Polizei sorgt für Distanz
Dieser Maifeiertag wird wegen des Kontaktverbotes völlig anders ablaufen. Dafür will zumindest die Polizei sorgen. Trinkgelage, Feiern und Gruppenspaziergänge soll es nicht geben.
Matthias Bänsch | 29.04.2020
Dieser Maifeiertag wird wegen des Kontaktverbotes völlig anders ablaufen. Dafür will zumindest die Polizei sorgen. Trinkgelage, Feiern und Gruppenspaziergänge soll es nicht geben.
Matthias Bänsch | 29.04.2020

In diesem Jahr nicht erlaubt: Am 1. Mai ziehen Freunde gemeinsam durch die Gegend und feiern. Symbolfoto: dpa/Steffen
Der Wunsch klingt ungewöhnlich. Landrat Herbert Winkel hofft am 1. Mai auf möglichst "nicht so gutes Wetter". Denn dann würden sich vielleicht weniger Menschen im Landkreis Vechta dazu verleiten lassen, die üblichen Mai-Touren zu unternehmen. Denn auch am Feiertag, so Winkel, würden die Corona-Kontaktsperren gelten. Bollerwagen-Touren seien verboten, sagt er am Mittwoch. Etwaige Lockerungen würden den bisherigen Erfolg bei der Corona-Bekämpfung möglicherweise zunichte machen, ist seine Sorge. Kontakte von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht zur Familie gehören, müssten weiterhin vermieden werden. Radtouren seien deshalb nur als Zweiergruppe möglich. Winkel befürchtet aber, dass die Bevölkerung stattdessen auf der privaten Terrasse feiert. Das verlagere nur das Problem. Denn auch hier müssten die Abstände eingehalten werden. Würden sich über zehn Personen auf einem Privatgelände aufhalten, müsse mit einer Kontrolle gerechnet werden. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hat scharfe Kontrollen während des Maierfeiertages im Oldenburger Münsterlandes angekündigt. Weil aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf das Corona-Virus öffentliche Veranstaltungen untersagt und Bars, Clubs und ähnliche Einrichtungen geschlossen sind, konzentriert sich das Augenmerk der Beamten auf die Einhaltung der Bestimmungen in der Fläche. Jens Werner, Leiter des Polizeikommissariates in Vechta appelliert an die Wirte, dass sie keine Bierzeltgarnituren und Sitzgelegenheiten draußen aufstellen. Zwar sei der Verkauf, beispielsweise von Getränken mit 1,50 Meter Sicherheitsabstand gestattet, im Umfeld von 50 Metern der Verkaufsstelle dürfe aber nichts verzehrt werden. Bisher, so lobt der Polizeichef, seien die Kontrollen sehr positiv von der Bevölkerung aufgenommen worden. Angesprochene Personen hätten sich sehr kooperativ verhalten. Allerdings hatte die Polizei im Landkreis Vechta bisher 150 Verstöße gegen die Corona-Einschränkungen zu verzeichnen. Pro Beteiligte Person können Bußgelder zwischen 200 und 400 Euro drohen. Wirten, die gegen Vorgaben verstoßen,, müssen sogar mit vierstelligen Strafen rechnen. Landrat Herbert Winkel räumt aber auch ein, dass die Kontrollen "mit Augenmaß durchgeführt" werden sollen. "Wenn man sich mit ein paar Freunden trifft, wird keiner was dagegen sagen", betont er. Wichtig sei nur, den Abstand einzuhalten. Seine Erfahrung sei bisher, dass die Bevölkerung die geltenden Kontaktregeln "gut verinnerlicht" habe. Ein Denunziantentum sei bisher nicht feststellbar gewesen. Sandra Guhe, Leiterin des Gesundheitsamtes, warnt davor, angesichts der aktuell niedrigen Infektionszahlen leichtfertig mit den Schutzregeln umzugehen. Neuinfektionen würden oft erst nach zehn bis 14 Tagen erkannt. Diese Verzögerung vermittle daher ein falsches Bild. Der Landkreis habe zu Beginn der Corona-Krise mehr getestet als andere Regionen, habe sehr gründlich Kontakte ermittelt. Das jetzt Erreichte dürfe nicht verspielt werden. Polizeichef Jens Werner ist aufgefallen, dass die eingeführte Maskenpflicht Personen dazu verleitet, Mindestabstände nicht mehr einzuhalten. Das, so sind sich alle Behördenleiter einig, dürfe nicht passieren, auch nicht am Maifeiertag.Radtouren nur in Zweiergruppen
"Zuhause treffen und Party machen ist keine Lösung" Landrat Herbert Winkel
150 Verstöße gegen Corona-Einschränkungen
Es soll mit Augenmaß kontrolliert werden


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