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Pater Rijo aus Indien ist der neue Praktikant in Molbergen

Der Priester wird die Seelsorgearbeit in der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist unterstützen. Den Gläubigen in Molbergen und Peheim hat er sich am Pfingstsonntag vorgestellt.

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Ein Jahr lang in Molbergen zu Gast: Pater John Rijo wird als Praktikant in der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist arbeiten. Am Pfingstsonntag hat er sich vorgestellt. Foto: Landwehr

Ein Jahr lang in Molbergen zu Gast: Pater John Rijo wird als Praktikant in der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist arbeiten. Am Pfingstsonntag hat er sich vorgestellt. Foto: Landwehr

Seit wenigen Tagen ist Pater Rijo aus Kannur im südindischen Bundesstaat Kerala in Molbergen. Dort wird der 35-jährige Geistliche ein Jahr lang ein Praktikum machen. Vorgestellt hat sich der Priester den Gläubigen bereits am Pfingstsonntag in den Gottesdiensten der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Molbergen und Peheim.

In Pater Jineesh Karakkada hat er einen Studienfreund aus seiner Heimat als Begleiter. "Von Pater Jineesh habe ich gelernt, wie kostbar und bereichernd das Zusammenleben in der Seelsorge, das gemeinsame Beten und Lernen von unseren unterschiedlichen Kulturen ist“, freut sich auch Pfarrer Uwe Börner auf die Zusammenarbeit in seiner Priester-WG. Dass der in einer Bauernfamilie mit drei Geschwistern aufgewachsene Pater Rijo in Molbergen seinen Studienkollegen Pater Jineesh getroffen hat, sei eher ein Zufall.

"Nach meiner Priesterweihe am 17. Januar 2015 habe ich zunächst ein Jahr als Kaplan in einer indischen Gemeinde gearbeitet. Danach war ich 3 Jahre an der Schule unseres Ordens als Lehrer tätig. Anschließend war ich Pfarrer einer Gemeinde“, erzählt Pater Rijo. "Von unserer Ordensgemeinschaft 'Missionare unserer Lieben Frau von la Salette‘ arbeiten viele Mönche in allen Erdteilen – von Australien über Amerika und Afrika bis nach Europa. Der Kontakt wird zwischen den Bistümern und unserem Orden geknüpft. Irgendwann wurde auch ich gefragt, ob ich mir eine Missionstätigkeit im Ausland vorstellen könne“, sagt Pater Rijo, der Philosophie in Bangalore und Theologie auf Goa studiert hat.

Einen 4-monatigen Willkommenskurs hat der Priester bereits absolviert

"Ich war ein Jahr unter ihm. Daher kennen wir uns“, berichtet Kaplan Jineesh. "Wir haben aus unserem Orden schon eine Gemeinschaft von vier Priestern in Deutschland. Pater Rijo ist nun dazugestoßen“, so Pater Jineesh. Seit Anfang des Jahres ist Pater Rijo nun in Deutschland. Zunächst gab es einen 4-monatigen Willkommenskurs. Dabei musste er die Grundlagen der deutschen Sprache und der deutschen Kultur lernen. Aber Pater Rijo musste auch die verschiedenen Sakramente in Deutsch zu spenden lernen. Danach wurde vom Bistum Münster die Zusage der Pfarrgemeinde in Molbergen eingeholt.

Seit wenigen Tagen ist Pater Rijo nun in Molbergen und hat eine Wohnung im Pfarrhaus. Nun muss er seine schon recht guten Sprachkenntnisse erweitern, um das B1-Niveau zu schaffen. Auch die Führerscheinprüfung ist obligatorisch und steht irgendwann an. "Da Pater Rijo als Praktikant in Molbergen ist, genießt er noch ein wenig 'Welpenschutz'. Er muss nicht alles sofort können, sondern soll langsam hineinwachsen in die Arbeit und gute Wurzeln schlagen. In unserer aktiven Pfarrgemeinde kann er sicher gute Erfahrungen machen“, meint Pfarrer Uwe Börner.

"Ich bin Priester für alle, ob in Indien oder hier. Die Liturgie ist überall ähnlich, auch wenn in meiner Heimat zu einer Trauung zum Beispiel viel mehr Leute kommen und Anteil nehmen. Die kirchliche Trauung ist zudem vor der staatlichen“, erzählt der leidenschaftliche Fußballfan, der festgestellt hat, dass es in Deutschland organisierter zugeht und dass alles irgendwie ordentlicher ist. "Früher kamen deutsche Missionare und Missionsschwestern nach Kerala. Heute kommen indische Missionare nach Deutschland“, wundern sich die beiden indischen Priester allerdings doch ein wenig.


Fakten:

  • Der Name Kerala bedeute wörtlich „Land der Kokospalmen“. Abgeleitet ist er von den Malayalam-Wörtern „kera“ für Kokospalme, die tatsächlich überall in der Region in großer Zahl zu finden sind, und „alam“ für Land. Das Klima ist tropisch, mit geringen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf und wird stark vom Monsun beeinflusst.
  • Bereits im Jahr 52 soll der Apostel Thomas nach seiner Ankunft im Süden Indiens den Grundstein für die Lehre des Christentums gelegt haben. Einen neuen, entscheidenden Schub erhielt die Christianisierung ab dem 16. Jahrhundert mit der Kolonialisierung, unter anderem ausgehend von der portugiesischen Kolonie Goa. Viele der indischen Priester, die in deutschen Gemeinden predigen, stammen eben von dort.
  • Die Missionare „Unserer Lieben Frau von La Salette“, kurz auch Salettiner genannt, sind eine Kongregation für Männer in der römisch-katholischen Kirche. Die Ordensgemeinschaft wurde 1852 im Marienwallfahrtsort La Salette in den französischen Alpen auf Veranlassung des Bischofs von Grenoble gegründet. Die missionarische Kongregation wirkt mittlerweile in 23 Ländern auf den Gebieten der Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Pfarreiseelsorge. Die Generalleitung hat ihren Sitz in Rom.

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