OM-Zukunftsmacherin 2026: Luca-Marie Mielke – „Der Kontakt mit Menschen ist mein tägliches Geschäft“
Die Polizeirätin aus dem Landkreis Nienburg leitet das Polizeikommissariat Vechta und gehört zu den starken Frauen, die auf der Gästeliste der Anfang Juni zu kürenden OM-Zukunftsmacherin stehen.
„Auf der Straße sein, Menschen helfen und sich für diese einsetzen“, so charakterisiert Luca-Marie Mielke ihre Motivation, Polizistin zu werden. Foto: Heinzel
Die OM-Medien küren am 4. Juni zum fünften Mal eine Zukunftsmacherin. Im Vorfeld stellen wir starke Frauen aus der Region vor. Dazu gehört auch Luca-Marie Mielke (33), die Leiterin des Polizeikommissariats (PK) Vechta. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.
„Für mich ist es ganz natürlich, das Amt auszuüben. Aber ich nehme auch wahr, dass es nicht selbstverständlich ist, und somit habe ich eine Vorbildfunktion.“
Eine Besonderheit? „Für mich ist es ganz natürlich, das Amt auszuüben. Aber ich nehme auch wahr, dass es nicht selbstverständlich ist, und somit habe ich eine Vorbildfunktion“, sagt Luca-Marie Mielke (33). „Es geht um die Person, wie diese führt und welche Werte sie vertritt. Die Eignung, fachlich wie menschlich, steht über allem.“
Ihr Motto: Führen durch Vorbild, und zwar am Puls der Zeit. Ihre Aufgabe sei es nicht, den Einsatz- oder den Ermittlungsstrang der Dienststelle zu leiten. Ihr Blick sei auf das große Ganze gerichtet: „Ich habe unglaublich viel Gestaltungsspielraum. Das macht den Reiz aus“, sagt die Nienburgerin über ihr Amt.
„Ich will Wege gehen und ausprobieren, die vor mir noch niemand gegangen ist.“
„Ich will Wege gehen und ausprobieren, die vor mir noch niemand gegangen ist.“ Sie ermutige ihre Kolleginnen und Kollegen dazu, Ideen zu haben und diese auch mitzuteilen, daher stehe ihre Türe stets offen. In ihrem Führungsteam werde Klartext gesprochen, und zwar in sachlicher und wohlwollender Weise. „Ich will Menschen Raum geben für ihre Anmerkungen und Beobachtungen.“
Luca-Marie Mielke setzt auf einen wertschätzenden Umgang und sagt: „Fehler sind Helfer, nur anders buchstabiert.“ Foto: Heinzel
In Vechta erlebe sie ein „sehr positives Miteinander“. „Ich merke, wie die Bevölkerung mit ihren Sorgen auf uns zukommt.“ Ansprechbar und nahbar ist Luca-Marie Mielke. Sie hat keine Scheu, Entscheidungen zu fällen. Sie ist sich sicher: „Lieber eine falsche Entscheidung treffen, als gar keine!“ Ihre Philosophie: „Fehler sind Helfer, nur anders buchstabiert.“
Heimat ist dabei ein zentraler Begriff für die Polizeirätin. In Nienburg sind ihr Mann, ihre Familie und ihr Freundeskreis. Dort ist sie groß geworden und fasste den Entschluss, Polizistin zu werden. Durch die Polizeiakademie sei die Polizei im Alltag der Stadt sehr präsent. Die Folge: „Ich wollte unbedingt in den Streifendienst.“
Die 33-Jährige charakterisiert ihre Motivation, Polizistin zu werden, folgendermaßen: „Auf der Straße sein, Menschen helfen und sich für sie einsetzen.“ Um ihren Beruf ausüben zu können, sollte man hilfsbereit, ansprechbar, empathisch und offen für alle Menschen sein, so die Polizeirätin: „Die Formulierung ‚Freund und Helfer‘ trifft es für mich auf den Punkt!“
Sie informierte sich über den Polizeidienst und sprach mit einem Einstellungsberater. „Das hat mich noch einmal in meiner Berufswahl bestärkt.“ Und was wäre der Plan B gewesen, wenn es einen hätte geben müssen? Dann, sagt die 33-Jährige, hätte sie Grundschullehrerin werden wollen mit der Fächerkombination Deutsch und Kunst – ihre Leistungsfächer während des Abiturs.
Bereits vor dem Abitur hatte sie die Zusage für das duale Studium an der Polizeiakademie in Nienburg. 3 Jahre und zwei Praktikumsphasen später hatte sie ihren Bachelorabschluss. Ihre Abschlussarbeit thematisiert, warum Jugendliche auffällig oder straffällig werden. In der Jugendsachbearbeitung gehe es darum, einen erzieherischen Maßstab anzulegen und junge Menschen zu formen, indem ihnen das Unrecht ihrer Handlungen aufgezeigt wird.
Danach war Luca-Marie Mielke als Streifenpolizistin unterwegs, im Ermittlungsbereich aktiv, erledigte Stabsarbeit und übernahm Führungsaufgaben. „Ich habe die wichtigsten Bereiche der Polizeiarbeit selbst erlebt“, sagt die Polizeirätin und erfüllte damit die Voraussetzungen für ein Masterstudium und einen damit einhergehenden Laufbahnwechsel.
