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Realschule Damme sammelt für Ukrainer: Kindermedikamente und Lampen fehlen noch

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Im Fahrradkeller des Schulgebäudes stapeln sich die Spenden. Manches allerdings könnte mehr vorhanden sein. So etwa geladene Powerbanks für Handys.

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Spenden im Minutentakt: Kaum Zeit zum Verschnaufen blieb den vielen Helferinnen und Helfern in der Realschule am Montag, als eine Spendenlieferung nach der anderen im Fahrradkeller eintraf. Foto: Lammert

Spenden im Minutentakt: Kaum Zeit zum Verschnaufen blieb den vielen Helferinnen und Helfern in der Realschule am Montag, als eine Spendenlieferung nach der anderen im Fahrradkeller eintraf. Foto: Lammert

Im Fahrradkeller der Dammer Realschule stapeln sich die Kartons. Seit Freitag läuft die Ukraine-Hilfsaktion, die die Schule gemeinsam mit der Oberschule Steinfeld gestartet hat.

Viele – Schüler, Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern – beteiligen sich, falten Kartons, sortieren die Spenden und kleben dreisprachige Zettel mit der jeweiligen Inhaltsangabe auf Deutsch, Polnisch und Russisch oder Ukrainisch auf die Kartons.

Fast im Minutentakt treffen an diesem Montag Spenden ein. Eine Frau parkt einen Anhänger vor dem Fahrradkeller. Sofort beginnen Schülerinnen und Schüler mit dem Entladen.

Zerhusen Kartonagen liefert 100 Kartons nach

Unterdessen falten Zehntklässler weitere Kartons. 200 hatte das Unternehmen Zerhusen Kartonagen zunächst zur Verfügung gestellt. Weitere 100 hat die Schule inzwischen nachgeordert.

"Wir helfen Menschen, die in Not sind."Fabian Lebrecht, Realschüler

Dass die Resonanz so gut ist, freut auch den Zehntklässler Fabian Lebrecht. Er begrüßt die Initiative der Schule: "Wir helfen Menschen, die in Not sind." Die Bilder aus der Ukraine berühren ihn, sie seien „schrecklich“. Sehr genau verfolgt er das Geschehen, informiert sich nicht nur im Internet, sondern auch in den Nachrichtensendungen der ARD und des ZDF. Einen Waffenstillstand hält er für möglich, sagt aber auch: "Der Putin ist unberechenbar, keiner weiß, was er noch vor hat."

Bürger spenden viele Schlafsäcke und Decken

Unterdessen hofft Dieter Brockmeyer, der Rektor der Realschule, auf weitere Spenden. Manches, wie Hygieneartikel, ist häufig abgegeben worden. Anderes dagegen fehlt noch. Dazu gehören zum Beispiel geladene Powerbanks, Stirnlampen, Taschenlampen, Batterien, Handys mit Ladekabeln und Schlafzelte. Auch Lebensmittel in Konserven, Babynahrung und Kindermedikamente werden noch benötigt.

Erstaunt sei er gewesen, sagt der Rektor, wie viele Menschen Schlafsäcke und Decken abgegeben haben. Weitere Schlafsäcke und Decken hat Dieter Brockmeyer mit dem gespendeten Geld eingekauft – und zwar in Bramsche, weil es in Damme keine mehr gab. Ebenso hat er nach eigenen Worten in Damme Verbandskästen und konservierte Lebensmittel für den Ukraine-Transport erstanden. Bei der Rathaus-Apotheke hat er in größeren Mengen Medikamente für Kinder erworben. Die Realschule sammelt ferner weiter folgende Dinge:

Medikamente: Pflaster, medizinische Sets mit Paracetamol, Ibuprofen, Nurofen, Fiebersaft, Hustensaft, Nasenspray, Durchfallmedikamente, Verbandsmaterial, Pflaster, Wundsalben, wärmende Salben.

Zum Übernachten: Handtücher, Waschlappen, Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Thermofolien, Schlafzelte.

Lebensmittel: Gläschen und Milchpulver für Babys, stilles Mineralwasser (6er-Packs), Trinkpäckchen, lang haltbare Wurst und Würstchen, Instant-Fertiggerichte, Zwieback, Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade, Energieriegel.

Die Spendenliste, die die Realschule erarbeitet hat, basiert auf Angaben der Firma Schockemöhle und des Dammer Unternehmens Artistikka. Zudem sei die Schule in Kontakt mit Menschen in der Ukraine, die mitteilen, was dringend benötigt wird, sagt Dieter Brockmeyer weiter.

Der Hilfstransport der Realschule wird am Mittwoch auf den Weg gehen. Die Firma Schockemöhle hat zwei 36 Tonnen fassende Auflieger für die Realschule und die Oberschule in Steinfeld bereitgestellt. Die Mitarbeiter werden die Sachen in einen Ort an der polnisch-ukrainischen Grenze bringen. Von dort aus erfolgt die weitere Verteilung in der Ukraine.

Eifrige Helfer: Zum Kartonfalten abgestellt waren die Zehntklässler (von links) Hermann Clemens, Benny Twumasi, Kevin Halipa und Fabian Lebrecht. Foto: LammertEifrige Helfer: Zum Kartonfalten abgestellt waren die Zehntklässler (von links) Hermann Clemens, Benny Twumasi, Kevin Halipa und Fabian Lebrecht. Foto: Lammert

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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