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Reiners: "Nein sagen kann ich schlecht"

Sehr persönliche Ansichten, immer dieselben zehn Fragen: Die Friesoytherin ist Landwirtin und Hauswirtschaftsmeisterin. Dafür lebt sie – aber auch für ihre ehrenamtliche Arbeit beim Sportverein.

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Landwirtin durch und durch: Carola Reiners aus Friesoythe. Foto: Vorwerk

Landwirtin durch und durch: Carola Reiners aus Friesoythe. Foto: Vorwerk

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Gut, verglichen mit den Zuständen in anderen Teilen der Welt sogar sehr gut. Alles andere wäre Jammern auf hohem Niveau. Sicher ärgere ich mich über einiges, zum Beispiel die aktuelle Agrarpolitik. Aber nein, meiner Familie und mir geht es gut, und natürlich stimmt der Spruch „ohne Gesundheit ist alles nichts“.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Ich gönne mir die kleinen Augenblicke, die Ruhepausen zwischendurch, das gute Buch, im Garten nicht nur arbeiten, sondern auch entspannen, den „Sun Downer“ auf der Terrasse, den Waldspaziergang und die Spontaneität, einmal etwas ganz Verrücktes, nichts Geplantes zu tun. Leider viel zu selten.

Wenn Sie König/in von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Ich wäre dann ja Königin – die ungleiche Bezahlung von Mann und Frau bei gleicher Arbeit würde ich sofort abschaffen. Die Bürokratie und das übertriebene Reglementieren in allen Bereichen würde ich einschränken. Und meine Macht muss auch reichen, um Putin abzuschaffen, überhaupt alle Diktatoren und Autokraten. Ich wäre, glaube ich, eine großherzige, sparsame und demokratische Königin.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Träume habe ich ganz viele, und viele werden Träume bleiben. Aber als Nächstes möchte ich einen Tandemfallschirmsprung machen, das reizt mich. Und Irland entdecken, das steht auch oben auf der Liste und wird vielleicht nächstes Jahr verwirklicht. Auf Skiern habe ich auch noch nie gestanden, und es laufen mir bestimmt noch viele andere Dinge über den Weg, die ich verwirklichen will. Einfach neugierig bleiben und eingeschlagene Bahnen auch mal verlassen, das ist wichtig für mich.

Was tun Sie am liebsten?
Am liebsten tue ich ganz viele Dinge, wenn es sein muss auch gleichzeitig. Sport an erster Stelle, meine Ehrenämter in der Landwirtschaft und im Sport. Doppelkopf spielen mit lieben Freundinnen, über Bücher und die Welt diskutieren im Lesekreis der Mittwochsfrauen. Die Zeit genießen, wenn die Großfamilie bei uns auf dem Hof zusammen ist, wie jetzt auch zu Ostern.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Nein sagen kann ich schlecht. Ob das eine gute oder schlechte Eigenschaft ist, müssen andere entscheiden. Planen und Organisieren liegt mir und etwas bewegen wollen. Mit anderen Menschen bin ich geduldig, achtsam und gelassen, mit mir selber leider oft nicht. Ich bin ein Dickkopf und möchte auch durchsetzen, was ich an Ideen habe. Dazu gehört eine Portion Egoismus und Durchhaltevermögen, was ich durchaus habe.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Auf keinen Fall Talkshows – habe ich früher gern geschaut, auch um mich zu informieren. Aber der Informationsgehalt mit oft den gleichen Gästen und den biestigen Moderator/innen ist stark gesunken. Dann schon lieber den Sonntags-"Tatort" zum Entspannen. Oder ein gutes Werder-Spiel. Bei beiden kann man natürlich Pech haben, dass sie nicht so gut sind, wie gehofft. Hätten sie mich vor 50 Jahren gefragt, hätte ich ganz klar "Fury", "Lassie", "Flipper" und "Bonanza" gesagt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Cem Özdimir, um ihm die deutsche Landwirtschaft zu erklären. Ob er es hören will, bezweifele ich, aber jemand muss ihm die Realität nahebringen, sonst hat die deutsche Landwirtschaft keine Zukunft. Planungssicherheit, langfristige Strategien und Ziele, die sinnvoll, bezahlbar und umsetzbar sind. Da sind wir wieder beim Bürokratieabbau. Und mit Angela Merkel möchte ich auch gern über ihre Zeit als Politikerin reden.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
„Zwetschgen und Klümpe“, ein Sommergericht, das meine Oma in Krähenwinkel (bei Hannover) gekocht hat. Leider habe ich ihr Originalrezept nicht. Diese Kaltschale gab es an heißen Sommertagen. Sie erinnert mich an das Stroheinfahren nach der Getreideernte, bei dem wir Kinder mit unseren Freunden mitgeholfen haben. Eine tolle Zeit, aber mit viel körperlicher Arbeit, die heute dank der technischen Entwicklung in der Landwirtschaft nicht mehr notwendig ist. Und der „Hannoversche Zuckerkuchen“ von meinem Opa, der Bäcker und Konditor war. Den kriege ich auch nicht so hin, wie ich ihn in Erinnerung habe.

Welches Thema in der MT hat Sie am meisten beschäftigt?
Die Hansa-Fußballergebnisse, Spielberichte und die anderen Sportberichte über meinen Verein und alle sportlichen Aktivitäten in Friesoythe. Die örtliche Presse ist wichtig, auch um die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Friesoythe mit ihren Ankündigungen und Berichten wertzuschätzen.


Zur Person:

  • Carola Reiners ist 63 Jahre jung, Landwirtin und Hauswirtschaftsmeisterin.
  • Sie lebt seit 1983 in Friesoythe, der Liebe wegen.
  • Auch durch die Übungsleitertätigkeit bei Hansa Friesoythe hat sie „viele nette Leute kennengelernt und ist hervorragend vernetzt“.
  • Zu ihren Hobbys zählen viele sportliche Aktivitäten und die Arbeit bei Hansa Friesoythe.
  • Zudem liest sie gern und viel.
  • Sie sagt außerdem: „Ich liebe meinen Beruf, denn die Landwirtschaft ist vielseitig und herausfordernd. Büro, Haushalt und Putenställe sind meine Aufgabengebiete in unserem Familienbetrieb. Dazu gehören auch ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Gremien der Putenwirtschaft“.

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