Pastorale Räume: Die neuen Strukturen sollen laufen lernen
Der Weihbischof, der Leiter Seelsorge und der Finanzdirektor ziehen eine Zwischenbilanz zu den Pastoralen Räumen im Oldenburger Land.
Redaktion | 29.12.2025
Der Weihbischof, der Leiter Seelsorge und der Finanzdirektor ziehen eine Zwischenbilanz zu den Pastoralen Räumen im Oldenburger Land.
Redaktion | 29.12.2025

Weihbischof Wilfried Theising im Interview. Foto: Offizialat Vechta/Johannes Hörnemann
Zum Jahreswechsel 2025/26 nimmt die Kirchenentwicklung im Oldenburger Land weiter konkrete Form an. Zum 1. Januar 2026 lösen die Pastoralen Räume die Dekanate als Organisationseinheit ab. Weihbischof Wilfried Theising, Dr. Markus Wonka (Leiter der Abteilung Seelsorge und Seelsorge-Personal) und Dr. Alexander Schmitt (Finanzdirektor im Bischöflich Münsterschen Offizialat) ziehen in einer Mitteilung des Bischöflich Münsterschen Offizialats eine Zwischenbilanz. Bei der Entwicklung der Pastoralen Räume gehe es um die Frage, „wie wir in der heutigen Zeit die Pastoral, also die kirchliche Arbeit vor Ort, entwickeln wollen“, fasst Weihbischof Theising zusammen. „Es geht vor allem darum, die Wirklichkeit in den Blick zu nehmen und auf dieser Basis Kirche zu gestalten“, ergänzt er. Die Kirche im Oldenburger Land werde sich verändern. 2024 haben die Pfarreien die Trägerschaft der Kindertagesstätten an Katholische Kirchengemeindeverbände (KKGV) übertragen. In jedem Pastoralen Raum gibt es einen Verband. Dieser Schritt zeige bereits erste Erfolge. „Die Kommunen berichten uns, dass die Zusammenarbeit mit größeren Trägerstrukturen zum Thema Kindertagesstätten gut und sogar einfacher und professioneller funktioniert“, berichtet Schmitt. Eine Rechnungsführerin habe erzählt, dass sie keine Einzelkämpferin mehr sei. „Durch die Kirchengemeindeverbände entsteht nun ein Austausch und ein Netzwerk, wo man sich gegenseitig bereichern und auch voneinander lernen kann“, ergänzte der Finanzverantwortliche in einer Mitteilung. Herausfordernd sei die personelle Situation. Es gehe darum, mehr Aufgaben auf weniger Leute zu verteilen. „Dabei möchten wir gut im Blick behalten, dass wir die Menschen nicht überfordern. Wenn das passiert, dann kann keine wirklich gute Pastoral geschehen“, stellt Theising fest. „Die Grundidee der Pastoralen Räume ist es, eine Struktur zu schaffen, die keinen pastoralen Zentralismus mit sich bringt“, betont Wonka. Auch in der Fläche soll christliches Leben aufrechterhalten werden. Die Prozessgruppen berichten von bereichernden Erfahrungen. „Sie erzählen begeistert davon, wie bereichernd es war, den Horizont der eigenen Pfarrei zu verlassen und Kontakt aufzunehmen mit Christen in Nachbarpfarreien“, sagt Wonka. Konkrete Früchte zeigen sich bereits: „Ich habe erlebt, dass die Firmkatechese plötzlich auf Ebene des Pastoralen Raumes stattfinden kann“, berichtet Weihbischof Theising in der Mitteilung. „Jetzt haben die Gemeinden erkannt: Das macht Sinn, dass wir uns zusammentun und Kräfte bündeln.“
„In pastoraler Hinsicht sind wir im kommenden Jahr in einer entscheidenden Phase“, erklärt Wonka. Im ersten Halbjahr 2026 werden die Leitungsteams in den Pastoralen Räumen ihre Arbeit aufnehmen. Die Leiter der Pastoralen Räume sind bereits ernannt. „Es geht darum, dass mit Blick auf die Seelsorge die neuen Strukturen eigenständig werden und laufen lernen“, erklärt Dr. Markus Wonka. Die Leitungsteams werden künftig koordinierend Aufgaben übernehmen und Impulse für die Weiterentwicklung setzen.
Weihbischof Theising unterstreicht den hohen Wert offen zugänglicher Kirchengebäude: „Kirchen sind wichtige Orte. Menschen suchen hier Tag für Tag Zuflucht und begegnen Gott – manchmal sehr persönlich, sehr privat.“
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