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Schüler- und Azubi-Ticket: Ausgestaltung bleibt noch unklar

Das Land hat zum 1. Januar die gesetzlichen Voraussetzungen für den neuen Tarif geschaffen. Die  Einführung bleibt jedoch an den Landkreisen und kreisfreien Städten hängen.

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Geltungsbereich noch offen: Bei der Einführung eines Schüler- und Azubi-Tickets gibt es Gesprächsbedarf. Foto: Hermes

Geltungsbereich noch offen: Bei der Einführung eines Schüler- und Azubi-Tickets gibt es Gesprächsbedarf. Foto: Hermes

Weiter in der Planung befindet sich die Einrichtung eines Schüler- und Azubi-Tickets im Landkreis Cloppenburg. Das Land hatte zum 1. Januar die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, die Einführung nun jedoch an die Landkreise und die kreisfreien Städte übergeben.

Nach Angaben des Landes darf das Ticket maximal 30 Euro pro Monat im Jahresabo kosten. Für die Einführung erhalten die ÖPNV-Aufgabenträger aus dem Landeshaushalt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 25 Millionen Euro im Jahr 2022 und 30 Millionen Euro pro Jahr ab 2023.

Wie Daniel Wübbold von der Cloppenburger Kreisverwaltung erklärte, sei man in Gesprächen mit verschiedenen Akteuren. Dazu gehören unter anderem der Zweckverband Bremen Niedersachen (ZVBN), der Zweckverband Südniedersachsen (ZVSN) und der Verband Ems Jade (VEJ). „Es ist alles allerdings noch sehr vage“, so Wübbold weiter. Unter anderem müsse man die Ausgestaltung des bundesweiten 9-Euro-Tickets abwarten.

Erste Überlegungen für den Landkreis Cloppenburg

Erste Überlegungen für den Landkreis Cloppenburg würden dahin gehen, die Schülersammelzeitkarten gegen das Schüler- und Azubiticket einzutauschen. „Somit haben anspruchsberechtigte Schüler die Möglichkeit mit einem Ticket zur Schule zu fahren und die Karte auf dem gesamten Gebiet des Landkreises Cloppenburg zu nutzen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Dabei sei der Geltungsbereich allerdings noch offen. Wübbold berichtete, dass die Nutzung des Rufbussystems moobil+ eventuell nicht darunter falle. „Da gibt es Bedenken, die wir zurzeit prüfen. Der Beschluss war, allen Bewohnern die gleichen Chancen zur Nutzung zu gewährleisten.“ Die Befürchtung sei, dass die Plätze so bevorzugt von Schülern genutzt werden könnten. Diese könnten aber mit dem neuen Ticket die rund 40 bis 50 zusätzlichen Buslinien neben dem Rufbus nutzen.

„Der Ausschluss vom Rufbus wäre fatal.“Stephan Christ (Grüne)

„Der Ausschluss vom Rufbus wäre fatal“, erklärte hingegen Stephan Christ von den Grünen während der jüngsten Sitzung des Kreis-Schulausschusses dazu. Mit dem Ticket könne man auch den Rufbus stärken und jungen Menschen in der Region die Chance geben, überhaupt in Berührung mit dem ÖPNV zu kommen. „Für viele ist der Weg mit dem Schulbus die einzige Erfahrung“, sagt Christ im Gespräch mit der Redaktion.

Dabei lobt er gleichzeitig den Landkreis, der den Bedarf ständig ermittele und mit weiteren Linien auch nachsteuere. Der Cloppenburger wies zudem darauf hin, dass man im Anschluss an das bundesweite 9-Euro-Ticket so möglicherweise langfristige Nutzer begeistern und motivieren könne. Viele der Buslinien neben moobil+ bezeichnete Christ von der Taktung bis zur Fahrzeit bislang als „unattraktiv“.

Lob für die Verwaltung kam von Tobias Bohmann

Lob für die Verwaltung kam von Tobias Bohmann (SPD): „Wir begrüßen es, dass Sie das Heft des Handelns in die Hand genommen haben.“ Zudem begrüßte er eine gemeinsame Abstimmung mit dem Kreis Vechta.

Eine weitere Herausforderung bei der Einführung des Tickets ist laut Wübbold die finanzielle Differenz für die Verkehrsunternehmen, da die Einnahmen bei den derzeit gültigen Schülersammelzeitkarten um ein vielfaches höher seien. „Der Landkreis muss dies ausgleichen und mit den Verkehrsunternehmen in Verhandlungen treten“, heißt es im entsprechenden Sachstandsbericht.

Besprechungstermin mit dem Landkreis Vechta

In den nächsten 2 Wochen werde es jedenfalls einen Besprechungstermin mit dem Landkreis Vechta geben, welche Kooperationsmöglichkeiten es gibt und wie eine sinnvolle Einführung des Tickets aussehen kann.

Nach weiteren Angaben des Landes gilt das Ticket mindestens innerhalb des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt. Wurde die Aufgabe einem Zweckverband oder Verbund übertragen, dann gilt es im gesamten Verbundgebiet oder Gebiet des Zweckverbandes in Niedersachsen. Hintergrund des regionalen Vorgehens sei die ausdifferenzierte Tariflandschaft im öffentlichen Nahverkehr mit rund 50 einzelnen Tarifstrukturen. Aus diesem Grund seien Konzepte anderer Bundesländer mit einer landesweit einheitlich vorgegebenen Tarifstruktur nicht übertragbar auf eine niedersächsische Lösung.

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