Rudolf Bögershausen erhält das Bundesverdienstkreuz
Ausgezeichnet: Der Löninger hat sich viele Jahre lang für die Kinder- und Jugendsportförderung eingesetzt. Auch für die Geflüchtetenhilfe und den Aktionskreis Pater Beda war er ehrenamtlich aktiv.
Rudolf und Lore Bögershausen freuten sich über das verliehene Bundesverdienstkreuz. Landrat Johann Wimberg (links) und Bürgermeister Marcus Willen lobten die vielen ehrenamtlichen Verdienste des ehemaligen Lehrers. Foto: Rühl
Für Verdienste um die Kinder- und Jugendsportförderung und sein ehrenamtliches Engagement hat Landrat Johann Wimberg am Dienstag Rudof Bögershausen aus Löningen den Verdienstorden der Bundesrepublik verliehen. "Auch eine weltweite Pandemie darf nicht verhindern, dass Ihnen die Ehre zuteilwird, die Ihnen gebührt. Unser Gemeinwesen lebt davon, dass es Menschen wie Sie gibt, die mehr leisten, als sie müssten", sagte Wimberg. "Sie haben heute viele Weggefährten, die mit dem Herzen dabei sind", erklärte zudem Bürgermeister Marcus Willen als Gastgeber im Rathaus mit Blick auf den Corona-bedingt denkbar kleinsten Rahmen der Feier nur mit der Familie. Das Bundesverdienstkreuz bringe den Dank des Volkes und des Staates für eine erbrachte Leistung zum Ausdruck.
Jahrzehnte engagierte sich der Lehrer der Realschule seit 1969, seiner Ankunft in Löningen, im VfL auf vielen Positionen für die Sportförderung und gute Bedingungen. Krönung seines unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements war nach einer Jahrzehnte währenden Diskussionen in Löningen der Bau der Sporthalle der Gelbrink-Grundschule. Auch in diesem Bereich war er treibende Kraft und Mitideengeber und gründete mit Gleichgesinnten 2012 den erfolgreichen "Förderverein Bürger für Löningen".
Dieser hatte es sich zum Ziel gesetzt, Geld für die private Anschubfinanzierung der Turnhalle zu sammeln. Die mehr als 250.000 Euro, die vor allem durch Spenden der Löninger Unternehmen, aber auch Sponsorenläufen und vielen kleineren Aktionen wie Papiersammeln schließlich zusammenkamen, bildeten den Grundstock für dieses in der Region einmalige Projekt, das 2015 mit der Einweihung abgeschlossen werden konnte.
Großer Augenblick: Die neue Sporthalle wird 2015 eingeweiht. Rudolf Bögershausen (rechts) war Motor und Mitinitiator der erfolgreichen Spendensammelaktion von über 250.000 Euro. Foto: Siemer
Zuvor hatte Bögershausen bereits die Anschaffung von VW Bullis für die Fahrten der Kinder und Jugendlichen des VfL zu Wettkämpfen und Spielen organisiert. Dieser Einsatz setzte sich dann mit dem von ihm und Georg Iding gegründeten "VfL-Sportförderkreis 100 x 100" zum Sponsoring für die Kinder- und Jugendaktivitäten fort. Mit seiner gewinnenden Art, dem optimistischen Herangehen, dem unermüdlichen Einsatz und viel Überzeugungskraft gelang es ihm, die von ihm als wichtig und richtig erkannten Projekte voranzutreiben.
40 Jahre Cheforganistor des Aktionskreises Pater Beda
Wie hartnäckig er sein soziales Engagement verfolgte, zeigt eindrucksvoll seine Arbeit für den Aktionskreis Pater Beda: Mehr als 40 Jahre war er Cheforganisator und überzeugte dutzende Helfer in fast allen Gemeinden des Kreises in über 80 Sammelaktionen Altkleider zu sammeln. Der Erlös kam der Arbeit von Pater Beda in Brasilien zugute. Stets schrieb er den Vorbericht, erinnerte ein paar Tage zuvor noch einmal an die Veröffentlichung und informierte auch anschließend über die Ergebnisse.
Als freier Mitarbeiter der MT verfasste er vor allem Berichte über die VfL-Jugendfußballer, die Hallenturniere und mit anderen auch über wichtige Ereignisse an der Löninger Realschule. Auch wenn es galt, außerhalb des Sports zu helfen oder die Initiative zu ergreifen, war der Familienvater stets zur Stelle.
Unermüdlicher Einsatz: Neben der Jugendsportförderung und sozialen Engagement war die Pater-Beda-Aktion über 40 Jahre Herzensanliegen von Cheforganisator Bögershausen. Foto: Siemer
Gemeinsam mit Hedwig Niehaus gründete er in den Siebzigern den Stadtjugendring und unterstützte ab 2015 die Löninger Initiative "Hilfen für Geflüchtete". Er sammelte unter anderem mit Werner Sandmann zum Beispiel Sportkleidung und Sportschuhe für die Kinder und Jugendlichen und stellte sich für das "Strahlemann-Projekt" zur Verfügung.
Mit großem Engagement betreute er vor allem mit Franz-Josef Rolfes die Berufsorientierungs-Projekte der Realschule und warb bei den Unternehmen um Praktikumsplätze.
Mit großer Freude haben auch die Initiatoren der Auszeichnung, die gleichzeitig auch den engeren Kreis der Mitstreiter beim Turnhallenprojekt bilden, und einige Helfer auf die Auszeichnung reagiert. Das erste Mal hatte sich das 7-köpfige Team unter Leitung von Marianne Casser im Januar 2019 zusammengesetzt, um die Unterlagen und Berichte zusammenzutragen, die dann an die Niedersächsische Staatskanzlei weitergereicht wurden.