Traditionell und traditionsbewusst hat die jesidische Gemeinde Cloppenburg ihr Neujahrsfest (Çarşema Serê Nîsan) gefeiert. „Möge das neue Jahr Frieden und Liebe in die Familien bringen und das Licht auf allen Wegen scheinen“, wünschte der Vorsitzende der jesidischen Gemeinde, Lokman Koyun, den zahlreichen Jesidinnen und Jesiden, die teilweise in traditioneller Kleidung erschienen waren.
Der Name bedeutet „Erster Mittwoch im Monat Nisan“ und markiert den Beginn des neuen Jahres im jesidischen Glauben. Das Fest steht für die Erschaffung der Welt und den Neubeginn der Natur.
Die Bedeutung dieses Festes sei tief in der jesidischen Schöpfungsgeschichte verwurzelt, berichtet Koyun. Nach jesidischer Überlieferung wurde an diesem Tag die Erde vollendet. Typisch für Çarşema Serê Nîsan sind bunt gefärbte Eier, die das Leben und die Entstehung der Welt symbolisieren.
Schüler können für religiöse Feste vom Unterricht befreit werden
Familien kommen zusammen und besuchen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. In Niedersachsen sind jesidische Feiertage gesetzlich nicht als arbeitsfreie Feiertage anerkannt, jedoch können jesidische Schülerinnen und Schüler für ihre wichtigsten religiösen Feste vom Unterricht befreit werden. „Çarşema Serê Nîsan steht für Hoffnung, Erneuerung und Frieden – Werte, die Menschen verbinden“, sagte Koyun.