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So fällt die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta für das Jahr 2025 aus

Die Gesamtkriminalität sinkt, die Aufklärungsquote steigt erneut. Allerdings verzeichnen die Beamten auch einen Anstieg bei häuslicher Gewalt und Angriffen mit Messern. Hier geht es zur Übersicht.

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Symbolfoto: dpa

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Das Oldenburger Münsterland ist und bleibt sicher: Das geht aus der veröffentlichten Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta für das Jahr 2025 hervor. Die Gesamtkriminalität in den Landkreisen Cloppenburg ist demnach weiter gesunken; die Aufklärungsquote ist erneut gestiegen. Das teilen die Beamten am Mittwoch (18. März) mit.

„Ich freue mich darüber, dass wir im Oldenburger Münsterland nach wie vor in einer sehr sicheren Region leben“, wird Inspektionsleiter Hendrik Vieth in der Pressemitteilung zitiert. „Die Entwicklung der Kriminalitätsbelastung (Taten pro 100.000 Einwohner) ist immer ein wichtiger Indikator für die Sicherheit in unserer Region. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, nochmals gesunken“, so Vieth weiter. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta gehörten damit zu den sicheren Landkreisen in Niedersachsen.

„Umso mehr erschrecken mich insbesondere die Entwicklungen im Bereich der Messerkriminalität und der häuslichen Gewalt“, wird Vieth weiter zitiert. Denn die Zahlen sind in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen.

Kurze Fakten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik fürs Oldenburger Münsterland:

  • Die Gesamtzahl der Straftaten ist erneut um 2 Prozent gesunken.
  • Die Aufklärungsquote ist weiter gestiegen.
  • Die Inspektion verzeichnet einen Rückgang in fast allen Deliktsbereichen.
  • Die Kriminalitätsbelastung sinkt: Die sogenannte Häufigkeitszahl (Taten pro 100.000 Einwohner) liegt bei 3902 und damit auf dem zweitniedrigsten Stand der vergangenen 10 Jahre.
  • Häusliche Gewalt bleibt allerdings ein Problemfeld.
  • Messerangriffe stehen im Fokus der Statistik.

Hier gibt es einen Überblick über die einzelnen Bereiche:

Rückgang der Gesamtfallzahlen der Straftaten: Die Gesamtfallzahlen sind nach dem historischen Tiefstwert aus dem Jahr 2021 (12.018) unter Pandemieumständen mit 12.624 Taten auf den zweitniedrigsten Wert der vergangenen 10 Jahre gesunken. Dies sind 267 Taten (- 2,07 Prozent) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 64,35 Prozent (2024) auf 65,55 Prozent (+ 1,19 Prozentpunkte) gestiegen.


Ein Blick in einzelne Deliktsbereiche: Im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gehen mit 4427 Taten die meisten Fallzahlen auf den Bereich der Diebstahlsdelikte (2024: 4665) zurück und bilden einen prozentualen Anteil von 35,07 Prozent. Darauf folgen mit 2521 Taten (2024: 2509 Taten) Delikte im Bereich der sonstigen Straftaten mit einem prozentualen Anteil von 19,97 Prozent. Hierunter fallen Delikte wie beispielsweise Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche. Mit einem prozentualen Anteil von 18,57 Prozent und 2344 Fallzahlen stellen die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit den drittgrößten Deliktsbereich dar. Vermögens- und Fälschungsdelikte (2334 Taten) haben einen Anteil von 18,49 Prozent an der Gesamtkriminalität.


Straftaten gegen das Leben: Zu diesen Kapitaldelikten zählen unter anderem Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. Im Vergleich zum Vorjahr (11) registriert die Polizei hier sechs Taten bei 100 Prozent Aufklärungsquote.


Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Dieser Bereich umfasst sämtliche Straftaten des Sexualstrafrechts in Deutschland. Auszugsweise sind hier Straftaten wie sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung und Kinderpornografie genannt. Im Vergleich zum Vorjahr (464) sind die Zahlen bei konstant hoher Aufklärungsquote (93,81 Prozent) mit 420 Fällen im Jahr 2025 leicht gesunken.


 Entwicklung bei den Rohheitsdelikten und den Straftaten gegen die persönliche Freiheit – Messerangriffe im Fokus: Unter diesem Deliktsfeld sind Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit zu verstehen, einschließlich Bedrohung und Nötigung. Für das vergangene Jahr verzeichnet die Polizei 2344 Taten (2024: 2434). Das entspricht einem Rückgang von 90 Taten bei einer Aufklärungsquote von 92,28 Prozent.

