Online-Suche nach gefallenen Soldaten
Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule beschäftigen sich mit Einzelschicksalen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Heiner Stix | 13.06.2020
Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule beschäftigen sich mit Einzelschicksalen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Heiner Stix | 13.06.2020

Grab gefunden: Aus dem Totenbild von Jospeh Behne geht hervor, wann und wo der Soldat gefallen ist. Foto: Kühling
Im 2. Weltkrieg starben über 60 Millionen Menschen, darunter rund 5,2 Millionen Soldaten der Wehrmacht. Auch der Nordkreis hatte viele Gefallene zu beklagen. Von manchen weiß man bis heute nicht, wo sie bestattet wurden. Der Wahlpflichtkurs Stadtgeschichte an der Heinrich-von-Oytha-Schule hat sich im laufenden Schuljahr mit dem Krieg im Nordkreis befasst und dabei auch Einzelschicksale beleuchtet. „Ein Schüler hat mir erzählt, dass die Oma an Weihnachten immer weinen müsse, weil an dem Tag ihr im Krieg gefallener Bruder Geburtstag habe“, erzählt Kursleiter Stefan Kühling. „Und keiner weiß, wo er begraben liegt.“ Diese Wissenslücke, so der Geschichtslehrer, beschäftige auch heute noch viele Menschen. Grund dafür sei auch, dass die Suchanfragen, die nach dem Krieg und bis in die 70er Jahre hinein beim Roten Kreuz gestellt wurden, meist ohne Erfolg blieben. Kühling hat sich deshalb intensiver mit der Datenbank des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge beschäftigt. Dort kann man online auf die Daten von fast fünf Millionen Soldaten aus den Weltkriegen zugreifen.„Allein mit Name, Nachname und Geburtsdatum des Vermissten kann man die Suche schon stark eingrenzen“, sagt Kühling. Am Beispiel der Suche nach Joseph Behne aus Eggershausen, der am 7. Oktober 1944 bei Baldaue in Lettland gefallen ist, zeigt er, dass es dennoch Stolperfallen gibt. „Joseph kann man auch mit f am Ende schreiben, und außerdem hieß der Ort nicht Baldaue sondern Baldone." Erfolgreich war die Suche trotzdem. Behne wurde auf dem Friedhof in Strautini, einem kleinen Ort in Lettland, begraben. „Wenn der Tote auf einem Soldatenfriedhof begraben liegt, dann können weitere Schritte unternommen werden“, betont Kühling. „Oft bietet der Volksbund Bilder von diesem Friedhof an. Auf Nachfrage kann eventuell sogar ein Bild von dem Grab oder auch Grabschmuck organisiert werden.“ In den nächsten Jahren, so gibt es der Volksbund an, sollen noch weitere 500.000 Namen in die Datenbank aufgenommen werden. Die Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule werden sich jedenfalls weiter mit dem Kriegerdenkmal in Altenoythe auseinandersetzen. Sicherlich können dann einige Schicksale noch geklärt werden. Der Großmutter des Schülers jedenfalls konnte bereits geholfen werden. Ihr Bruder liegt auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Niederbronn-les-Bains. Frühe Suchanfragen blieben meist ohne Erfolg
Auch Bild vom Grab und Grabschmuck können organisiert werden
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