Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Perfekt: Raddetal ist ab jetzt in der Dorfentwicklung

Bei der Vorbereitung half ein Arbeitskreis maßgeblich mit. Bis 2029 können nun auch Privatleute Förderanträge stellen. Den Stichtag sollten sie aber nicht vergessen.

Artikel teilen:
Kann losgehen: Thomas Lüken hält die Genehmigung in Händen. Patricia Bonney lobt den Dorfentwicklungsplan. Foto: G. Meyer

Kann losgehen: Thomas Lüken hält die Genehmigung in Händen. Patricia Bonney lobt den Dorfentwicklungsplan. Foto: G. Meyer

Er ist fast 100 Seiten stark, beinhaltet konkrete Projekte für 6 Bauerschaften und wurde am Dienstag offiziell genehmigt: Der Dorfentwicklungsplan Lindern-Raddetal soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Neben Vereinen und öffentlichen Trägern kommen wie immer auch private Antragsteller zum Zuge. 

An der Fertigstellung war seit 2019 gearbeitet worden. Das beauftragte Planungsbüro pro-t habe sich dabei vor allem an den Ideen der Bewohner in Hegel, Kleinenging, Großenging, Varbrügge, Marren und Garen orientiert, erklärt Mitarbeiterin Olga Neufeld. Ein Arbeitskreis entwickelte erste Konzepte. Sogar die Kinder waren mit ins Boot geholt worden. Der Perspektivwechsel  habe den Planungen gut getan, sagt Neufeld. "Es war ein bürgernaher Prozess. Wir mussten die Vorschläge nur noch in Form gießen." 

Bis 2029 können Antragsteller jetzt auf Fördermittel hoffen. Jährlicher Stichtag ist jeweils der 30. September. Klappt alles wie geplant, wird sich im Raddetal einiges tun. Während in Hegel das Dorfgemeinschaftshaus und sein Drumherum saniert werden sollen, möchten die Marrener die Verkehrssicherheit in ihrer Ortsmitte verbessern. In Großenging soll eine Grünfläche mit Grillhütte zu einem echten Dorfplatz mutieren und in Kleinenging steht die Umgestaltung der Hauptkreuzung auf dem Plan. Hinzu kommen Verschönerungsarbeiten rund um den Glockenturm in Garen. Dort könnte mit der Erweiterung der Schützenhalle auch das erste Projekt umgesetzt werden. Landschaftsplaner Richard Gertken bezeichnete sie als "Schlüsselmaßnahme".  

Dächer dürfen mit PV ausgestattet werden

Patricia Bonney vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) lobte den Dorfentwicklungsplan. Zwar müssten noch kleinere Änderungen vorgenommen werden. Für den Projektstart habe es aber gereicht. Bonney ermunterte Privatleute, eigene Förderanträge zu stellen. Bezuschusst werden beispielsweise Maßnahmen an älteren, ortsbildprägenden Gebäuden wie die Erneuerung eines Daches oder der Austausch von Fenstern. Inzwischen hat Bonneys Behörde einige Förderkriterien gelockert. So erlaubt sie jetzt, sanierte Dächer mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Bis vor einem halben Jahr hatte eine 12-jährige Veränderungssperre gegolten. 

Wer Fördermittel beantragen möchte, sollte sich bei der Verwaltung im Rathaus melden. Sie unterstützt bei der Bewältigung des Papierkrams. Auch Olga Neufeld und ihre Kollegen helfen vor Ort weiter. Die Beratungen sind kostenlos. Damit es bis zu den Stichtagen nicht eng wird, dürfen die Interessierten keinesfalls trödeln. In der Regel müssten  Angebote, Planzeichnungen oder Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgelegt werden, erklärt Bonney. "Das nimmt einige Wochen oder sogar Monate in Anspruch."

Schlüsselmaßnahme: Die Schützenhalle in Garen soll erweitert werden. Foto: G. MeyerSchlüsselmaßnahme: Die Schützenhalle in Garen soll erweitert werden. Foto: G. Meyer

Die Mühe lohnt sich jedoch: Bei Privatleuten übernimmt die Dorfentwicklung 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Fördersatz kann sogar um 5 Prozent erhöht werden, wenn das Projekt dem Erreichen der regionalen Entwicklungsziele dient. Alles, was dem Klima und der Umwelt hilft, lässt die Vorhaben in der Bewertung weiter nach oben rutschen. Die Palette ist breit und reicht vom Insektenhotel bis zum Wasserspeicher. Gefördert werden auch sogenannte Kleinstbudgets, mit denen Anschaffungen für gemeinnützige Zwecke vorgenommen werden.

Im Linderner Rathaus übergab Patricia Bonney das Genehmigungsschreiben an Thomas Lüken. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters bedankte sich in Anwesenheit der Dorfvorsteher besonders bei den Mitgliedern des Arbeitskreises. Für Februar lädt die Gemeinde zu einer Bürgerversammlung ein. "Dort können sich auch diejenigen über die Dorfentwicklung informieren, die sich bislang nur wenig oder gar nicht mit ihr beschäftigt haben", sagte Lüken.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Perfekt: Raddetal ist ab jetzt in der Dorfentwicklung - OM online