Starker Anstieg von Messerangriffen

Die Zahl der Angriffe mit Messern ist allerdings deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 registrierten die Beamten bereits 51 Taten mit dem Tatwerkzeug Messer. Im Folgejahr stieg die Zahl um 31 Taten auf 82 an. Trotz einer hohen Aufklärungsquote von 92,68 Prozent bleiben gerade bei Körperverletzungsdelikten und Bedrohungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird, ein ernstes Problem.


Anstieg der Fallzahlen bei Wohnungseinbruchdiebstählen: Für das Jahr 2025 registrierte die Polizei 214 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls. Dies sind 60 Fälle mehr als im Vorjahr. Davon blieben allerdings auch 78 Taten beim Versuch (2024: 52). Nach mehreren Jahren des Rückgangs sei hier wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Die dunkle Jahreszeit und günstige Bedingungen, unter anderem nicht geleerte Briefkästen, auf Kipp stehende Fenster oder fehlende soziale Kontrolle innerhalb der Nachbarschaft, erleichterten es Täterinnen und Tätern, unbemerkt in Häuser oder Wohnungen einzubrechen. Gleichwohl zeigt die Anzahl der Versuchstaten, dass viele Wohnungen, beziehungsweise Gebäude mittlerweile besser gesichert seien und bei der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Einbruchprävention vorhanden sei.


Gewalt gegen Polizeibeamte: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Inspektion in diesem Deliktsbereich zwar einen Rückgang der Fallzahlen um 19 Taten (2024: 79/2025: 60) – allerdings bleiben die Zahlen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die Opfer eines Angriffs wurden, auf erschreckend hohem Niveau (2024: 188/2025: 170). Besorgnis erregend sei auch der Anstieg leicht verletzter Einsatzkräfte von 18 (2024) auf 34 (2025). Schwer verletzt wurde laut Mitteilung niemand.


Erneuter Anstieg der Fallzahlen im Bereich häusliche Gewalt: Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in den Kreisen Cloppenburg und Vechta 933 Fälle mit 911 Opfern von „Häuslicher Gewalt“. Im Jahr 2024 waren es 840 Fälle mit 830 Opfern. Von den 911 Opfern waren 669 Personen weiblich und 242 männlich. Während die Delikte im Kontext familiärer Konflikte mit 299 Fällen gleich blieben, stiegen die Fälle von Gewalt in (Ex-) Partnerschaften von 490 auf 563 Fälle an. Ein Opfer verlor 2025 dabei sein Leben.

„Die PKS macht dieses Phänomen zwar sichtbar, bildet aber bekanntlich nur das sogenannte Hellfeld ab. Das Dunkelfeld liegt deutlich höher. Und hinter jeder Zahl, beziehungsweise jedem Fall, steht ein Opfer von Gewalt.“

Lars Zengler, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes

„Die PKS macht dieses Phänomen zwar sichtbar, bildet aber bekanntlich nur das sogenannte Hellfeld ab. Das Dunkelfeld liegt deutlich höher. Und hinter jeder Zahl, beziehungsweise jedem Fall, steht ein Opfer von Gewalt“, sagt Lars Zengler, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. „Daher hat die Verhütung und Bekämpfung von (Ex-)Partnerschaftsgewalt in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weiterhin höchste Priorität“, so Zengler weiter.


Kinder- und Jugendkriminalität: Die Anzahl der Fälle, zu denen Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige oder Beschuldigte ermittelt wurden, ist im Berichtsjahr 2025 leicht angestiegen und liegt bei nun bei 995 Fällen (2024: 948). Der Anstieg sei insbesondere im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften zu sehen (2024: 84/2025: 92/+ 9,52 Prozent) Zudem gab es laut Mitteilung einen Anstieg bei Fällen sexueller Belästigung (2024: 2/2025: 8). Auch im Kontext der Diebstahlsdelikte verzeichnet die Inspektion mit 3,75 Prozent einen leichten Zuwachs bei den Taten (2024: 267/2025: 277). Erfreulich hingehen sei der Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten (2024: 202 / 2025: 192/- 4,95 Prozent) und Fällen von Nötigung und Bedrohung (2024: 55/2025: 48/- 12,73 Prozent) zu beobachten.


Fazit und Ausblick: Das Oldenburger Münsterland sei und bleibe eine sichere Region. Die hohe und steigende Bereitschaft zur Gewaltausübung bei offensichtlich gleichzeitig sinkender Hemmschwelle sei allerdings auch im Oldenburger Münsterland ein ernst zu nehmendes Phänomen. „Gewalt in Partnerschaften, beziehungsweise Ex-Partnerschaften in ihren unterschiedlichsten Formen, gegenüber Polizei- und Rettungskräften und Angriffe mit Messern sind durch nichts zu rechtfertigen“, wird Inspektionsleiter Hendrik Vieth zitiert. „Daher setzen wir nach wie vor alles daran, solche Delikte mit allen Mitteln konsequent zu bekämpfen.“


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