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Sechs Omikron-Fälle im Landkreis Vechta

Die neue Variante des Corona-Virus ist nun auch vor Ort nachgewiesen. Alle Personen hatten den doppelten Impfschutz. Gesundheitsamtsleiterin Guhe erwartet im Januar eine "dramatische Entwicklung".

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Am 26. November 2021 hatte die WHO die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.529 als besorgniserregende Variante mit der Bezeichnung Omicron eingestuft. Symbolfoto: dpa/ZUMA Press Wire/Chang

Am 26. November 2021 hatte die WHO die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.529 als besorgniserregende Variante mit der Bezeichnung Omicron eingestuft. Symbolfoto: dpa/ZUMA Press Wire/Chang

Im Landkreis Vechta sind sechs Fälle von Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus bestätigt. Das gab Landrat Tobias Gerdesmeyer am Donnerstag bekannt. Gesundheitsamtsleiterin Sandra Guhe sagte: Alle sechs betroffenen Personen hätten den vollen Impfschutz. Fünf von ihnen hätten zweimal das Biontech-Vakzin verabreicht bekommen. Die weitere Person zweimal den Impfstoff von Moderna.

Das zeige, dass die Booster-Impfung "ganz, ganz wichtig ist". Betroffen ist nach Angaben von Guhe eine vierköpfige Familie aus Vechta, wie Labor-Analysen ergaben. Ursächlich sei der externe Arbeitgeber eines Familienmitglieds in Bremen, wo ein Omikron-Ausbruch in der Firma bekannt war. Die Familie selbst habe "keine weiteren Kontaktpersonen nachgezogen", sie habe glaubhaft versichert, sich angesichts der bekannten Fälle in der Firma isoliert zu haben – und aufgrund der eigenen Symptome.

Milder Verlauf bei allen sechs betroffenen Personen

Ebenfalls am Mittwoch sei von einem weiteren externen Labor der Fall eines Lohners bestätigt worden, der allein lebend ist. Er hat sich laut Guhe möglicherweise am Arbeitsplatz infiziert, er sei nicht auf Reisen gewesen.

Am Donnerstagmorgen sei die Omikron-Infektion einer 22-Jährigen aus Vechta gemeldet worden. Die junge Frau habe sich in den Niederlanden angesteckt, bei einem Ausbruch mit acht Personen. Sie habe Symptome aufgewiesen und sei getestet worden, sie kehrte laut Guhe nicht in den Landkreis Vechta zurück, verbringe die Quarantäne in Baden-Württemberg.

Bei allen sechs Personen sei der Verlauf der Infektion als milde zu bewerten. In einem Fall sei Schnupfen aufgetreten, in einem weiteren Halsschmerzen. Bei drei bis vier weiteren äußere sich die Ansteckung mit Husten. Eines der Familienmitglieder aus der "Vierer-Kette" sei am Donnerstag bereits wieder "negativ getestet" worden. Von dem her, was zu beobachten sei, gelte hier: Der Verlauf der Infektion sei nicht schwerer als im Fall der Delta-Variante des Coronavirus. Es gelte aber, noch abzuwarten.

Booster-Impfung spielt zentrale Rolle im Kampf gegen Omikron

Es sei nicht die Frage gewesen, ob die Omikron-Variante im Landkreis Vechta auftrete, sondern wann, sagte Guhe. Die Folgefrage sei nun, wie ausgeprägt die Omikron-Welle vor Ort ausfallen werde "und wie gut wir mit unser aller Verhalten die Welle ausbrechen". Darum gehe es nun primär.

Guhe betonte, dass eine Booster-Impfung von zentraler Bedeutung sei, "um Omikron abzubremsen". Über die Impfteams vor Ort sind nach Kreisangaben sind insgesamt 20.118 Auffrischungsimpfungen bis Mittwoch (12 Uhr) vorgenommen worden. Inzwischen dürften weitere 800 Impfungen hinzukommen.

"Wir müssen ganz klar auf die Omikron-Welle gefasst sein."Sandra Guhe, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes

Von den niedergelassen Ärzten liegen nur Zahlen vom 18. Dezember vor. Demnach haben diese 33.442 Booster-Impfungen durchgeführt. Guhe erläuterte zudem: Alle engen Kontaktpersonen von Infizierten mit der Omikron-Variante – auch Genesene und Geimpfte – gehen 14 Tage in Quarantäne, eine Freitestung ist nicht möglich.

Für Donnerstag meldete Guhe 41 Corona-Neuninfektionen, die 7-Tage-Inzidenz liege bei 193,5 „nach unserer Berechnung“. Die Tendenz sei zwar leicht rückläufig, doch das sei eine "trügerische Sicherheit". Guhe: "Wir müssen ganz klar auf die Omikron-Welle gefasst sein." Sie erwartet für Januar eine "dramatischere Infektionslage". Sie vermutet, dass die "Omikron-Wand" spätestens Mitte Januar eintreffen werde. 


Die Corona-Lage im Landkreis Vechta:

Dem Vechtaer Gesundheitsamt liegen am Donnerstag 41 neue positive Testergebnisse vor. Demgegenüber stehen 48 Personen, die seit Donnerstag als genesen gelten. Dadurch sinkt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis Vechta auf 524 (Vortag: 531).

Die 41 neuen Coronafälle werden aus 8 von 10 Städten gemeldet – wobei es allein in Lohne 14 sind (aktuell 133 aktive Infektionen). Die übrigen Fälle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen Kommunen. Nur aus Bakum und Goldenstedt liegen keine neuen Coronafälle vor.

Zurzeit werden 7 infizierte Patienten stationär in einem Krankenhaus im Kreisgebiet behandelt (Vortag: 6), davon muss eine Person auf der Intensivstation beatmet werden. Wie bereits berichtet, hat das Robert-Koch-Institut am Mittwoch für den Landkreis Vechta eine 7-Tage-Inzidenz von 219,2 gemeldet. Das ist der aktuell dritthöchste Wert in Niedersachsen.

Neue Zahlen aus dem Vechtaer Gesundheitsamt werden wieder am Montag (27. Dezember) erwartet. Weil während der Feiertage erfahrungsgemäß weniger getestet und gemeldet wird, weist das Robert-Koch-Institut auch ausdrücklich daraufhin hin, dass die an den folgenden Tagen veröffentlichten Inzidenzwerte nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen abbilden werden.

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