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So hilft die Bürgerstiftung Emstek Geflüchteten

Wenn öffentliche Stellen nicht förderverpflichtet sind, springt die Stiftung ein. Dies geschieht unter anderem in enger Abstimmung mit den Schulen.

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Freuen sich über das Ergebnis: Ludger Hüsing (von links), Bernd Kock, Hubertus Aumann, Otto Siemer, Olaf Arlinghaus und Manfred Kellermann. Foto: Vorwerk

Freuen sich über das Ergebnis: Ludger Hüsing (von links), Bernd Kock, Hubertus Aumann, Otto Siemer, Olaf Arlinghaus und Manfred Kellermann. Foto: Vorwerk

Seit 5 Monaten herrscht Krieg in der Ukraine und seither sind Millionen Menschen auf der Flucht. Die Vereinten Nationen melden, dass knapp 5,8 Millionen Frauen, Männer und Kinder in den Europäischen Staaten als Geflüchtete registriert worden sind.

In der Gemeinde Emstek sind es 120. Sie haben ein Dach über dem Kopf, Kleidung und etwas zu essen, doch an manchen Dingen fehlt es, weshalb die Bürgerstiftung der Gemeinde Emstek sich engagiert. Die Mittel, die dafür zur Verfügung stehen, stammen aus zweckgebundenen Spenden. Auf dem Forsythiensonntag sind aus 2 Aktionen über 3000 Euro zusammengekommen und der Verein "Poggenschlatt hilft" hat in dieser Woche den Topf mit weiteren 2500 Euro gefüllt.

Die Summe ist am 1. Mai erwirtschaftet worden, als Getränke und Bratwürste an die Nachbarn und Ausflügler verkauft wurden. Wie immer war der Stand an der Straße "Poggenschlatt" in Bühren aufgebaut und dieses Mal war sogar eine Band am Start. "Rooftop" unterhielt die Gäste mit einem bunten musikalischen Querschnitt aus den vergangenen Jahrzehnten. Seit 2014 gibt es den Verein, der in erster Linie Kinder in Afrika unterstützt. Dieses Engagement wird unverändert fortgeführt, doch die Hilfe in der eigenen Gemeinde war den Aktiven auch wichtig.

Hilfe ist nicht an die Herkunft gebunden

"Wir schauen immer zunächst, ob andere Stellen förderverpflichtet sind", erklärte Hubertus Aumann, Vorsitzender der Bürgerstiftung, bei der Scheckübergabe. Es gibt aber Bereiche, wo sich die öffentliche Hand zurückzieht und dann sei es gut, wenn die Stiftung unkompliziert einsteigen könne. "Wir stehen dabei in enger Abstimmung mit den Schulen, denn die wissen am ehesten, wer etwas braucht." Darüber hinaus gibt es Nachfragen, die sich rund um die Betreuung von Flüchtlingen drehen, wenn beispielsweise im Rahmen von Sprachschulungen oder Integrationsmaßnahmen Fahrtkosten zu tragen sind. "Dabei ist unwichtig, ob die Personen aus der Ukraine oder aus anderen Ländern stammen", betont Aumann.

Brennpunkte gibt es immer und überall auf der Welt. Deshalb hat sich der Verein "Poggenschlatt hilft" gegründet. Aus der Tannenbaumaktion heraus, mit deren Erlös Aktionen vor Ort unterstützt werden, war die Idee gewachsen, auch an anderen Stellen Projekte zu fördern. Die Malawi-Hilfe in Visbek geriet dabei in den Fokus und so wurde eine erste Patenschaft übernommen. Mittlerweile sind es 34 Kinder, die mit den Mitteln aus Bühren die Chance auf Bildung und damit Aussichten auf eine bessere Zukunft haben.

Wasser wurde aus 12 Kilometern Entfernung geholt

Damit die Kinder Zeit für die Schule haben, wurde eine Wasserversorgung vor Ort geschaffen. Vorher sind die Kinder mit einem Krug auf dem Kopf 12 Kilometer bis zum Brunnen gelaufen. Das war zum Überleben wichtiger als der Unterricht.

Mit 10 Euro pro Monat lässt sich für ein Kind in dem afrikanischen Land eine Menge bewegen, denn es sind teilweise Waisen oder Mädchen und Jungen, deren Eltern krank, alt oder einfach nicht mehr in der Lage sind, sich und ihren Nachwuchs zu versorgen. „Für die Kinder, die am Patenschaftsprogramm teilnehmen, ist dies oftmals die letzte Hoffnung. Malawi gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Erde“, erklärte Ludger Hüsing, Vorsitzender von "Poggenschlatt hilft", in einem früheren Gespräch mit der Redaktion. „Wichtig war es uns, dass die Hilfe auch zu 100 Prozent bei den Betroffenen ankommt. Somit hatten wir mit dem Malawi-Verein Visbek einen guten Partner gefunden.“

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