Pfarrer segnet in Bösel Rasengräberfelder ein
Die katholische Kirchengemeinde St. Cäcilia in Bösel hält die Flächen für Urnen- und Erdbestattung vor. Damit reagiert die Kirchengemeinde auf den Wandel der Bestattungskultur.
Martin Pille | 11.10.2023
Die katholische Kirchengemeinde St. Cäcilia in Bösel hält die Flächen für Urnen- und Erdbestattung vor. Damit reagiert die Kirchengemeinde auf den Wandel der Bestattungskultur.
Martin Pille | 11.10.2023

Pfarrer Stefan Jasper-Bruns segnet zwei pflegeleichte Rasengräberfelder auf dem katholischen Friedhof ein. Foto: Pille
Die katholische Kirchengemeinde St. Cäcilia in Bösel reagiert auf den Wandel der Bestattungskultur und bietet ab sofort eine pflegefreie "letzte Ruhe" an. Zwei gut begehbare Rasengräberfelder sind am Eingang des Friedhofs in unmittelbarer Nähe der Aussegnungshalle entstanden, eines für Urnenbestattung mit 96 Plätzen und ein weiteres für Rasenerdbestattung mit 66 Grabplätzen. Auf ihnen steht am Kopfende je eine Themenstele, die von dem Böseler Künstler Herbert Bley entworfen wurden. "Der Gräberkult, der früher besonders in ländlichen Regionen verbreitet war, findet heute immer weniger statt", sagte Pfarrer Stefan Jasper-Bruns bei der Einsegnung der neuen Rasengräberfelder auf dem Böseler Friedhof an der Straße "Auf dem Rahe". Traditionelle Bindungen wie Ehe und Familie und Gemeindezugehörigkeit lösten sich auf. Der mobile Mensch von heute hafte nicht mehr am Heimatort; die Kinder lebten nicht mehr da, wo die Eltern bestattet wurden, sagte der Geistliche. Zu der "zweckbestimmten Übergabe" hatten sich Mitglieder von Kirchenausschuss und Pfarreirat getroffen. Rasengräber seien eine Alternative zum klassischen Reihen- oder Familiengrab, denn sie seien besonders pflegeleicht und "der Trend von morgen", sagte Jasper-Bruns. Die Erdbestattung sei jetzt nur noch eine von mehreren Möglichkeiten. Und das zeige sich auch auf dem Böseler Friedhof. Neben klassischen Reihengräbern mit Blumenbeet, den prachtvollen alten Grabmalen und Urnenfeldern finde man dort heute auch immer mehr ungenutzte Flächen. Immer häufiger würden große Grabstätten zurückgegeben, weiß der Pfarrer. "Ganze ehemalige Gräberfelder können wir demnächst neu verplanen", sagte Jasper-Bruns. Weil sie niemandem zur Last fallen wollen, entscheiden sich demnach immer mehr Menschen für die (preiswertere) Bestattung – ohne Grabstein, nur mit einem kleinen Namensschild. Angehörige oder auch die Familien wollten keine Grabpflege mehr oder zum Teil auch keine Grabstätte, an die sie gebunden seien. Feuer- statt traditioneller Erdbestattungen, naturnahe Friedwälder, nachhaltige Särge und Grabbeigaben – die Bestattungsbranche in Deutschland ist im Wandel. Urnenbestattungen machen inzwischen bundesweit mehr als 70 Prozent aus.Immer mehr ungenutzte Flächen
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