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Poetry-Slam auf dem Stoppelmarkt wird erneut zum Erfolg

Nach der erfolgreichen Premiere 2019 trauten sich sechs Nachwuchskünstler auf die Bühne im Bierzelt. 150 Menschen verfolgten den Wettbewerb. Doch: Gibt es im kommenden Jahr eine weitere Auflage?

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Gewinnerin des zweiten Poetry Slams auf dem Stoppelmarkt: Abiturientin Charlotte Havers überzeugte mit einem Text über persönliche Anfeindungen das Publikum. Foto: J. Scholz

Gewinnerin des zweiten Poetry Slams auf dem Stoppelmarkt: Abiturientin Charlotte Havers überzeugte mit einem Text über persönliche Anfeindungen das Publikum. Foto: J. Scholz

Die ersten Worte entscheiden. Kommt der Text bei den Zuhörern an oder widmen diese sich lieber ihrem Bier? Die Reaktionen folgen direkt und unmittelbar. Sechs Nachwuchkünstler haben sich am Samstagabend darauf eingelassen. Beim Poetry Slam im Festzelt Brackmann auf dem Stoppelmarkt trugen sie ihre selbstgeschriebenen Texte vor. Applaus von den 150 Zuschauern haben sie alle bekommen.

Diskriminierung, Sexismus oder ganz schlicht der Stoppelmarkt: Die Themen der Vortragenden hätten nicht vielfältiger sein können. Genauso vielfältig sind die Menschen hinter den Texten. Von der Abiturientin bis hin zum Unternehmer – sie alle standen auf einer Bühne. Einige von ihnen, wie etwa Antonius Schröer, haben bereits Erfahrung im slammen. Denn: Den Poetry Slam auf dem Stoppelmarkt gab es bereits im Jahr 2019. Dort veranstalteten die Initiatoren und Künstler von „Bleib Laut Vechta“ um Benedikt Feldhaus und Peter Havers erstmals einen Slam im Bierzelt. Am Ende kamen 300 Besucher. Die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg.

„Dies zu halten, ist nach 2 Jahren Corona-Pandemie eine Herausforderung“, sagte Peter Havers noch bevor der erste Künstler die Bühne betreten hat. Das Bierzelt auf dem Stoppelmarkt sei eine andere Bühne als ein geschützter Raum in einer Kultureinrichtung – für die Künstler und das Publikum.

Mix aus bekannten und unbekannten Personen

Vor der ersten großen Herausforderung standen Havers und Feldhaus bereits vor einigen Monaten, als es in die konkrete Planung für den Slam ging. Es sei nicht einfach gewesen, Menschen zu finden, die sich trauen auf der Bühne einen Slam vorzutragen, berichtete Havers. „Die Leute kommen nicht einfach so, wir müssen sie ansprechen“, sagte er.

Wie genau sei unterschiedlich gewesen. Mal sei es ein spontaner Kontakt gewesen, mal habe man fest an eine Person gedacht. „Wir wollten einen Mix aus bekannten und unbekannten öffentlichen Personen haben“, betonte Havers. Am Ende standen der Unternehmer Antonius Schröer, Kitaleiterin Heike Bornhorst, Abiturientin Charlotte Havers, Berater Stephan Trillmich, Gleichstellungsbeauftragte Astrid Brokamp und Student Paulus Götting auf der Bühne bei Brackmanns. Vorab gab es Workshops, in denen an den Texten gearbeitet wurde.

Gut besucht: Rund 150 Menschen verfolgten am Samstagabend im Festzelt Brackmann den Poetry Slam. Foto: J. ScholzGut besucht: Rund 150 Menschen verfolgten am Samstagabend im Festzelt Brackmann den Poetry Slam. Foto: J. Scholz

Als erster auf die Bühne traut sich Schröer. 2019 gewann er den Slam. Und so trauerte er in seinem Slam all dem nach, was vor 1095 Tagen passierte. Der erste Lacher glückte ihm nach wenigen Sekunden. Schröer: Vor 1095 Tagen habe noch der Sonnenkönig Helmut Gehls in Vechta regiert und Kristian Kater sei Busfahrer gewesen.

Publikum durfte nach Vorträgen über Sieger abstimmen

Auf Schröer folgten Bonhorst, die sich Barfuß auf die Bühne traute, Charlotte Havers, die ganz offen über ihre Person sprach, Trillmich, der mit dem Wort „aber“ kämpfte, Brokamp, die die Gleichberechtigung auf die Schippe nahm und Götting, der den Alkohol thematisierte. Nach sechs Vorträgen bei 30 Grad im Festzelt war das Publikum gefragt und durfte abstimmen. Das Ergebnis: Gewinnerin ist Charlotte Havers.

Auch wenn in diesem Jahr der Slam nur etwa die Hälfte des Publikums von 2019 angezogen hat, ist von den Besuchern viel positives Feedback zu hören. „Ich finde es gut, dass es auch diese Kulturangebote auf dem Stoppelmarkt gibt“, sagte etwa Maria Warnke aus Visbek. Auch die Initiatoren Havers und Feldhaus waren am Ende der Veranstaltung überzeugt: Es war ein voller Erfolg. Feldhaus: Die Hitze könnte ein Grund für die reduzierte Besucherzahl sein.

„Wir hoffen, dass die Veranstaltung weiter wächst“, sagte Havers. Wird es 2023 einen weitere Auflage geben? „Nach dieser Stimmung müssen wir es einfach weiter machen”, sagte Feldhaus.

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