Eigentlich hätte das Löninger Quartett sich am kommenden Wochenende zu einer zünftigen Jubiläumsfeier treffen wollen. Denn der Skatclub der vier Männer feiert Jubiläum. Er wurde auf einer Busfahrt an Karfreitag vor 35 Jahren auf der Fahrt zwischen Löningen und Emmen gegründet. Damals, 1986, waren die vier Gründungsmitglieder mit ihren Partnerinnen auf einem Betriebsausflug, zu dem Joop van Ammers, der Betreiber des „Löninger Freizeitzentrums“ (FZ), sein Bedienpersonal und deren Anhang am Karfreitag zum Ausflug und zum Chinesisch-Essen eingeladen hatte.
„Unterwegs hatten wir Langeweile und wollten Doppelkopf spielen, doch ich konnte nur Skat, so haben wir zu viert gereizt und die Geber haben schon damals ausgesetzt und für die Getränke gesorgt“, berichtet Guido Teschner von der Geburtsstunde der danach beginnenden regelmäßigen Treffen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: „Sobald wir uns wieder treffen können und sich die Situation entspannt hat, werden wir die Feier zünftig nachholen“, kündigen Franz-Josef Kühne und Teschner an.
Freundschaften entwickelten sich
Sie erzählen von ihren Aktivitäten und davon, wie sich aus den 14-täglichen Treffen Freundschaften nicht nur zwischen den Männern, sondern auch den Ehefrauen entwickelt haben. Dritter im Bunde ist Stefan Anneken. Das Quartett vervollständigt Uwe Schone, der sich seit fast fünf Jahren nahtlos in die Runde eingepasst hat, nachdem Gründungsmitglied Bernd Middendorf verstorben war.
„Unsere Treffen sind fester und wichtiger Bestandteil unseres Lebens, die wir auf keinen Fall missen möchten“, betont Kühne. Der 63-jährige pensionierte Polizist hat ausgerechnet, dass die vier mindestens 850 Abende zusammen beim Kartenspielen verbracht haben. In der Regel beginnt das Treffen um 19.30 Uhr. Abschluss soll um 23 Uhr sein, „Wir sind aber weder in dieser Frage noch beim Spielen selbst dogmatisch und pochen auf Regeln“, betont Teschner. Beide heben hervor, dass man wegen des Spiels noch nie gestritten habe.
Natürlich werde regelkonform gespielt, aber die Skatspielern im Gegensatz zum Doppelkopf-Akteuren häufig nachgesagte Pingeligkeit beim Einhalten der Regeln sei ihnen fremd. Wer falsch bedient habe, könne die Karte natürlich ohne Aufregung zurücknehmen. Erklärtes Ziel sei eine feucht-fröhliche Runde, die aufgrund des Charakters und weil man sich gut kenne und möge, auch ohne viel Alkohol möglich sei. „Wir haben uns immer noch nach 35 Jahren viel zu erzählen, nicht nur die Neuigkeiten aus den jeweiligen Orten, in denen wir leben, es ist nie langweilig“, so Kühne.
"Wir führen eine vorzeigbare Ehe"
„Was das angeht, führen wir vier eine vorzeigbare Ehe“, so Kühne. Der tat es dann auch keinen Abbruch, als drei der Akteure in ihren Vereinen in Wachtum, Lodbergen und Löningen die Schützenkönigswürden errangen, aber keine Skatthrone gebildet werden konnten. „Wir wollten das eigentlich, es hat sich aber anders entwickelt“, so Kühne. Aus der Spielgemeinschaft seien vieljährige Freundschaften entstanden, die nicht nur die Männerrunde vereine, sondern auch die Frauen. Das erleichtere natürlich die Akzeptanz der Spielabende in den Familien. Ebenso wie die beiden Abende, an denen sie ihre Frauen zum Essen einladen.
Denn die Einsätze von 25 bis 30 Euro pro Abend landen im gemeinsamen Topf, aus dem dann die Restaurantbesuche finanziert werden. Seit einigen Jahren sei es auch gar nicht mehr so schwierig, wenn der Abend mal länger dauere. Hatte man sich in den ersten Jahren dienstagabends zum Skatdreschen und gegenseitigen Reizen stets reihum bei zwei Akteuren in der Küche und den beiden anderen im Wohnzimmer getroffen, so wechselten sie später auf den Donnerstag. Der Hintergedanke sei gewesen: Nur noch einen Tag arbeiten. Doch dieses Problem haben sie inzwischen zur Zufriedenheit aller gelöst. Skatabend ist jetzt am Freitag als Auftakt zum Wochenende. „Das ist noch schöner“, so Teschner.