„Führungskraft bei der Polizei bedeutet, ein Mehr an Verantwortung zu übernehmen – für Menschen und die Organisation!“
„Man muss es wollen“, sagt sie. „Führungskraft bei der Polizei bedeutet, ein Mehr an Verantwortung zu übernehmen – für Menschen und die Organisation!“ Ein Kernelement ihres Führungsstils sei Wertschätzung. Ihr ist es wichtig, dass ihre Mitarbeitenden gesehen werden. Sie kenne ihre 140 Mitarbeitenden namentlich, habe fast alle bereits getroffen und sagt: „Ich bin stolz auf alle, weil alle jeden Tag aufs Neue einen tollen Job machen.“
Übernahm bei „Tante Mia tanzt“ die Einsatzleitung. Foto: Polizei Vechta
Sie beschreibt den Landkreis Vechta als eine Mischung aus Dorf und Großstadt und sagt: „Wir sind eine Gemeinschaft und so wollen wir auch miteinander umgehen.“ Darunter versteht sie Transparenz und Bürgernähe, und das bedeutet Kommunikation. Sie trifft sich mit den Bürgermeistern, dem Landrat und anderen Entscheidern im Landkreis. Sie geht, wenn es die Zeit zulässt, mit auf Streife durch Vechta, macht Verkehrskontrollen oder übernimmt die Einsatzleitung bei dem Elektro-Festival „Tante Mia tanzt“.
„Wenn ich auf der Arbeit ausgeglichen sein will, brauche ich meine private Wohlfühlzeit.“
„Wenn ich auf der Arbeit ausgeglichen sein will, brauche ich meine private Wohlfühlzeit“, sagt Luca-Marie Mielke. Sie sei einfach gerne zu Hause in Nienburg; bei der Familie und ihren Freunden. „Viel Lachen ist dabei ganz wichtig“, erzählt sie lächelnd. Sei es ein gemeinsames Essen, ein Spiele- oder ein Grillabend. Bei Letzterem experimentieren sie gerade mit dem Dutch Oven.
Und so pendelt sie jeden Tag zwischen Nienburg und Vechta. Während der Fahrt hört sie Musik, etwa von Robbie Williams, den sie seit Kindheitstagen schätzt, oder einen ihrer Lieblingspodcasts wie „Verbrechen von Nebenan“, „Kaulitz Hills“ oder „Positiv führen“. Ansonsten nutzt sie die Zeit zum Reflektieren, Planen oder Telefonieren. Zwar könnte sie auch von zu Hause aus arbeiten. Doch in den letzten 3 Monaten nahm sie dies erst einmal wahr. Der Grund: „Der Kontakt mit Menschen ist mein tägliches Geschäft.“ Und dafür möchte sie vor Ort sein.
„Ich will meinen Mitarbeitenden die bestmöglichen Arbeitsbedingungen schaffen.“
Als Nächstes wird sie am Bakumer Volksfest und am Kreisfeuerwehrfest in Lüsche teilnehmen. Und während des Stoppelmarktes plant sie, eine Nachtschicht zu übernehmen. Sie zeigt klar, dass sie die Region kennenlernen will und in alle Bereiche ihrer Dienststelle hineinschaut, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Ihr Ziel: „Ich will meinen Mitarbeitenden die bestmöglichen Arbeitsbedingungen schaffen.“ Ihre Umsetzungsstrategie: gute Argumente und ein gesunder Realismus.
Hintergrund:
Die OM-Medien zeichnen 2026 zum fünften Mal eine Entscheiderin aus dem Oldenburger Münsterland, die in besonderer Weise die gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt, mit dem Award „OM-Zukunftsmacherin“ aus.
Unterstützt wird das Projekt OM-Zukunftsmacherin von den Firmen Südbeck, Grimme, Bergmann, Wernsing, Zerhusen und airpool sowie von Öffentliche Versicherungen Oldenburg und der LzO.
Gekürt wird die Preisträgerin von einer Jury. Ihr gehören Silvia Breher (Parlamentarische Staatssekretärin und CDU-Bundestagsabgeordnete, Lindern), Christine Grimme (Grimme Gruppe, Damme), Gudrun Arkenberg (airpool), Linda Stärk (Zerhusen Kartonagen), Dr. Jutta Middendorf-Bergmann (Ludwig Bergmann GmbH, Goldenstedt) und Annette Vetter (Leiterin Bereich Personal, Landessparkasse zu Oldenburg) an. Für OM-Medien ist die stellvertretende Chefredakteurin Anke Hibbeler dabei.
Die Auszeichnung findet am 4. Juni (Donnerstag) im OM-Medienhaus in Emstek statt. 2022 vergab die Jury den Award an Sarah Dhem aus Lastrup; 2023 an Marion Schouten aus Cloppenburg; 2024 an Stephanie Barlage aus Dinklage. 2025 wurde Marie-Luise Bertels aus Kroge ausgezeichnet.
Alles zur Vorgeschichte, zur Jury und zu Vernetzungsmöglichkeiten finden Sie hier.