbst hat auch schon Futter gespendet. Am Montagabend geht die Ware – derzeit im Wert von mehr als 1.000 Euro – nach Cloppenburg zur Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde, der ebenfalls eine Hilfsaktion ins Leben gerufen hat, erklärt Menninga. "Wir haben viele schreckliche Bilder und Videos von Tieren in Not gesehen", begründet Grit Kaap, Vorsitzende des Vereins die Aktion. Hunde hätten auf den Dächern von Autos gekauert, die vom Wasser eingeschlossen gewesen seien. Andere Tiere seien von der Flut mitgerissen worden. Wiederum andere, zeitweilig herrenlose Hunde, Katzen und Pferde  seien in Tierheimen untergekommen. "Das macht uns sehr traurig", sagt Kaap. 

Hilfe für den Klepperhof

Deswegen habe der Verein auch nicht lange gezögert. Die Resonanz sei schon überwältigend gewesen, etliche Spenden seien zusammengekommen. Wer noch Futter spenden möchte, kann dies noch am Samstag zwischen 12 und 14 Uhr am vereinseigenen Hundeplatz tun. Am Montag wollen die Helfer den Bulli nebst Anhänger, den die private Initiative "Heweni" zur Verfügung gestellt habe, beladen. Am Dienstag ist Abfahrt ins Krisengebiet. Alle Spenden sollen an die Andernacher Tiertafel gehen, informiert Grit Kaap. "Die verteilt dann alles an die Hilfsbedürftigen."

Auch in Lohne und Dinklage läuft eine Hilfsaktion für Tiere im Krisengebiet. Die Reiterin Sophia Sawadka hat sie ins Leben gerufen. Auch sie hat in den sozialen Medien Bilder und Videos von Pferden in Not gesehen, buchstäblich weggespült von ihren Weiden, heimatlos, ohne Futter. Da war ihr klar, dass sie helfen muss. Sie hat Stellplätze im Stall ihrer Familie in Kroge angeboten. Und sie sammelt auch Futter – nicht nur für Pferde, auch für Hunde und Katzen. Jede Menge große Heuballen hat sie bereits zusammen.

Zäune und Verbandszeug fehlen

Außerdem fehlt es laut Sawadka an Weidematerial, sprich alles, was für Zäune benötigt wird. "Die Weiden sind alle überspült worden und nicht mehr brauchbar, wahrscheinlich über Jahre hinweg", ist sie sich sicher. Deswegen werde es bestimmt in den kommenden Monaten weitere Transporte ins Krisengebiet geben müssen. "Die ganze Heuernte dort ist praktisch vernichtet." Benötigt werde zudem Verbandsmaterial für die Tiere, denn viele hätten sich bei der Flut verletzt.

"Die Weiden sind überspült worden und nicht mehr brauchbar, wahrscheinlich über Jahre hinweg."Sophia Sawadka (20) aus Lohne, Initiatorin eines Hilfsprojekts für Tiere im Krisengebiet.

Anlaufstelle für alle, die helfen möchten, ist das Reitsportgeschäft Equiva in Dinklage. Dort kümmert sich Mitarbeiterin Jule Hitt um die Spenden, die auch ihr Netzwerk mobilisiert hat, wie sie erzählt. Unter allen Spendern verlost das Geschäft eine kostenlose Reitstunde mit der Dressur-Olympiasiegerin Kristina Bröring-Sprehe und eine kostenlose Springstunde mit Patrick Stühlmeyer vom Gestüt Schockemöhle in Mühlen. 

Der erste Hilfstransport, gesponsert von Schüler Veranstaltungstechnik, soll dann am kommenden Samstag in die Eifel fahren. Ziel ist der Klepperhof, ein Tierschutzhof speziell für Pferde. Der kümmere sich um die weitere Verteilung der Spenden. Ein Lkw wird wohl nicht reichen, sagte Sophia Sawadka. Aber das, findet die 20-Jährige, sei für die Helfer ein Luxusproblem.

Sammeln für Pferde und andere Tiere in Not: Jule Hitt (links) und Sophia Sawadka. Foto: FreiwaldSammeln für Pferde und andere Tiere in Not: Jule Hitt (links) und Sophia Sawadka. Foto: Freiwald

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