Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schon 1500 Einzelfunde in Sevelten

Seit Sommer sind die Archäologen aktiv. Rund 2 Drittel des Areals sind mittlerweile untersucht, das Ergebnis deutet auf eine dichte Besiedlung vor rund 1600 Jahren hin.

Artikel teilen:
Am Montag gefunden: Eine Keramik-Scherbe, die vom Rand eines Gefäßes stammt. Foto: Vorwerk

Am Montag gefunden: Eine Keramik-Scherbe, die vom Rand eines Gefäßes stammt. Foto: Vorwerk

Archäologische Untersuchungen sind nicht die besten Freunde der Kommunen, wenn sie Bauland ausweisen wollen. Und auch die künftigen Bauherren könnten vermutlich darauf verzichten, schließlich schlagen sich die Kosten auf den Grundstückspreis nieder. Die Forscher hingegen sind regelrecht begeistert, wenn sie ein solches Areal in Augenschein nehmen, schließlich lassen die Dokumentationen Rückschlüsse auf das Leben vor vielen hundert Jahren und gar Jahrtausenden zu.

1500 Befunde sind in dem Gebiet westlich des bestehenden Baugebiets bisher gemacht worden. "Wir finden hier den Ausläufer einer Siedlung", sagte am Montag Hilko Poppen von der Firma Denkmal3D, die die Grabungen vornimmt. Schon im Januar, als bei Schnee die Prospektion durchgeführt wurde, waren die ersten Hinweise zu erkennen. Dabei werden circa 2 Meter breite Gräben in einem Abstand von rund 20 Metern gezogen. Finden sich dort Spuren, die es sich näher zu untersuchen lohnt, geht es ins Detail.

Siedlung ist vermutlich 400 nach Christus entstanden

So geschieht es seit ein paar Monaten, dabei sind anhand von dunklen Verfärbungen im Boden so genannte 4-Pfosten-Speicher nachgewiesen worden und auch die Einzäunung für die Tierhaltung. Zudem gibt es Anordnungen im Sand, die auf ein Haus hindeuten. Der Rest davon liegt allerdings unterhalb der angrenzenden Kreisstraße und ist bei deren Bau zerstört worden. Der nach Lage der Dinge weitere Teil der ehemaligen Siedlung, die vermutlich rund 400 nach Christus entstanden ist, erstreckt sich auf die Wohnsiedlung Westesch/Buresch und ist seinerzeit nicht näher untersucht worden.

"Aus archäologischer Sicht lohnt es sich, hier weiterzumachen", kommentiert Poppen die hohe Befunddichte. Rund 2 Drittel sind bislang untersucht worden und wenn das Wetter mitspielt, könnte die komplette Fläche bis Ende des Jahres dokumentiert sein. Vielleicht finden sich bis dahin auch noch komplette Gefäße, denn bislang waren es nur Keramik-Scherben, die zutage gefördert wurden. Davon gibt es jeden Tag Stücke in unterschiedlicher Größe, und wenn es dann Randstücke sind, lassen sich diese besonders gut zeitlich eingrenzen. Keramik war damals wie heute Moden unterworfen, die regelmäßig wechselten.

Im Rathaus liegt der 10. Zwischenbericht vor

Im Rathaus der Gemeinde ist mittlerweile der 10. Zwischenbericht eingegangen und dort kann man es kaum erwarten, dass das Baugebiet freigegeben wird. Denn erst dann soll es in das Vergabeverfahren gehen. Aber: "Entscheidungen über das weitere Vorgehen trifft die Denkmalbehörde", zitierte gestern Cappelns Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Dirk Olliges, aus einem Schreiben, das Teil des Zwischenberichts ist. 

Ohne solche Untersuchungen wäre man schon ein halbes Jahr weiter, meint Olliges. Entsprechend hätten auch die potenziellen Bauherren schon Klarheit, ob sie überhaupt zum Zuge kommen, denn vermutlich wird das Interesse an den rund 30 Grundstücken größer sein als das Angebot. Anrufe hat es im Rathaus schon im Sommer gegeben, aber es wird ein reguläres Bewerbungsverfahren geben, das frühestens Anfang 2022 gestartet wird. Sollte es dann mehr Bauwillige als Plätze geben, könnte am Ende sogar das Los entscheiden. Es werden aber auch Faktoren wie ein Arbeitsplatz in der Gemeinde oder ein dortiger Wohnsitz seit mehreren Jahren herangezogen.

Der genaue Preis steht noch nicht fest, er könnte aber vom Rat in der Dezembersitzung beschlossen werden. Es ist davon auszugehen, dass dieser 3-stellig sein wird. Alleine für die archäologischen Untersuchungen sind im Sommer rund 200.000 Euro veranschlagt worden, die am Ende der Grundstückskäufer zu tragen hat. Ein rund 700 Quadratmeter großes Wohngrundstück verteuert sich damit um 4000 Euro.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schon 1500 Einzelfunde in Sevelten - OM online