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Saterländer simulieren die Energiewende

In einem digitalen Planspiel haben Saterländer Bürger und Bürgerinnen ihre Ideen eingebracht. Vom Umweltminister Christian Meyer gab es Lob und Motivation.

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Planspiel: Am digitalen Tool platzierten die Teilnehmer zukünftige Windparkanlagen, Freilandflächen und PV-Dächer in der Gemeinde Saterland. Minister Christian Meyer (Mitte) schaut dabei zu. Foto: C. Passmann

Planspiel: Am digitalen Tool platzierten die Teilnehmer zukünftige Windparkanlagen, Freilandflächen und PV-Dächer in der Gemeinde Saterland. Minister Christian Meyer (Mitte) schaut dabei zu. Foto: C. Passmann

Wie kann eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien aussehen? Welche Möglichkeiten bieten Wind- und Solarenergien in der Gemeinde Saterland? Wie kann der Ausbau im Saterland entscheiden vorangetrieben werden?

Antworten auf diese Fragen hat eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Saterland im digitalen Planspiel „Vision: En 2040 – Unsere Ideen, unsere Energiewende“ im Rahmen des EU-Projekt „Irenes“ im Sitzungssaal des Rathauses in Ramsloh simuliert.

Das Ziel: Aus erneuerbaren Energien soll bis 2040 eine vollständige Energieversorgung erreicht werden

Das Ziel: Aus erneuerbaren Energien soll bis 2040 eine vollständige Energieversorgung auf den Flächen und Gebäuden des Saterlandes erreicht werden. In sechs unterschiedlichen Workshops wurde in Kleingruppen eine Energieversorgung aus Erneuerbaren und aus Wind- und Solarenergie für die Kommune dargestellt – mit unterschiedlichen Gruppenergebnissen. Auf dem Digitaltool platzierten die Teilnehmer auf dem gesamten Gemeindegebiet „Windmühlen“, Freiflächen für PV-Anlagen und Solaranlagen.

Stellten im Saterland das Projekt Vision: En 2040“ vor: (von links) Professor Dr. Christina von Haaren (Uni Hannover), Umweltminister Christian Meyer, Bürgermeister Thomas Otto, Stefanie Busch, Andrea Werneke und Lisa Kitzmann (Klimaschutzagentur). Foto: C. PassmannStellten im Saterland das Projekt „Vision: En 2040“ vor: (von links) Professor Dr. Christina von Haaren (Uni Hannover), Umweltminister Christian Meyer, Bürgermeister Thomas Otto, Stefanie Busch, Andrea Werneke und Lisa Kitzmann (Klimaschutzagentur). Foto: C. Passmann

„Die Energiewende geht uns alle an. Das erfordert Transparenz und Akzeptanz. Wir müssen weg von fossilen Brennstoffen. Der Energiebedarf steigt ständig und irgendwo muss der Strom herkommen“, begrüßte Bürgermeister Thomas Otto die Idee zu dieser Veranstaltung.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer eröffnete die Veranstaltung

Eröffnet worden war die „Saterländer Energiewende“ von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne). „Die Energiewende geht nur mit den Menschen. Das Klimaziel ist ehrgeizig. Wir wollen in Niedersachsen mit der Energiewende weit nach vorne gehen. Es bietet auch ein riesiges Wirtschaftspotential“, so der Umweltminister. Die Menschen sollten die Energiewende mitgestalten. „Wenn das Saterland 2040 einen Energieüberschuss hat, ist der ländliche Raum Gewinner der Energiewende“, so Meyer.

Nachdem die Teilnehmer ihre Standorte auf dem Tool gesetzt hatten, wurden diese anschließend in einem Konsensgespräch mit allen Teilnehmenden zusammengeführt und das Gesamtergebnis ermittelt. Auf Dachflächen, überwiegend Gewerbegebäude, sollten Photovoltaikanlagen installiert werden. PV-Freiflächenanlagen fand nicht die ganz große Zustimmung. Dagegen aber der Ausbau von Windkraftanlagen. Hier erreichten die Teilnehmer übergreifend in den Gruppen für das Jahr 2040 mehr als 100 Prozent.

Planspielgruppen sehen im Saterland das Potential in der Windenergie

„Wir sehen im Saterland das Potential in der Windenergie. Anlagen könnten im Westermoor platziert werden. Allerdings in Naturschutzgebieten scheint uns das fraglich. Bei der Standortfrage spielt auch die Wiedervernässung der Moore eine große Rolle. Auch Flächen an der B 72 in Ramsloh könnten genutzt werden“, meinte Tammo Thoben aus Scharrel.

Bei der Erstellung der Windkraftanlagen gelte es, auch die Vereinbarkeit mit der Landwirtschaft zu beachten. Für Matthias Pörschke aus Scharrel spielt bei der Windkraft ebenso Repowering eine Rolle. Windmühlen passen in die Landschaft. Auch auf kleinen Flächen könnten hohe Leistungen erzielt werden. Abtorfungsflächen wären eine weitere Alternative, so Pörschke. Als potentiellen Standort sieht Wenche Brinkmann aus Ramsloh auch die Überschwemmungsgebiete. Weniger Ertrag sah sie auf den Dachflächen.

Die konkreten Pläne werden im Gemeinderat vorgestellt

Als weiteren Standort für kleinere Windräder könnten Flächen in der Nähe der Funkmasten in Ramsloh in Betracht gezogen werden. „Die großen Parkflächen bei den Supermärkten könnten für eine Überdachung geeignet sein, die dann mit PV-Anlagen bestückt werden könnten. Das finde ich eine gute Idee“, so Brinkmann. „Letztlich soll mit der Visualisierung der Auswirkungen des individuellen Handelns der Zuspruch vor Ort gesteigert werden“, so Bürgermeister Otto abschließend.

Die konkreten Pläne werden zeitnah dem Gemeinderat vorgestellt. Beim Thema Ausbau der Windenergie setze man daher auch auf die angekündigten Maßnahmen des Bundes, die Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren bringen sollen.

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